Die Kanalbauarbeiten zwischen dem Zitadellengraben und dem Vechtaer Marschgraben kommen in dieser Woche einen entscheidenden Schritt voran. Im Bereich des Spielplatzes an der Theodor-Heuss-Straße setzen Bauarbeiter große Betonelemente zu einem großen Kanal zusammen, der nach seiner Fertigstellung ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzprojektes der Stadt Vechta sein wird. Auf einer Länge von 110 Metern werden 55 dieser Beton-Rahmenprofile verlegt. Mit Hilfe eines Krans werden sie millimetergenau Element für Element aneinandergesetzt. Vier bis fünf Tage dauern dieses Arbeiten.

 

Der Kanal verläuft später unterhalb des Spielplatzes, den die Stadt Vechta neu anlegen wird. Er verbindet künftig den Zitadellengraben mit dem neuen Graben, der jenseits der Theodor-Heuss-Straße angelegt worden ist. Dieser wiederum mündet künftig in den Vechtaer Marschgraben, der westlich des Klärwerks in den Moorbach einmündet.

 

Im Hochwasserfall kann der Wasserspiegel in der Zitadelle dank dieser Maßnahme bald deutlich abgesenkt werden. Das Wasser aus den in den Zitadellengraben einmündenden Regenwasserkanälen kann dadurch frei durch das neue Grabensystem auslaufen. Im Bereich des Vechtaer Marschgrabens werden zusätzlich 100.000 Kubikmeter Stauraum generiert, wodurch auch der Unterlauf des Moorbaches entlastet wird. So wird die Überflutungsgefahr für die Innenstadt insgesamt, speziell aber für die Bereiche westlich der Kolpingstraße und südlich der Falkenrotter Straße erheblich entschärft.

 

Die Kosten für den Bau des neuen Grabensystems liegen bei rund 1,1 Millionen Euro. Das NLWKN mit Sitz in Oldenburg hat das Projekt auf Antrag der Stadt Vechta in das Förderprogramm „Hochwasserschutz im Binnenland“ aufgenommen. Es übernimmt 70 Prozent der Kosten: 764.600 Euro. Mit der Fertigstellung ist Ende Juni 2017 zu rechnen. Anschließend muss lediglich noch ein Zwischengraben angelegt werden, was aufgrund von Brut- und Setzzeiten heimischer Vogelarten aus ökologischen Gründen nicht vor dem 1. August möglich ist.

 

Die Theodor-Heuss-Straße ist im Zuge der Kanalbauarbeiten derzeit gesperrt, da Versorgungsleitungen umgelegt werden müssen. Nach Fertigstellung und Freigabe wird die Straße Vechtaer Marsch für die dortigen Bauarbeiten gesperrt.

 

Der Bau des neuen Grabensystems und des Sperrwerks ist der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes zum Hochwasserschutz. Projektentwickler ist der frühere Bauamtsleiter Manfred Seidlitz, mit der Planung hatte die Stadt das Ingenieurbüro Frilling und Rolfs beauftragt. Berechnungen einer Ingenieurgesellschaft belegen, dass die Maßnahmen geeignet sind, die Innenstadt bei sehr starken Regenfällen wirkungsvoll vor Hochwasser zu schützen. Außerdem werden durch die Umsetzung des Konzepts die Gewässer aus ökologischer Sicht erheblich aufgewertet.