Mit einem Schlauch, Luft und Licht hat die Stadt Vechta den Regenwasserkanal unter der Kolpingstraße sanieren lassen. Bei dem erprobten Verfahren zog eine Kanalbaufirma in dieser Woche einen kunstharzgetränkten Gewebeschlauch in den bestehenden alten Betonkanal, stellte diesen dort mit Hilfe von Druckluft auf und härtete ihn mit einer 12.000-Watt-Lichterkette aus. So schufen die Arbeiter ein neues Rohr im Rohr, das künftig Teil eines untertägigen Regenrückhalte-Systems wird.


Dieses hat der Fachdienst Stadtentwässerung der Stadt Vechta zusammen mit einem externen Fachbüro geplant. Das System setzt sich aus den intakten Kanälen im Bereich der Bahnhofstraße, der Straße An-der-Christoph-Bernhard-Bastei sowie der Franz-Vorwerk-Straße und dem sanierten Kanal unter der Kolpingstraße zusammen. Ein 190 Meter langes Teilstück wurde jetzt im Zuge der Arbeiten in der Bahnhofstraße ausgebessert, die zurzeit ausgebaut wird. Ein zweites, 170 Meter langes Teilstück bis zum Moorbach wird im kommenden Jahr saniert.


Insgesamt aktiviert die Stadt damit einen zusätzlichen unterirdischen Stauraum von rund 920 Kubikmetern. Dieser soll den Innenstadtbereich bei starken Regenfällen und Hochwasserereignissen vor Überschwemmungen schützen. In dicht bebauten Stadtgebieten ist es besonders schwierig, Regenrückhaltungen zu schaffen. Stauraum in einem bestehenden Kanalnetz zu generieren, wird somit zur optimalen Variante. Da auch größere Wassermengen kontrolliert und schonend in den Moorbach abgelassen werden können, dient das System zusätzlich dem Schutz des natürlichen Gewässers.


Möglich wurde dies, da die Rohrleitungen im Bereich rund um die Kolpingstraße und die Bahnhofstraße hydraulisch nicht mehr voll ausgelastet werden. Nach Bauprojekten der vergangenen Jahre übernehmen mittlerweile vornehmlich die Kanäle im Bereich der Straße Neuer Markt die Entwässerung. Allerdings ergaben Kontrollen, dass die alten Betonrohre unter der Kolpingstraße saniert werden müssen. Auch die Schächte und Hausanschlüsse werden erneuert. Insgesamt nehmen die Arbeiten zwei Wochen in Anspruch.