Mit einer 30-stündigen Transport- und Montage-Aktion kommt der Bau der Brücke am Vechtaer Bahnhof entscheidend voran: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (30. Juni) liefert ein Schwertransport ein 36 Meter langes und 50 Tonnen schweres Brückenteil an, dieses wird in der Nacht zu Samstag (1. Juli) oberhalb der Bahnschienen installiert. Interessierte können die Installation des Brückenteils am Freitag ab circa 22.30 Uhr verfolgen. Der Baustellenbereich ist zwar abgesperrt, die Arbeiten lassen sich aber aus sicherer Entfernung gut beobachten. Wie lange die Bauarbeiter benötigen, das Brückenteil zwischen einem 15 Meter hohen Betonpylon und einem Stahlrahmen einzuhängen, lässt sich nicht genau abschätzen. Die Arbeiter müssen mit Hilfe eines 500-Tonnen-Krans und eines 80-Tonnen-Krans Präzisionsarbeit leisten.

 

Die Firma Rohlfing hat das Stahlelement in einer Halle in Stemwede angefertigt. Von dort wird es per Schwertransport nach Vechta zu seinem Bestimmungsort gefahren. Die Bahnstrecke ist in Richtung Osnabrück in dieser Zeit aufgrund von Gleisarbeiten ohnehin gesperrt. Vechta ist seit dem 21. Juni vorübergehend zu einem Kopfbahnhof für Verbindungen in Richtung Bremen geworden: in Richtung Osnabrück wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Daher haben die Brückenarbeiten in der Nacht zum 1. Juli keinen Einfluss auf die aktuellen Verbindungen der Nordwestbahn.

 

Das Brückenbauwerk wird nach der Fertigstellung Ende des Jahres insgesamt 306 Meter lang sein: eine 46 Meter lange Rampe entlang der neuen Stadthäuser, 185 Meter Stahlbrücke und eine 75 Meter lange Rampe am Zitadellenpark. Es verbindet dann die westlichen Wohngebiete und den Zitadellenpark mit der Innenstadt.

 

Die Rampen werden mit einem sanften Gefälle angelegt. Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Fahrradfahrer gelangen so problemlos über die Brücke zu den Geschäften und Institutionen in der Mitte Vechtas. Auf einer Breite von 3,50 Metern bis 4 Metern können sie sich gefahrlos begegnen. Für Fußgänger entstehen eine Treppenanlage und Aufzüge, unter anderem auch ein behindertengerechter Aufzug in der Mobilitätsstation, die derzeit geplant wird.

 

Das Gewicht der Brücke und die auf sie wirkenden Kräfte halten 125 Pfähle. In den Fundamenten und Stützwänden aus Stahlbeton werden insgesamt circa 570 Kubikmeter Beton und 96 Tonnen Stahl verarbeitet. In der Brückenkonstruktion werden circa 325 Tonnen Stahl verbaut. Es handelt sich dabei um eine Schrägseilbrücke, die oberhalb der Bahnschienen verläuft und eine Einzelspannweite von maximal 36 Metern erreicht. 2500 Kubikmeter Boden müssen für den Bau bewegt werden.

 

Über aktuelle Entwicklungen des Wohn- und Verkehrsprojekt „Neue Mobilität am Park“ informiert die Stadt unter www.vechta.de/Rathaus/Stadtentwicklung/Laufende-Projekte/Neue-Mobilitat-am-Park.aspx. Auch in den Schaukästen an der Ecke Neuer Markt/An der Gräfte können während der gesamten Bauzeit aktuelle Informationen zu dem Verkehrs- und Wohnprojekt eingesehen werden.