Bis zum 22. Mai ist im Museum im Zeughaus noch die Ausstellung „Vechta ins Gesicht geschaut“ zu sehen. Sie zeigt 50 Menschen aus verschiedenen Jahrtausenden, die Vechta geprägt haben. Ein Autoren-Team um Museumsleiter Axel Fahl-Dreger lässt die 37 Männer und 13 Frauen zu den Besuchern sprechen. Das Schreiberteam hat nach gründlicher quellenbasierter Recherche Kurzbiographien in der Ich-Form verfasst. Alle beziehen die jeweilig zeitlich geprägten politischen und gesellschaftlichen Umfelder mit ein. So ist eine spannende Dokumentation entstanden, die zu den Öffnungszeiten des Museums - dienstags bis sonntags 14.00 bis 18.00 Uhr - in der zweiten Etage zu sehen ist.


Die Auswahl ist vielschichtig. Zu den Gesichtern gehören der langjährige Bürgermeister Bernd Kühling (1926 bis 2010) ebenso wie der Komponist Andreas Romberg (1767 bis 1821) und der Rittmeister Lambert Sprengepiel aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Prägend für Vechta war nach Meinung des Forscherteams auch Melchers Anna, eine Frau aus den ärmeren Schichten der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg. Grundlage war für die Autoren ein Bildnis von Anna Melchers, das der Maler Otto Pankok 1918 gefertigt hatte. Er wollte den einfachen Leuten ein Denkmal setzen und festhalten, wie sie lebten und arbeiteten. In diese Reihe passt auch Martin Taubenheim, der von 1959 bis zu seinem Tod 1984 als Straßenfeger in Vechta wirkte. Die Stadt hat ihm in der Innenstadt bekanntlich ein Denkmal gesetzt. 


Es gehe in der Ausstellung aber nicht darum, die Menschen zu würdigen, erklärt Fahl-Dreger. Das Museumsteam spreche bewusst davon, dass die dargestellten Personen Vechta geprägt hätten, auch in negativer Weise - wie der von den Nazis zwischen 1939 und 1945 eingesetzte Bürgermeister Georg Quathammer. „In die Ausstellung wurden auch Personen aus der Zeit des Nationalsozialismus aufgenommen, von deren politischen und gesellschaftlichen Handeln sich das Museum in jeder Form distanziert, sich nicht mit ihnen einverstanden erklären kann“, erklärt Fahl-Dreger.   


Ein vollständiges Bild von Persönlichkeiten aus Vechta, das betont er, zeigt die Ausstellung nicht. Sie ist ein Anfang. Falls Besuchern weitere Personen bekannt sind und sie möglicherweise über diese berichten können oder zu diesen Quellen und Informationen besitzen, freut sich das Museumsteam über entsprechende Hinweise.