Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


wir können auf ein erfolgreiches Jahr 2016 für unsere Stadt zurückblicken. Auch in den vergangenen Monaten haben sich Vechta und Langförden positiv weiterentwickelt. Dazu haben viele Menschen in Politik, Verwaltung, Kirchen, Wirtschaft und Gesellschaft, im Hauptberuf, im Nebenberuf und im Ehrenamt ihren Beitrag geleistet. Ich möchte ihnen allen zum Jahreswechsel meinen Dank aussprechen.  


Blicken wir zwölf Monate zurück: Ende Dezember 2015 haben wir mit sehr gemischten Gefühlen in die Zukunft geblickt. Inmitten der Flüchtlingskrise waren es die Kommunen, die bei der Unterbringung der Menschen, die unseres Schutzes bedürfen, Höchstleistungen vollbrachten. Es war damals noch nicht absehbar, welche Herausforderungen bei der Bereitstellung von Wohnraum auf die Städte und Gemeinden noch zukommen würden. Die Flüchtlingszahlen mussten ständig nach oben korrigiert werden.


Heute wissen wir: Die internationale Krise ist mitnichten beendet. Kriege und Terror zwingen nach wie vor Millionen Menschen zu fliehen.  Zur Realität gehört aber auch, dass die Zahl der Asylsuchenden deutlich gesenkt wurde. Auf diese Entwicklungen haben die Städte und Gemeinden keinen Einfluss. Sie leisten aber nach wie vor großartige Arbeit bei der Integration der Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten.


Als besonders hilfreich erweist sich in Vechta, dass wir die Unterbringung von Flüchtlingen in überwiegend dezentralen Unterkünften sicherstellen konnten. Auch wir mussten wie andere Kommunen Kooperationspartner mit ins Boot holen und zentrale Unterkünfte schaffen. Aber ein großer Teil der Asylsuchenden lebt in kleineren Wohneinheiten. Das ist ein wichtiger Baustein für eine gelingende Integration von Menschen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.


Eine erfolgreiche Integration wäre aber nicht möglich, wenn es nicht weiterhin viele Menschen geben würde, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Uns ist es gelungen, gemeinsam mit dem Caritas-Sozialwerk ein Netzwerk für Ehrenamtliche aufzubauen. Dieses wollen wir 2017 noch enger knüpfen. Ich bin froh über das Engagement, zeigt es doch, dass wir uns in Vechta nicht auseinanderdividieren lassen durch Angstmacherei und Populismus. Wir schauen nach vorne und packen mit an.


Das gilt auch für viele Ehrenamtliche in anderen Bereichen. Eine Kommune wie die Stadt Vechta müsste so viel mehr in soziale und kommunale Aufgaben investieren, hätten wir nicht derart viele Freiwillige. Angefangen von der Feuerwehr, über die Vereine bis hin zu kirchlichen Verbänden und Gruppen. Für 2017 würde ich mir wünschen, dass es so weitergeht.


Wir als Stadt Vechta setzen alles daran, diese Arbeit zu unterstützen. Ein gutes Beispiel dafür ist der geplante Bau eines neuen Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Vechta. Am neuen Standort an der Oldenburger Straße werden wir insgesamt voraussichtlich 5,6 Millionen Euro investieren. 2017 werden wir einen entscheidenden Schritt weiterkommen.


Schon 2016 haben wir viel erreicht. Die Stadt Vechta hat das Angebot bei der Betreuung von Kindern noch einmal erweitert. Die mehr als 400 vorhandenen Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ergeben eine Betreuungsquote von rund 44 Prozent. Damit liegt die Stadt weit über dem Landes- und Bundesschnitt. Wir werden in den gesamten Bereich der Kinderbetreuung unter sechs Jahren weiter investieren, denn der Bedarf bleibt ungebrochen hoch.


Wir modernisieren und erweitern unsere Schulen. Im ablaufenden Jahr haben wir die mehrjährige Umbaumaßnahme an der Geschwister-Scholl-Schule vorangetrieben. Ein Volumen von insgesamt 8,5 Millionen Euro über mehrere Jahre umfasst dieses Projekt, das der Bildung von Kindern und Jugendlichen zugutekommt.


Damit junge Familien in Vechta eine Zukunft haben, unternehmen wir große Anstrengungen, um den gewünschten Wohnraum zu schaffen. Im letzten Quartal 2016 haben die ersten Eigentümer im erweiterten Baugebiet auf dem Telbraker Esch mit dem Bau ihrer Häuser begonnen. In Hagen sind viele Familien bereits in das eigene Heim eingezogen. Bauplätze in Langförden und Calveslage konnte die Stadt zum Jahresende vergeben. 2017 werden wir weiter an der Schaffung von Wohnraum arbeiten.


Dabei setzen wir nicht nur auf Eigenheime, sondern forcieren auch den Bau von erschwinglichen Mietwohnungen. 2016 haben wir diesbezüglich einen erfolgreichen Vergabewettbewerb für Bauplätze im neuen Wohngebiet an der Hagen-Ringstraße durchgeführt: Architekten und Investoren lieferten hervorragende Bewerbungen ab, die sie demnächst umsetzen können. Ein solcher Vergabewettbewerb wird auch für das wachsende Wohngebiet in Telbrake vorbereitet. Ziel ist es, modernen und attraktiven Wohnraum zu günstigen Mieten zu schaffen. Unserer Ansicht nach ist das ein geeignetes Instrument, um die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu beruhigen.  


Auch die Innenstadtentwicklung hat uns in den vergangenen Monaten beschäftigt und wird uns weiter beschäftigen. Der Bau einer Brücke für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer hat im Bereich des Bahnhofs begonnen. Hinter dem Kino entstehen in den Stadthäusern zentralgelegene Wohnungen. Die Straße An der Gräfte haben wir in dem Bereich komplett erneuert. Im kommenden Jahr startet der Bau des Mobilitätszentrums.

 

Natürlich bedeuten Baumaßnahmen auch Einschränkungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer. Diese sind nicht immer erfreulich, sie waren aber 2016 und sind auch 2017 notwendig, um Vechta weiterzuentwickeln. Investitionen in das Straßennetz sind weiterhin erforderlich und stellen uns vor große Herausforderungen. Ich bin zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr bei der zwingend erforderlichen Sanierung der Oyther Straße entscheidend weiterkommen. Wir haben uns in den Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen immer für die Interessen der Vechtaer Steuerzahler und Anlieger eingesetzt. Auch wenn das gewünschte Ziel nicht in dem Maße erreicht wurde, wie wir es uns vorgestellt haben, setzen wir alles daran, Fördermittel zu erhalten, welche die städtischen Kosten senken werden. Eine schriftliche Zusage in das Förderprogramm des Landes haben wir in den Verhandlungen erwirken können.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


die hohe Lebensqualität Vechtas hängt auch mit den vielen kulturellen Veranstaltungen zusammen, die es bei uns gibt. Im ablaufenden Jahr haben die Open-Air-Auftritte in der JVA für Frauen das Publikum begeistert. Der Chor und das Orchester der Diözese des Papstes sowie Maybebop traten dort auf. Mit Götz Alsmann und „Scala and Kolacny Brothers“ präsentiert die Stadt Vechta am 8. und 9. Juni 2017 zwei weitere live und Open Air im Innenhof der Justizvollzugsanstalt für Frauen.


Zurückblickend auf ein erfolgreiches Jahr für unsere Heimatstadt Vechta möchte ich Sie alle herzlich einladen, sich auch weiterhin aktiv und engagiert für unser Gemeinwesen einzusetzen. Gemeinsam werden wir unsere schöne Stadt weiterhin erfolgreich gestalten können. Die Voraussetzungen dafür sind bestens. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Glück, Gesundheit und Gottes Segen.


Ihr

Helmut Gels