Blühende Alpenrosen, dichte Laubbäume und strahlend blauer Himmel, dazu zwitschernde und krächzende Vögel, später unterlegten auch die Glocken der Propsteikirche die klassischen Klänge im Zentrum der Stadt. In außergewöhnlichem Ambiente präsentierten am späten Sonntagnachmittag unter der musikalischen Gesamtleitung von Ulrich Semrau rund vierzig Musiker der klassischen Philharmonie Nordwest ihr Können. Im Garten des Bischöflich Münsterschen Offizialates boten sie auf Einladung der Stadt Vechta vor gut 200 Gästen Schubert und Mozart dar. Für das leibliche Wohl sorgte ein Team der Manufaktur des Andreaswerk Vechta e.V. Er habe einen wahrlich guten Draht nach oben gehabt, äußerten sich gegenüber dem Hausherrn zahlreiche Gäste erfreut über den sommerlichen Nachmittag. Weihbischof Timmerevers suchte vor Beginn mit vielen Gästen ein kurzes persönliches Wort und hieß jeden einzeln im Offizialatsgarten willkommen. Später eröffnete Timmerevers gemeinsam mit Bürgermeister Helmut Gels den Konzertnachmittag. „Ich freue mich sehr, dass dieser Garten heute die Kulisse ist,“ sagte der Weihbischof. „Ein Klassikkonzert im bischöflichen Garten, das gibt es auch nur in Vechta,“ betonte Bürgermeister Gels und formulierte den Wunsch nach regelmäßigen Wiederholungen. Auf dem Programm des Nachmittags standen Mozarts Overtüre zum Singspiel „Die Zauberflöte“ und sein Konzert für Fagott und Orchester in B-Dur. Nach einer kurzen Pause hörten die Gäste Schuberts Sinfonie Nr. 8 in C-Dur. Das Orchester wurde 1996 von Dirigent Semrau im Landkreis Diepholz gegründet.  Heute setzt es sich aus bis zu fünfzig Musikern der Freien Hansestadt Bremen, der Metropolregion Nordwest und des Landkreises Diepholz zusammen. Die Musiker haben sich der Pflege sinfonischer Orchesterliteratur der Klassik und der Romantik verschrieben. Die jeweilige Orchesterbesetzung entspreche der Epoche des jeweiligen Werkes, um die größtmögliche, musikalische Authentizität zu bewahren, erläuterte Gels vorab, so reduzierte Dirigent Semrau die Anzahl der Musiker für Mozarts Konzert für Fagott und Orchester und schaffte so den Rahmen für Fagottsolist Feyzi Cokgez.  Von der Veranstaltung und der musikalischen Leistung zeigten sich die Zuschauer  begeistert. „Sehr schöner Garten, tolles Orchester, auch der Solist war sehr klasse“, schwärmte eine Zuschauerin aus Vechta in der Pause. Andere ließen sich von der besonderen Atmosphäre eines Gartenkonzertes zum Besuch motivieren. „Mit dieser Stimmung kann einfach kein Konzertsaal mithalten“, sagte ein Gast, „schade, dass nicht noch mehr Menschen die Gelegenheit genutzt haben.“ Am Rande nutzten die Besucher die Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang über das Gelände, eine kurze Pause auf einer Bank im Grünen oder sie inspizierten die Grünanlagen. „Wir wollten auch mal schauen, wo der Weihbischof denn wohnt,“ erkundigten sich zwei Frauen am Schluss.