Über die Kritik der SPD-Fraktion an der Verkehrsplanung im Bereich Bremer Tor kann man sich nur wundern. Wenige Tage bevor eine geplante und mit der Politik vereinbarte Verkehrserhebung beginnt, stellt die Fraktion über die Medien plötzlich ein Konzept als ihr eigenes vor, das ausschließlich auf bereits bekannten Feststellungen aus dem Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Vechta basiert.

Dass die SPD der Stadtverwaltung dabei plötzlich Versäumnisse in der Planung vorwirft, veranlasst uns dazu, die Öffentlichkeit über den Sachstand frühzeitig aufzuklären.

 

Zielsetzung und Vorgehen: Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen am 11. Mai 2016 wurde beschlossen, Vorschläge für zeitlich begrenzte Verkehrsversuche am Bremer Tor auf deren Umsetzbarkeit zu prüfen. Zielsetzung ist dabei eine Optimierung der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer.

Im weiteren Verlauf der Planungen wurde festgelegt, dass eine detaillierte Analyse des Ist-Zustandes vor und während der Verkehrsversuche zu erfolgen hat. Dabei sollen neben Verkehrserhebungen, die per Videotechnik durchgeführt werden, auch die Rückstausituation und besondere Konflikte analysiert werden.

 

Richtiger Zeitpunkt: Eine Beurteilung der möglichen Verkehrsauswirkungen ist ohne eine Betrachtung des Stadtringes nicht möglich. Aufgrund der Baustellensituation in den vergangenen Monaten konnten keine repräsentativen Verkehrsuntersuchungen durchgeführt werden. Eine Verkehrszählung zum Jahreswechsel bzw. Jahresanfang wurde wegen Witterung bzw. der Urlaubs- und Feiertagsverkehre ebenfalls ausgeschlossen.

Wie geplant sollen die Verkehrserhebung ab Montag (6. März) zunächst bis Donnerstag (9. März) an bis zu 14 Stellen im Bereich der Innenstadt und dem Stadtringes erfolgen. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und Vorschläge für Verkehrsversuche erstellt.

 

Gute Vorbereitung und behutsame Umsetzung: Die Versuche müssen gut vorbereitet werden. Ein Verkehrsversuch, der sich gegebenenfalls zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt, kann nicht das Ziel sein. Nach erfolgreicher Auswertung der Verkehrserhebung soll über die geplanten Versuche im Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen Anfang Mai beraten werden.

Die Umsetzung kann im Anschluss vorbereitet werden. Von der Testphase erhofft sich die Stadtverwaltung, die notwendigen Erkenntnisse zu gewinnen, um eine Akzeptanz in der Bevölkerung erzielen zu können.

Wir gehen davon aus, dass jeder der geplanten zwei Verkehrsversuche ca. ein halbes Jahr laufen wird, sodass im Sommer 2018 über die Ergebnisse in den Gremien vorstellen können.

 

Weitere Ausbauprojekte sind nötig: Vor der baulichen Umgestaltung des Bremer Tores sind vorrangig zunächst andere Bauvorhaben umzusetzen: der Ausbau der Oyther Straße, der Ausbau der Kolpingstraße, der Ausbau und die Optimierung des Stadtringes; der im Rahmen des Radverkehrskonzeptes bereits vorgestellte Baustein zur Optimierung des Knotenpunktes Falkenrotter Straße/Kolpingstraße.

Im Zuge der Umgestaltung des Bremer Tores ist ein neuer Regenwasserhauptsammler zu verlegen, für dessen Bau in den nächsten Jahren zunächst Vorkehrungen im nachfolgenden Kanalnetz geschaffen werden müssen.

Auch aus diesen Gründen ist mit einer baulichen Umgestaltung des Bremer Tores erst mittelfristig zu rechnen.

 

Kein akuter Handlungsbedarf: Das Bremer Tor mag zu Stoßzeiten zwar erheblich belastet sein, ein unmittelbarer Handlungsbedarf zur kurzfristigen Verbesserung der Verkehrsverhältnisse besteht jedoch nicht. Vielmehr geht es darum, eine nachhaltige Lösung für alle Verkehrsteilnehmer zu finden, bei der Fußgänger- und Radfahrerverkehre gestärkt werden. Schnellschüsse und Provisorien helfen dabei nicht.

 

Langfristige Lösung als Ziel: Ob ein Minikreisel-Versuch in Betracht kommt, ist fraglich. Das Thema Minikreisel wird in der Bevölkerung und in Fachkreisen im Hinblick auf die Sicherheit kontrovers diskutiert. Es gibt Beispiele, an denen nachträglich nachgebessert werden muss. z. B. Kreisel in Erfurt, siehe auch  www.youtube.com/watch.

Die von der SPD angestrebte schnelle Lösung kann es daher nicht geben. Nach Auffassung des beauftragten Planungsbüros und der Stadtverwaltung liegt am Bremer Tor eine besondere Verkehrssituation vor, die nicht zwangsläufig mit Mini-Kreisel-Lösungen zu verbessern ist. Vielmehr sollte die Zielsetzung sein, den Stadtring zu stärken, um ungewollte Durchgangsverkehre – ohne Zielrichtung Innenstadt - um das Bremer Tor herumzuführen. Dadurch kann Raum für eine tatsächliche Stärkung von Fußgänger und Radfahrerverkehren geschaffen werden.