Anfangs wollte Susanne Ahlers-Wübbeler ihren Kindern schlicht und einfach die Angst vor Flüchtlingen nehmen. „Ich wollte ihnen zeigen, dass Flüchtlinge ganz normale Menschen sind und die Kinder Kinder wie sie selbst sind“, sagt die vierfache Mutter. Ihre Familie fuhr zum Flüchtlingswohnheim an der Oldenburger Straße in Vechta und suchte dort den Kontakt mit den Bewohnern. Mit Erfolg: Der Besuch entwickelte sich zu einem Spielenachmittag unter Kindern verschiedener Herkunft mit Kindern aus Vechta. Es war die Initialzündung für den Verein Freitags-Freizeit Vechta.

 

Dieser lädt Mädchen und Jungen zwischen fünf und zwölf Jahren jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr ein, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Unterstützung erhalten Susanne Ahlers-Wübbeler und ihr Team jetzt von der C&A Foundation. Sie unterstützt überall dort soziale Projekte, wo die Modekette eine Filiale führt - insgesamt mit rund einer Million Euro. Von der Vechtaer C&A-Filialleiterin Christina Bier-Gelbert erhielt die Freitags-Freizeit Vechta nun auf Vorschlag der Stadt Vechta 2000 Euro. Bürgermeister Helmut Gels lobte das Engagement von des Familienunternehmens C&A, das jedes Jahr Projekte an seinen Standorten großzügig unterstützt.

 

Susanne Ahlers-Wübbeler möchte das Geld in Lernspiele, Mal- und Bastelmaterialien investieren. „Wir brauchen auch Kindersitze für unsere fünf- bis achtjährigen Kinder“, sagt sie. Denn mit den Mädchen und Jungen werden auch Ausflüge unternommen, zum Beispiel zum Indoor-Spielpark am Alfsee. Außerdem fährt die Gruppe zum Schwimmen, um es den Kindern beizubringen. Schwimmbrillen und -flügel können Susanne Ahlers-Wübbeler und ihre Helfer jetzt ebenfalls besorgen. Und Fußballtrikots will sie anschaffen, damit die Kinder als Mannschaft bei Turnieren mitmachen können.

 

Im kommenden Jahr geplant sind Besuche bei der Polizei oder Feuerwehr sowie eine Stadtrallye. Die Mädchen und Jungen, die auf unterschiedlichen Wegen nach Vechta gekommen sind, sollen die Stadt kennenlernen. Wichtig ist Susanne Ahlers-Wübbeler, dass bei den gemeinsamen Aktivitäten Deutsch gesprochen wird. Außerdem müssen sich die Kinder an Regeln halten. Nur so, weiß die Initiatorin, könne Integration gelingen.

 

Die Freitags-Freizeit will sie dauerhaft weiterführen. „Irgendwann sind die Flüchtlingskinder keine Flüchtlinge mehr, sondern Vechtaer Kinder“, sagt sie.

 

Weitere Infos unter www.freitags-freizeit-vechta.de

Mit zehn Euro im Jahr kann man die Vereinsarbeit als Mitglied unterstützen.