Zum 01.06.2015 wird die Stadt Vechta „Untere Bauaufsichtsbehörde“ für ihr Stadtgebiet. Diese Aufgabe wurde ihr im Januar vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung übertragen. Einen entsprechenden Antrag hatte die Stadt nach einem vorgehenden Ratsbeschluss gestellt. Das bedeutet für Bauherren in Vechta, dass sie sich mit ihren Angelegenheiten künftig nur noch an die Stadt wenden. „Wir begleiten die Vorhaben von Anfang bis Ende“, erklärt Bürgermeister Helmut Gels. „Bislang schafft die Stadt lediglich die rechtlichen Grundlagen, z.B. mit dem Aufstellen von Bebauungsplänen. An der Genehmigung sei sie beteiligt worden, nun entscheide sie eigenverantwortlich. Bei uns befindet sich dann alles in einer Hand und für die Bauherren werden die Wege kürzer“ so Gels weiter. Neue Leiterin des Fachdienstes im Rathaus wird Monique Fischer-Schulte. Die Baurätin leitete zuvor das Baubürgerbüro der Stadt Wolfsburg. „Ich freue mich auf meine neue Tätigkeit“ so Fischer-Schulte, „schließlich ist es eine reizvolle Aufgabe, den Aufbau eine Behörde von Anfang an verantwortlich zu begleiten“. Dabei will sie aber auf die kompetente Unterstützung aus dem bisher für Vechta zuständigen Kreishaus nicht verzichten. „Insbesondere zu Beginn werden wir die Amtshilfe der erfahrenen Kollegen dort in Anspruch nehmen“ so Fischer-Schulte. Mit Frank Kleene, dem Leiter des Bauordnungsamtes im Kreishaus stehe sie bereits seit einigen Wochen im engen Kontakt. Zudem hospitiere eine Mitarbeiterin derzeit beim Landkreis. Die Untere Bauaufsichtsbehörde ist weiter auch für den Denkmalschutz zuständig und für die Abnahme sogenannter „fliegender Bauten“, z.B. Zelte und Karussells auf dem Stoppelmarkt oder Konzertbühnen bei Großevents. Bei all diesen Aufgaben steht der neuen Leiterin ein fünfköpfiges Team zur Seite. Bürgermeister Gels sieht die dauerhafte Wirtschaftlichkeit der Unteren Bauaufsichtsbehörde gesichert, schließlich gingen die Daten des Landkreises von 800 bis 1000 Fällen pro Jahr aus. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Übernahme der neuen Aufgabe keineswegs damit zu tun, dass die Stadt mit der Arbeit des Landkreises unzufrieden sei. Kreisrat Holger Böckenstette sagte, dass die Abgabe der Aufgaben eine Entlastung bedeute, denn nicht selten sei man dort mit dem Abarbeiten der Anträge an personelle Grenzen gestoßen. So habe eine Prüfung in 2014 ergeben, dass die Bauverwaltung des Landkreises eine extrem hohe Anzahl von Fällen mit geringem Personalbestand zu bewältigen hat. Ziel sei es jetzt, Anträge kreisweit noch effizienter als bisher schon bearbeiten zu können. Gels und Böckenstette betonten zudem, dass sich Stadt und Landkreis auch weiterhin über Bauvorhaben abstimmen werden, um einheitlich zu entscheiden. Es gelte für beide Behörden die gleiche Rechtsgrundlage. „Wir werden genauso prüfen, denn jede Genehmigung unterliegt einer gewissen Verantwortung“ so Gels.