Im Bereich der Theodor-Heuss-Straße sind die Bauarbeiten für ein umfangreiches und zukunftsweisendes Hochwasser-schutzprojekt der Stadt Vechta begonnen. In einem ersten Schritt schließt die beauftragte Baufirma den Zitadellengraben an den Vechtaer Marschgraben an, der westlich des Klärwerks in den Moorbach einmündet. Dafür wird ein neues Grabensystem zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Straße Vechtaer Marsch hergestellt. Außerdem werden große Kanäle vom Zitadellengraben aus unterhalb des Spielplatzes und der Theodor-Heuss-Straße verlegt.


Im Hochwasserfall kann der Wasserspiegel in der Zitadelle dank dieser Maßnahme künftig deutlich abgesenkt werden. Das Wasser aus den in den Zita-dellengraben einmündenden Regenwasserkanälen kann dadurch frei durch das neue Grabensystem auslaufen. Im Bereich des Vechtaer Marschgrabens werden zusätzlich 100.000 Kubikmeter Stauraum generiert, wodurch auch der Unterlauf des Moorbaches entlastet wird. So wird die Überflutungsge-fahr für die Innenstadt insgesamt, speziell aber für die Bereiche westlich der Kolpingstraße und südlich der Falkenrotter Straße erheblich entschärft. Beim Hochwasser 1998, bei dem es sich um ein 40-jähriges Niederschlagsereignis handelte, waren Teile der Innenstadt, unter anderem im Bereich des St. Ma-rienhospitals, überflutet worden.


Die Kosten für den Bau des neuen Grabensystems liegen bei rund 1,1 Milli-onen Euro. Das NLWKN mit Sitz in Oldenburg hat das Projekt auf Antrag der Stadt Vechta in das Förderprogramm „Hochwasserschutz im Binnen-land“ aufgenommen. Es übernimmt 70 Prozent der Kosten: 764.600 Euro. Mit der Fertigstellung ist Ende Juni 2017 zu rechnen. Anschließend muss lediglich noch ein Zwischengraben angelegt werden, was aufgrund von Brut- und Setzzeiten heimischer Vogelarten aus ökologischen Gründen nicht vor dem 1. August möglich ist.


Die Theodor-Heuss-Straße muss im Zuge der Kanalbauarbeiten ab Anfang März für wenige Wochen gesperrt werden, da Versorgungsleitungen umge-legt werden müssen. Nach Fertigstellung und Freigabe wird die Straße Vechtaer Marsch aus den gleichen Gründen gesperrt. Der Spielplatz an der Theodor-Heuss-Straße wird für die Kanalbauarbeiten, also voraussichtlich bis Ende Juni, aus Sicherheitsgründen gesperrt.


Zu dieser Einzelmaßnahme zählt auch der Bau eines Sperrwerks an der Ein-mündung des Zitadellengrabens in den Moorbach in Höhe der Friedhofszufahrt. Dieser Anschluss wird im Hochwasserfall abgesperrt. Allein dadurch wird der Schutz vor Hochwasser erheblich verbessert. Das Bauprojekt wird in Kürze ausgeschrieben und soll dann zügig umgesetzt werden.


Der Bau des neuen Grabensystems und des Sperrwerks ist der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes zum Hochwasserschutz. Projektentwickler ist der frühere Bauamtsleiter Manfred Seidlitz, mit der Planung hatte die Stadt das Ingenieurbüro Frilling und Rolfs beauftragt. Das Konzept ist mittlerweile umsetzbar. Berechnungen einer Ingenieurgesellschaft belegen, dass die Maßnahmen geeignet sind, die Innenstadt bei sehr starken Regenfällen wirkungs-voll vor Hochwasser zu schützen. Außerdem werden durch die Umsetzung des Konzepts die Gewässer aus ökologischer Sicht erheblich aufgewertet.