Eine Schnupperstunde ins Mittelalter – das klingt nett, aber um das Mittelalter zu verstehen, benötigen Schüler mehr als nur die Informationen aus ihrem Lehrbuch. Deshalb fuhren die Siebtklässler des Gymnasiums Antonianum Vechta zum naheliegenden Museum im Zeughaus. Auf vier verschiedenen Stationen bekamen sie spielerisch einen Einblick in die Zeit der Ritter mit ihren Burgen. Etwa eine Stunde hatten die Schüler jeweils Zeit, sich mit einem Thema zu befassen. So ließ ein Lehrer die Schüler in der ersten Station in Gruppen eine Führung durch ein mittelalterliches Kloster ausarbeiten, das sie dann gemeinsam an einem Tageslichtprojektor besuchten.


Die zweite Station bot den Schülern die Lebensverhältnisse auf dem Land im Mittelalter: Wie hat man damals gelebt? Wie haben die Leute ihr Geld verdient? Und was haben sie damals gegessen?


Die dritte Station befasste sich mit den Marktrechten und dem System der Zünfte. Eine engagierte Lehrerin animierte die Schüler dazu, ein kleines Rollenspiel zu entwickeln, in dem typische Szenen dargestellt wurden, die womöglich einmal auf einem Markt des dreizehnten Jahrhunderts geschehen sein könnten.


Die letzte Station übernahm der Leiter des Museums im Zeughaus, Axel Fahl-Dreger. Er führte die Schüler in ihren Klassenverbänden in den Zitadellenpark und hinauf in die Rekonstruktion des Burgturms von Castrum Vechtense des elften Jahrhunderts. Er erklärte, wie das Lehnswesen funktionierte und wer auf einer Burg gelebt hat.


Grund für diesen spontanen Projekttag für die zwölf und dreizehn Jahre alten Schüler war der veränderte Unterrichtsplan, der für den Umstieg vom zwölfjährigen zum dreizehnjährigen Abitur entwickelt wurde. Dies beinhaltet die Verschiebung des Themas „Mittelalter“ vom Jahrgang sieben zum Jahrgang sechs. Dieser siebte Jahrgang sollte demnach das Thema überspringen.


„Ich bin eigentlich nur hier, weil ich muss, aber es ist echt cool hier“, sagte ein Schüler, als er vom Zitadellenpark ins Zeughaus zurückkehrte, um die nächste Station anzugehen. Auch die Lehrkräfte schienen Spaß an diesem eher ungewöhnlichen Tag zu haben. So versicherte ein Lehrer: „Die Schüler haben gut mitgemacht, das freut mich. Allerdings war das heute auch nur zum Reinschnuppern. Das heißt nicht, dass sie das Mittelalter verstanden haben.“


Dennoch konnten sich die Schüler ein Bild machen, wie ihre Vorfahren einst gelebt haben. Aufgrund der positiven Erfahrung, welche sowohl Schule als auch Museum mit diesem Projekttag gemacht haben, könnten andere Schulen an etwas Ähnlichem Interesse haben. Auf jeden Fall ist dies etwas, was das Museum im Zeughaus Vechta in sein Programmangebot in Zukunft mit aufnehmen wird.