Scala and Kolacny Brothers scheut nicht den großen Auftritt. Der belgische Mädchenchor unter der Leitung von Stijn und Steven Kolacny füllt Konzerthäuser in Antwerpen, New York und Berlin – und weiß auch in Vechta sein Publikum zu fesseln. Im Innenhof der JVA für Frauen applaudieren die Zuschauer auch nach der dritten Zugabe mit Standing Ovations. Bereits im Jahr 2012 traten die stimmstarken Sängerinnen hier auf. Das diesjährige Konzert war innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.

Der international erfolgreiche Indie-Rock-Chor überzeugt seit 20 Jahren mit seinem Konzept. Bekannte Pop- und Rockklassiker interpretieren die Sängerinnen auf ihre eigene, unverwechselbare Art und Weise neu. Begleitet werden sie von Steven Kolacny am Klavier - und bei einigen Songs vom Schlagzeug und Synthesizern. In Szene gesetzt mit gekonnten Lichteffekten.  


Beim Konzert in der JVA für Frauen gehen besonders die eindringlich gesungenen Coverversionen unter die Haut. Die Zuschauer werden im abwechslungsreichen Programm immer wieder überrascht. „California Dreamin“ von „The Mamas & The Papas“ kommt bei Scala mit ganz leisen und zarten Tönen aus, die Rammsteins „Engel“ einige Momente danach besonders böse klingen lassen. Auf eine dunkel anmutende Eigenkomposition mit maskierten Gesichtern folgt Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Der Chanson-Klassiker hinterlässt die Zuschauer mit einem Lächeln. Doch auch ein deutlich ausgerufenes „Arschloch“ im „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten kauft man den Mädchen problemlos ab.  


Nicht zuletzt überzeugen die charismatischen Kolacny-Brüder. Dirigent Stijn Kolacny führt die Zuschauer in fließendem Deutsch durchs Programm und unterhält sie mit humorvollen Sticheleien gegen seinen Bruder. Am Ende fordert Steven Kolacny nicht weitere fünf Jahre auf einen Auftritt in Vechta warten zu müssen. Damit wickelt er das Publikum endgültig um den Finger.