Anlässlich des 80. Geburtsjahres von Schriftsteller Robert Gernhardt findet am 25. November (Samstag) um 19.30 Uhr im Metropol-Theater in Vechta der Rezitationswettbewerb mit anschließender Preisverleihung statt.


Der in dieser Form in der Bundesrepublik einmalige Wettbewerb ist ein Kooperationsprojekt der Universität Vechta, der Gemeinde Visbek und der Stadt Vechta und findet bereits zum 10. Mal statt.


Der Wettbewerb besteht aus zwei öffentlichen Teilen. Am Nachmittag um 15 Uhr werden die Kandidaten im Metropol-Theater vor einer Fachjury auftreten und in einer Sprechzeit von bis zu 10 Minuten die Texte frei vortragen. Die drei besten Kandidaten werden am Abend mit einem Preis ausgezeichnet. Im Rahmen der Preisverleihung werden alle Bewerber nochmals auf der großen Theaterbühne gegeneinander antreten und um den Publikumspreis wetteifern. Moderiert wird dieser Abend von Olaf Strieb, Intendant der Landesbühne Niedersachsen Nord.


Karten für die Veranstaltung gibt es im Rathaus der Stadt Vechta, Burgstraße 6, Tel. 04441/886-405, der Gemeinde Visbek, Rathausplatz 1, Tel. 04445/8900-13, bei der Buchhandlung Vatterodt, Große Straße. 58, Tel. 04441/921883 sowie an der Abendkasse. Der Eintritt beträgt 4 Euro.


Weitere Informationen zu Robert Gernhardt:

Robert Gernhardt wurde als Sohn eines Richters und einer Chemikerin in Reval geboren. Nach Abschluss seiner Schulausbildung 1956 studierte Gernhardt Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und der Akademie der Künste in Berlin sowie Germanistik an der FU Berlin. Seit 1964 lebte er als freiberuflicher Maler, Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Am 30. Juni 2006 erlag er in Frankfurt einer Darmkrebserkrankung, von der er seit Juli 2002 Kenntnis hatte. Von April 1964 bis Dezember 1965 war Gernhardt Redakteur der Satirezeitschrift Pardon, bei der er 1964 einer der Mitbegründer der Nonsensbeilage Welt im Spiegel war, die bis 1976 erschien und die neuere humoristische Literatur erheblich und maßgeblich beeinflusste. In den 1980er Jahren war Gernhardt gemeinsam mit Bernd Eilert und Peter Knorr unter dem Kürzel GEK-Gruppe Co-Autor diverser Otto-Shows. Er gab auch Bücher von Otto Waalkes heraus und war am Drehbuch von vier "Otto-Filmen" beteiligt.


Schon seit Beginn der 1980er Jahre veröffentlichte Gernhardt Gedichte (Wörtersee, 1981) und wurde im Laufe der 1990er Jahre zunehmend auch von der Kritik als bedeutender Lyriker anerkannt. Zu nennen sind vor allem die Gedichtbände Weiche Ziele (1994), Herz in Not (1996), Lichte Gedichte (1997), Die K-Gedichte, (2004) und Später Spagat (2006 posthum erschienen).


Er gilt heute als einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter deutscher Sprache. Sein Werk hat sich dabei von den Nonsens-Versen und den humoristischen Formen der 1960er und 1970er Jahre zu einer vielseitigen Lyrik weiterentwickelt, die Gernhardt auch stets um neue Töne erweiterte.