In Köln ist eine neue Sammlung mit bisher unbekannten Texten des Vechtaer Schriftstellers Rolf Dieter Brinkmann aufgetaucht: Die Sammlung des Malers Henning John von Freyend haben Professor Dr. Markus Fauser (Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann, Universität Vechta) und Bürgermeister Helmut Gels am Freitag (29. September) im Rathaus Vechta erstmals der Öffentlichkeit vollständig präsentiert.

 

Die insgesamt zehn Bücher, die mit finanzieller Hilfe von Sponsoren und mit Unterstützung durch die Stadt Vechta erworben werden konnte, stammen aus der Zeit von 1971 bis 1975. Sie enthalten neben Skizzen, Collagen und Bildern des Malers Henning John von Freyend über 300 Seiten Briefe und Postkarten des in Vechta geborenen bedeutenden Schriftstellers Rolf Dieter Brinkmann (1940 bis 1975). Die Dokumente eröffnen erstmals einen intimen Blick in die Literatur- und Kunstszene aus der Zeit der Pop-Art und kurz danach.

 

Professor Fauser ordnet die Sammlung als einzigartiges Kulturgut mit enormer Bedeutung für die Region Vechta ein. Die Quellen sollen einen völlig neuen Einblick in das Schaffen Brinkmanns gewähren, vor allem in der Auseinandersetzung mit seinem Künstlerfreund von Freyend, den Brinkmann 1969 kennenlernte. Der Maler hat ein Porträt angefertigt, das Brinkmann in dieser Phase zeigt. Fauser übergab das Werk als Geschenk an die Stadt Vechta. Bürgermeister Gels versprach, es an einem prominenten Platz im Rathaus auszustellen.   

 

Fauser erläuterte die Verbindung zwischen Brinkmann und der jungen Künstlergruppe um Henning John von Freyend. Die Sammlung ermögliche neue Einblicke in „die Beziehung dieser Künste, die wir nun studieren können“.

 

Bürgermeister Gels dankte der Arbeitsstelle, die als an die Unibibliothek angegliederte Einheit in ihrem Sondersammelgebiet seit mehr als 20 Jahren das Leben und Werk des literarischen Künstlers dokumentiert und der Öffentlichkeit präsentiert. In Vechta habe sich eine Bewusstseinsveränderung in Bezug auf Rolf Dieter Brinkmann vollzogen, erklärte Gels: „Er hat die Bedeutung als einer der großen Künstler der Neuzeit erhalten, die er verdient hat.“ Dies sei auch Fauser zu verdanken, der immer wieder fündig werde und Verhandlungen über Werke Brinkmanns erfolgreich abschließe. Es sei das gemeinsame Ziel, den Schriftsteller immer wieder neu zu erschließen und für nachfolgende Generationen zu erhalten, sagte Gels. 

 

Die Stadt Vechta sei sich dieser Verantwortung bewusst, auch wenn sie für den Kauf der Sammlung diesmal keine finanziellen Mittel habe beisteuern müssen, da Fauser genügend Sponsoren habe auftreiben können. Zu den Förderern gehören die Stiftung Niedersachsen, die VR-Stiftung der Volksbank Vechta, die Kulturstiftung der Öffentliche Versicherungen, die Bürgerstiftung Vechta, die Oldenburgische Volkszeitung und die Universitätsgesellschaft.