Lydia Lander hat Vechta aus etlichen Blickwinkeln gezeichnet. Die Künstlerin war im Frühjahr sechs Wochen lang als „Artist in Residence“ in der Stadt unterwegs. Ihre Bilder sind nun bis zum 4. Oktober im Rathaus Vechta zu sehen. „Ich habe Vechta als eine sehr junge, lebendige und tolerante Stadt erlebt. Ich finde, es ist auch eine spannende Stadt“, sagte die freischaffende Grafikerin und Malerin bei der Vernissage.


Auch Monate nach dem Ende des gemeinsamen Projekts der Universität und der Stadt Vechta ist die Leipzigerin von ihrem inspirierenden Aufenthalt in „dem freundlichen Städtchen im Oldenburger Münsterland“, wie sie auf ihrer Homepage (www.lydia-lander.de) schreibt, immer noch begeistert. „Ich hätte noch viel mehr zeichnen können, ich hatte noch viele Ideen im Kopf“, sagte Lydia Lander. Einige Werke werde sie in den nächsten Wochen noch vollenden.


Aber auch so ist es der Künstlerin gelungen, ein vielfältiges Bild von Vechta und den Menschen in der Stadt zu zeichnen. Uni-Präsident Professor Dr. Burghart Schmidt und Fachbereichsleiter Tobias Avermann (Stadt Vechta) dankten der gebürtigen Brandenburgerin und allen Unterstützern des Projekts. Sie habe den Projekttitel „Vechta Alltag – Vielfalt und Wandel“ in ihren Werken in vielfältiger Form zum Ausdruck gebracht, sagte Avermann. Schmidt fand, dass Lydia Lander das lebendige kulturelle Leben in Vechta zusätzlich bereichert habe. Beide werteten die vierte Auflage des Programms „Artist in Residence“ als Erfolg.


Zu diesem Fazit kam auch Lydia Lander. Sie erklärte ihr Vorgehen so: Sie sucht sich einen geeigneten Platz, beobachtet die Menschen in alltäglichen Situationen, fertigt von diesen Momentaufnahmen Skizzen an, aber keine Porträts, so schnell könne niemand zeichnen und ein fotografisches Gedächtnis habe sie auch nicht, sagt sie. Aber so halte sie ein Lokalkolorit in ihren Bildern fest, zeige Typen und Charaktere. Davon können sich Besucher der Ausstellung im Rathaus jetzt überzeugen. Am Empfang erhalten sie weitere Informationen zu den Bildern.     


Schmidt und Avermann blickten beim Abschluss des Projekts 2017 bereits auf den „Artist in Residence“ 2018. Im nächsten Frühjahr wird eine Künstlerin oder ein Künstler zum Thema „Vielfalt und Wandel – Vechta & die Mobilität“ in Vechta wirken. Die Ausschreibung finden Interessierte unter www.air-vechta.de.


Info: Das im März 2014 gestartete Programm Artist in Residence der Stadt Vechta und der Universität Vechta bietet Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Fachrichtungen die Möglichkeit, mit Hilfe eines Stipendiums einige Wochen in Vechta zu leben, künstlerisch zu arbeiten und Menschen der Region kennen zu lernen. Lydia Lander ist die Nachfolgerin von Lisa Danulat (2014), Annalisa Hartmann (2015) und Moritz Rudolph (2016). Sie wurde 1985 in Brandenburg geboren und lebt als freischaffende Malerin und Grafikerin in Leipzig.


Mit ihrem Konzept, Menschen in Alltagssituationen aufs Papier zu bringen, hatte Lydia Lander die Jury überzeugt. Sie setzte sich gegen eine Vielzahl sehr guter und vielfältiger Bewerber durch. Mitglieder der Jury sind Bürgermeister Helmut Gels und Professor Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta, Professorin Dr. Gabriele Dürbeck (Literatur- und Kulturwissenschaft an der Uni Vechta), Gerhard Hess, ehemaliger Intendant der Landesbühne Nord und Alfred Büngen, Leiter des Geest-Verlages aus Langförden.