Die Stadt Vechta schließt Ende dieser Woche den ersten Teil der Bauarbeiten zum Hochwasserschutzprojekt ab. Die Straße Vechtaer Marsch, die zurzeit gesperrt ist, wird wieder freigegeben, nachdem dort die Fahrbahn asphaltiert worden ist. Auch im Baustellenbereich der Theodor-Heuss-Straße stellt die Baufirma die Asphaltdecke wieder her. Ab Anfang Juli legen Mitarbeiter der Stadt auch den dortigen Spielplatz neu an und stellen die Spielgeräte auf.

 

In den vergangenen Wochen mussten beide Straßen nacheinander wegen der Kanalbauarbeiten für das zukunftsweisende Hochwasserschutzprojekt gesperrt werden. Unterhalb der Straßen wurden große Betonrahmen-Elemente verlegt. Diese sind Teil eines neuen Kanal- und Grabensystems, mit dem der Zitadellengraben an den Vechtaer Marschgraben angeschlossen wird. Das Bauprojekt ist nicht ganz abgeschlossen. Es wird nach dem 1. August ein vorhandener Zwischengraben aufgeweitet und vertieft, was aufgrund von Brut- und Setzzeiten heimischer Vogelarten aus ökologischen Gründen nicht vorher möglich ist.

 

Im Hochwasserfall kann der Wasserspiegel in der Zitadelle dank dieser Maßnahme bald deutlich abgesenkt werden. Das Wasser aus den in den Zitadellengraben einmündenden Regenwasserkanälen kann dadurch frei durch das neue Grabensystem auslaufen. Im Bereich des Vechtaer Marschgrabens werden zusätzlich 100.000 Kubikmeter Stauraum generiert, wodurch auch der Unterlauf des Moorbaches entlastet wird. So wird die Überflutungsgefahr für die Innenstadt insgesamt, speziell aber für die Bereiche westlich der Kolpingstraße und südlich der Falkenrotter Straße erheblich entschärft.

 

Info: Die Kosten für den Bau des neuen Grabensystems liegen bei rund 1,1 Millionen Euro. Das NLWKN mit Sitz in Oldenburg hat das Projekt auf Antrag der Stadt Vechta in das Förderprogramm „Hochwasserschutz im Binnenland“ aufgenommen. Es übernimmt 70 Prozent der Kosten: 764.600 Euro. Der Bau des neuen Grabensystems und des Sperrwerks ist der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes zum Hochwasserschutz. Berechnungen einer Ingenieurgesellschaft belegen, dass die Maßnahmen geeignet sind, die Innenstadt bei sehr starken Regenfällen wirkungsvoll vor Hochwasser zu schützen. Außerdem werden durch die Umsetzung des Konzepts die Gewässer aus ökologischer Sicht erheblich aufgewertet.