Bild: Horst Krogmann

Museum Vechta

Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms referiert

veröffentlicht: am 12.04.2018     Freizeit und Sport

Buchhaltung und Krankenmord in der oldenburgischen Heil- und Pflegeanstalt Wehen: Ingo Harms forschte dazu und stellt Ergebnisse vor.

Am 17. April (Dienstag) wird der Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms (Universitäten Heidelberg und Oldenburg) auf Einladung des Museums Vechta um 19 Uhr zum Thema „Buchhaltung und Krankenmord“ einen Vortrag im Museum im Zeughaus halten.

In der oldenburgischen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen wurden während des Nazi-Regimes Hunderte von Patienten ermordet. Es war einer der größten NS-Massenmorde im Nordwesten, und er wurde von Ärzten und Pflegern verübt. Doch dahinter standen mächtige Wirtschaftsinteressen.
Im Auftrag der Gedenkstätte Wehnen und des Internationalen Fluchtmuseums erforscht der Oldenburger Medizinhistoriker Ingo Harms diese Zusammenhänge. Anhand der Buchführung des damaligen Fürsorgeverbandes zeigt er, wie aus Pflegegeldern Vermögen gebildet wurden, von dem viele Einrichtungen in der Region profitiert haben, während die Kranken an Hunger und Vernachlässigung zugrunde gingen. Die Spuren dieses Verbrechens führen bis in deutsche Verwaltungszentren der besetzten Niederlande.
Als erstes Ergebnis der Untersuchung wurde die Publikation „Buchhaltung und Krankenmord“ (Verlag der Universität Oldenburg, 2016) herausgegeben. Die aktuellen Forschungsschritte stellt Ingo Harms in Form eines „Werkstattberichts“ in Vechta im Museum im Zeughaus dar.

Der Eintritt in das Museum und die Teilnahme an dem Vortrag sind kostenfrei.