Der angespannte Wohnungsmarkt, knappe Flächen für Baugebiete und zunehmende Bevölkerungsprognosen stellen die Stadt Vechta vor neue Herausforderungen bei der Bereitstellung von Wohnraum. Ein überarbeitetes städtebauliches Konzept zeigt Lösungen auf: Verträgliche Nachverdichtung im Innenstadtbereich verhindert ungewollte Verdichtungen – in einer dem Stadtbild und der Stadtstruktur verträglichen Art und Weise.  


In dem zukunftsorientierten Konzept erhalten Bauherren klare Vorgaben, wie viele Wohnungen sie auf einem Grundstück in einem bestimmten Gebiet bauen dürfen. Die Anzahl der Gebäude wird begrenzt. Nachbarschaftskonflikte und Änderungen im Charakter verschiedener Gebiete werden vorgebeugt; innerstädtische Flächen effizient genutzt.


Die Idee der Nachverdichtung ist einfach - sie beinhaltet zum Beispiel die Bebauung von freien Flächen und Baulücken und die Nutzung von Grundstücken, die durch Abrisse frei werden. Dies entspricht den Vorgaben der Bundesregierung den Flächenverbrauch zu reduzieren und sparsam mit Grund und Boden umzugehen; vornehmlich durch die Nutzung innerörtlicher Flächen. Bürgermeister Helmut Gels kann dem nur zustimmen: „Mit dem Verdichtungskonzept gehen wir eine unserer drängendsten Fragen an: Wie bedienen wir die hohe Nachfrage nach Wohnraum und gehen gleichzeitig verantwortungsvoll mit unseren Flächen um; verschonen möglichst die grüne Wiese?“


Bereits im Jahr 2011 hatte die Stadt Vechta hierzu ein Konzept aufgestellt. Dies begrenzte die erlaubte Wohnungszahl pro Gebäude. Jedoch sind zum Teil Vorhaben realisiert worden, die zwar die festgelegte Wohnungsanzahl eingehalten haben – aber auf Grundlage geltenden Baurechts die zur Verfügung stehende Grundstücksfläche vollständig ausnutzten. So bauten Investoren einfach zwei Häuser auf einem Grundstück, um mehrere Wohnungen errichten zu können. Dies passte nicht immer ins vorhandene Stadtbild.


Um dies aktiv zu schützen, sind im aktualisierten Konzept verschiedene Zonen definiert, die genaue Vorgaben machen. Die maximale Anzahl an Wohnungen richtet sich jetzt auch nach der Grundstücksgröße. So deckt Zone 1 Siedlungen mit überwiegend freistehenden Einfamilienhäusern ab. Pro 400 m² Baugrundstücksfläche dürfen dort maximal eine Wohnung und maximal 2 Wohnungen pro Wohngebäude errichtet werden. Die Anzahl erlaubter Gebäude sind durch das neue Konzept begrenzt. Vorhandene Siedlungsstrukturen werden geschützt. Bauvorhaben können im Notfall durch den Einsatz städtebaulicher Sicherungsinstrumente zurückgestellt werden.


Das neue, vom Rat der Stadt Vechta beschlossene, Konzept findet auch im Ortsteil Langförden Anwendung, da die starke Nachfrage nach Wohnraum im gesamten Stadtgebiet spürbar ist.

Erarbeitet hat die Stadt das Konzept gemeinsam mit dem Planungsbüro NWP aus Oldenburg.


Interessierte finden die Konzepte für Vechta und den Ortsteil Langförden, die Begründungen und Anwendungsbeispiele der Zonen hier.