Die Stadt Vechta macht jetzt ernst: In den kommenden Tagen wird sie im Bereich des Bahnhofs und der Bushaltestellen erneut darauf hinweisen, dass abgestellte Fahrräder nicht die Verkehrssicherheit von Reisenden und Passanten gefährden dürfen. Leider wird dies nach wie vor von vielen missachtet. Bis zum Ablauf einer Frist (bis 20. Dezember) haben die Besitzer letztmals die Möglichkeit, ihre Räder zu entfernen und sich darauf einzustellen, sie auf dem dafür vorgesehenen provisorischen Fahrradparkplatz neben dem Park+Ride-Parkplatz abzustellen. Ab dem 20. Dezember wird die Stadt widerrechtlich geparkte Fahrräder konsequent entfernen. Schilder weisen vor Ort auf die Frist hin; Mitarbeiter der Stadt bringen zudem Infoschreiben an den jeweiligen Fahrrädern an.

 

Die Stadtverwaltung sieht keine andere Möglichkeit: Denn bei dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) handelt es sich um einen barrierefreien Halteplatz, der ausschließlich dem öffentlichen Bus- und Taxiverkehr zur Personenbeförderung dient und daher geschützt werden muss. „Fahrräder haben dort nichts zu suchen“, sagt Vechtas Erster Stadtrat Josef Kleier, Fachbereichsleiter für den Bereich Bürger- und Ordnungsdienste. Auf der Halteinsel gilt ein generelles Abstellverbot. Auch beim Park+Ride-Parkplatz für Autos dürfen keine Fahrräder abgestellt werden. Dies stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend geahndet werden muss.

 

Leider haben viele Fahrradbesitzer in den vergangenen Wochen mehrmalige Aufforderungen ignoriert. Sie nehmen keine Rücksicht auf andere Reisende und erschweren unter anderen Rollstuhlfahrern, älteren Menschen und Sehbehinderten das sichere Ein- und Aussteigen. Fahrräder wurden zum Beispiel auch auf den in Weiß hervorgehobenen taktilen Bodenleitsystem geparkt: Die Rillen dienen Sehbehinderten als Orientierung am Bahnsteig beziehungsweise an der Bushaltestelle. Gleiches gilt für Bereiche mit abgesenkten Bordsteinen: Sie sollen es Rollstuhlfahrern und älteren Menschen mit Rollatoren erleichtern, zum Bus oder zur Bahn zu gelangen.

 

Mitarbeiter der Stadt werden die widerrechtlich geparkten Fahrräder umsetzen. Besitzer finden diese auf dem oben genannten Fahrradparkplatz wenige Meter weiter nördlich wieder. Sollten die Fahrräder jedoch zum Beispiel an einem Geländer angeschlossen worden sein, muss das Schloss aufgebrochen werden. Die Fahrräder werden in diesen Fällen zum neuen städtischen Bauhof in Calveslage, Am Südfeld 30, transportiert und dort verwahrt, bis die Besitzer sie abholen. Dies ist zum Schutz vor Diebstahl nur gegen Vorlage des Personalausweises und des Kaufvertrages mit eingetragener Rahmennummer bzw. gegen Vorlage des Schlüssels für das Fahrradschloss möglich.

 

Für die Auslösung eines Fahrrades beim städtischen Bauhof fällt eine Gebühr (gemäß der Niedersächsischen Allgemeinen Gebührenordnung Nr. 108.3.2) in Höhe von 50 Euro an. Die Fahrräder werden während der Öffnungszeiten des Bauhofs herausgegeben. Erreichbar sind die Mitarbeiter unter der Rufnummer 04441/886-631.

 

Die Stadt geht aber davon aus, dass sich die Verhältnisse bis zum 20. Dezember entscheidend bessern, und appelliert noch einmal an alle, Rücksicht auf die übrigen Verkehrsteilnehmer zu nehmen.