Die Stadt Vechta hat die die Theodor-Heuss-Straße wieder für den Verkehr freigegeben. In den vergangenen Wochen musste die Straße wegen Kanalbauarbeiten für ein zukunftsweisendes Hochwasserschutzprojekt gesperrt bleiben. Die beauftragte Baufirma setzt die Arbeiten im Bereich der Straße Vechtaer Marsch fort. Diese wird nach Stand der Dinge für circa fünf Wochen (Mitte Juni) gesperrt. Die Baustelle ist örtlich zu umfahren.

 

Die Asphaltdeckschicht im Baustellenbereich der Theodor-Heuss-Straße wird zu einem späteren Zeitpunkt hergestellt – zeitgleich mit der Deckschicht für die Straße Vechtaer Marsch nach Ende der Bauarbeiten in dem Bereich.

 

Wie in der Theodor-Heuss-Straße werden unterhalb der Straße Vechtaer Marsch große Betonrahmen-Elemente verlegt. Diese sind Teil eines neuen Kanal- und Grabensystems, mit dem der Zitadellengraben an den Vechtaer Marschgraben angeschlossen wird.

 

Im Hochwasserfall kann der Wasserspiegel in der Zitadelle dank dieser Maßnahme bald deutlich abgesenkt werden. Das Wasser aus den in den Zitadellengraben einmündenden Regenwasserkanälen kann dadurch frei durch das neue Grabensystem auslaufen. Im Bereich des Vechtaer Marschgrabens werden zusätzlich 100.000 Kubikmeter Stauraum generiert, wodurch auch der Unterlauf des Moorbaches entlastet wird. So wird die Überflutungsgefahr für die Innenstadt insgesamt, speziell aber für die Bereiche westlich der Kolpingstraße und südlich der Falkenrotter Straße erheblich entschärft.

 

Info: Die Kosten für den Bau des neuen Grabensystems liegen bei rund 1,1 Millionen Euro. Das NLWKN mit Sitz in Oldenburg hat das Projekt auf Antrag der Stadt Vechta in das Förderprogramm „Hochwasserschutz im Binnenland“ aufgenommen. Es übernimmt 70 Prozent der Kosten: 764.600 Euro. Mit der Fertigstellung ist Ende Juni 2017 zu rechnen. Anschließend muss lediglich noch ein Zwischengraben angelegt werden, was aufgrund von Brut- und Setzzeiten heimischer Vogelarten aus ökologischen Gründen nicht vor dem 1. August möglich ist. Der Bau des neuen Grabensystems und des Sperrwerks ist der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes zum Hochwasserschutz. Berechnungen einer Ingenieurgesellschaft belegen, dass die Maßnahmen geeignet sind, die Innenstadt bei sehr starken Regenfällen wirkungsvoll vor Hochwasser zu schützen. Außerdem werden durch die Umsetzung des Konzepts die Gewässer aus ökologischer Sicht erheblich aufgewertet.