Zwischen der Universität Vechta und der Stadt Vechta gibt es viele Berührungspunkte: Einer ist der gemeinsame Frühjahrsempfang, zu dem beide Partner zum sechsten Mal Gäste aus Kirche, Wirtschaft und Politik begrüßten. 170 Besucher kamen: Bürgermeister Helmut Gels deutete dies als Zeichen des großen Interesses an der Kooperation. Er sicherte dem neuen Präsidenten, Professor Dr. Burghart Schmidt, die Unterstützung der Stadt Vechta zu. Eine gute Zusammenarbeit, ein reger Austausch, gemeinsame Projekte: Das alles werde weiterhin wichtig bleiben. „Gerne möchten wir helfen, die Uni auf Erfolgskurs zu halten“, sagte Gels. Die Uni habe durch die richtigen Weichenstellungen einen immer höheren Stellenwert in der niedersächsischen Bildungslandschaft erlangt. Die steigenden Studentenzahlen stelle nicht nur die Hochschule vor neue Herausforderungen. Auch Politik, Verwaltung und Investoren müssten Weichen stellen, um etwa der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, sagte Gels. Das gelinge bereits gut, solle aber auch weiterhin gelingen. Der Studienort Vechta biete den jungen Menschen ein attraktives Lebensumfeld mit einer belebten Innenstadt, kulturellen Angeboten und Freizeitaktivitäten, kurze Wege und Mobilität durch öffentliche Verkehrsmittel, erklärte Gels. Schmidt dankte den heimischen Kommunen sowie den Unterstützern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Wir alle profitieren voneinander“, sagte der Präsident. Die Uni habe einen hohen Stellenwert für die Region. Besonders hob er die internationalen Beziehungen seines Hauses hervor, diese wolle er weiter ausbauen.

Gels verwies auf eine Reihe von Kooperationsprojekten zwischen der Uni und der Stadt: Etwa an die Lesung „Geheime Briefe und Gedichte aus Vechta“. Dabei präsentierte der Schauspieler Stefan Haschke Werke aus dem ersten Gedichtbuch des Vechtaer Schriftstellers Rolf-Dieter Brinkmann (1940 bis 1975) aus dem Jahre 1957. Heute, gut 60 Jahre später, ist ein „Artist in residence“ literarisch in Vechta unterwegs – ebenfalls ein gemeinsames Projekt. Der Schriftsteller Moritz Rudolph wird am 21. April (Donnerstag) im Museum im Zeughaus seine Texte unter dem Titel „Zwischen Stadt und Land – Literarisches Spazieren in Vechta“ lesen. Im Museum lädt die Uni regelmäßig zum Museumstalk ein. Prominente Gäste diskutieren über Themen, die für unsere Region zukunftsweisend sind.

Und im vergangenen Jahr wurde im Museum die Ausstellung „Widerstand“ des Faches Designpädagogik gezeigt. Die Schirmherrschaft hatte die Stadt Vechta inne.

Sie verlieh beim Frühjahrsempfang den Preis „Fokus Vechta“ an die Designpädagogen. Stellvertretend für das gesamte Fach zeichnete Gels Traugott Haas, der das Projekt „unwiderstehlich – Ein Skizzenbuch zum Widerstand“ leitete, und Dr. Stefan Scheuerer, den Motor der Sommerakademie, aus.

Die Ausstellung hatten Studierende mit Haas und Museumleiter Axel Fahl-Dreger sowie Alfred Büngen vom Geest-Verlag erarbeitet. Die Sammlung ihrer Arbeiten fassten die Studierenden in einem Skizzenbuch zusammen. So schufen sie ein Kommunikationsmedium,  welches das Design der Arbeiten, den Entwurfsprozess und die Ideen hinter den Exponaten vereinte. Auf diese Weise lieferte das Werk ungewöhnliche Einblicke in sehr unterschiedliche Formen der Auseinandersetzungen mit dem Thema Widerstand.

In der Sommerakademie bietet das Fach Designpädagogik Kindern ab acht Jahren und Jugendlichen die Gelegenheit zu einer Schnupperwoche in unterschiedlichen kreativen Bereichen. Dozenten und Studierende geben Einblicke in künstlerisches Arbeiten und Gestaltungstechniken: zum Beispiel in Digitaler Fotografie, beim Comic zeichnen, in der Holzwerkstatt, im Schmuckatelier, im Trickfilmstudio und in der Druckwerkstatt. Die Workshops finden in den Ferien statt, mehr als 80 Kinder und Jugendliche machen stets mit. Zum Abschluss gibt es eine Präsentation mit spannenden Ergebnissen.  Die Ausstellung „Widerstand“ und die Sommerakademie sind aus Sicht der Stadt herausragende Zeichen für die Kontinuität in der Kooperation mit der Universität.

Eine Bereicherung beim Empfang waren Oliver Völker und  Rainer Wördemann von der Kreismusikschule, welche die Gäste unterhielten.