Aktuelles
10.02.2017
Referenten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zeigen Potenziale der Digitalisierung auf
„Wir digitalisieren uns“- lautete das Motto einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadt Vechta und der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik. „Die Digitalisierung ist so vielfältig, wie die Unternehmen und Institutionen in unserer Region“ erläutert Bürgermeister Helmut Gels. Ein Thema, das viele Fragen aufwerfe. Um Antworten aufzuzeigen, luden Stadt und PHWT Referenten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ins Foyer des Rathauses. Durch den Abend führte Anne-Katrin Reich, die Vizepräsidentin der PHWT.

Thomas Jarzombek – Sprecher des Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“, Kreisvorsitzender der CDU Düsseldorf und selbst IT-Unternehmer – erläuterte die Wichtigkeit der Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft am Beispiel der Automobilindustrie. In Zeiten autonom fahrender Autos seien nicht mehr Produkte ausschlaggebend für den Erfolg, sondern Dienstleistungen. Die deutsche Automobilindustrie müsse in den Markt autonom fahrender Autos vordringen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Wichtigkeit verdeutlichte er mit dem Ende von Nokia als Handy-Weltmarktführer als Folge verpasster Entwicklungen. Auch die Bedeutung von Datensicherheit und Vertrauen betonte er als Erfolgsfaktor für die Digitalisierung in Unternehmen.   

Professor Klaus-Dieter Thoben, Leiter des Instituts für Produktion und Logistik an der Universität Bremen, veranschaulichte, was Digitalisierung konkret bedeuten kann: So könnten Mitarbeiter, die sich in der Umgebung von Gabelstaplern befänden, durch eine „digitale Hülle“ rechtzeitig für den Fahrer sichtbar werden. Das erhöhe ihre Sicherheit.
Digitalisierung sei aber nicht immer „das große Ding“. Schon eine digitale Abbildung der Arbeitsorganisation verschaffe Unternehmen Vorteile. Es müsse auch nicht jeder digitalisieren, aber Unternehmen müssten erkennen, in welchen Bereichen Digitalisierung Prozesse verbessern könne. Dabei helfe auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. So könnten aktuelle Forschungsergebnisse in der Praxis angewandt werden. Sein Institut für Produktion und Logistik arbeitet bereits erfolgreich mit Unternehmen aus der Region zusammen. Die Veranstaltung bat Gelegenheit zum Netzwerken für weitere Kooperationen. Dafür zeigte sich auch die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik offen.

Eine entscheidende Voraussetzung für gelingende Digitalisierung präsentierte Daniel Proetel, Advanced Software Manager bei Big Dutchman, unter dem Motto: „Wer viel misst, misst Mist.“ So brachte er eine Grundproblematik auf den Punkt. Denn: Daten seien da, aber die Kompetenz, diese auszuwerten, fehle. Doch die Datenhoheit sei Grundvoraussetzung für den Erfolg von Landwirten – den Endkunden des Unternehmens. An deren Bedürfnissen orientiere sich Big Dutchman bei der Entwicklung digitaler Lösungen.

Drei Referenten, viele Perspektiven. Deutlich wurde: Unternehmen brauchen den Mut, neue Wege zu gehen, die Kompetenz, einen Nutzen aus generierten Daten zu ziehen und kompetente Partner an ihrer Seite.

Auch die Stadt Vechta versteht sich als Partner von Unternehmen. Bürgermeister Gels ist es ein Anliegen, dass Unternehmer einen Nutzen aus der Veranstaltung ziehen und ermutigte die Gäste Feedback und Verbesserungsvorschläge abzugeben. Über die hohe Besucherzahl zeigte er sich erfreut.

Die Präsentationen der Referenten:
Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Klaus-Dieter Thoben (pdf)
Vortrag von Daniel Proetel (pdf)


Bild:Referenten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zeigen Potenziale der Digitalisierung auf
Viele Zuhörer füllen das Foyer des Rathauses.




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