Quelle: Oldenburgische Volkszeitung
Nebel zieht über den See, am Ufer wiegt sich Schilf im Wind. Das ist eines der Motive, die der Holdorfer Künstler Andrej Frankowski momentan in einer Ausstellung im Rathaus in Vechta zeigt. „Ich male in letzter Zeit viele Landschaftsbilder“, sagt Frankowski, der seit 14 Jahren in Deutschland lebt. Er beobachtet die Veränderungen in der Natur. „Der Mensch greift immer mehr ein.“ Dadurch werde die Ruhe und Ausgeglichenheit der Landschaften zerstört. „Durch meine Bilder konserviere ich die vielen wunderschönen Ecken“, sagt er. Denn Frankowski zeichnet vornehmlich in der hiesigen Region, malt mal die Hunte, mal den Dümmer oder eine der typischen Wiesen. Die sind dann aber doch wieder nicht so typisch südoldenburgisch. „Letztens fragte ein Freund aus Kasachstan, ob ich die Wiese dort gemalt hätte und ein Bayer sah die bayerische Landschaft“. Das freut Andrej Frankowski. „Denn dann klopft das Herz des Betrachters etwas mehr.“ In der Ausstellung teilen sich farbige Landschaftsbilder mit schwarz-weißen Bildern den Raum. Frankowski hat sich anfangs auf das Motiv konzentriert und wenig Farbe benutzt. Diese Arbeiten sind minimalistisch und bedeutungsvoll. „Die farbigen Arbeiten spiegeln mehr Emotionen wider“, so der Künstler. Kulturamtsleiter Dr. Frank Käthler, der die Ausstellung im kleinen Kreis eröffnete, freut sich, dass er ein Bild des Künstlers, der in Nowosibirsk Kunst studiert hat, für die Artothek ankaufen konnte. „Die Artothek gibt es jetzt seit 20 Jahren und im Herbst feiern wir ein Fest mit allen Künstlern, die dort vertreten sind“, so Käthler. Nach Angaben der Stadt umfasst die Artothek-Sammlung zu Zeit über 200 Werke. Sie werde kontinuierlich vergrößert, so dass für jeden Geschmack etwas vorhanden ist. Bürger haben die Möglichkeit, aus dieser Vielzahl von Bildern, Fotografien und Plastiken auszuwählen und diese kostenlos auszuleihen. Die Ausstellung der Bilder von Andrej Frankowski wird noch bis zum 18. März (Freitag) im Rathaus gezeigt.