In einer nächtlichen Aktion haben Kranführer am Bahnhof in Vechta ein 36 Meter langes und 50 Tonnen schweres Brückenelement installiert. Viele Menschen versammelten sich am späten Freitagabend rund um die Baustelle, um die Präzisionsarbeiten aus sicherer Entfernung anzusehen. Kurzfristig mussten die Verantwortlichen den ursprünglichen Plan ändern, nachdem ein Güterzug angekündigt worden war. Ein Kranführer setzte das große Stahlelement mit einem 500-Tonnen-Kran daher erst weit nach Mitternacht zwischen einen 15 Meter hohen Betonpylon und einen Stahlrahmen. Dieser war zuvor - Plan B entsprechend - mit einem kleineren Kran aufgestellt worden.

 

 Im Dauerregen harrten einige Zuschauer am Bahnhof aus, um zu erleben, wie die das Installationsteam das 50-Tonnen-Stahlelement oberhalb der Gleise an die richtige Position manövrierte und zentimetergenau ablegte. Beim Einführen in den Betonpylon blieben auf jeder Seite nur circa 20 Zentimeter Platz - eine Meisterleistung.

 

Das Brückenteil war in der Nacht zuvor von der Produktionsstätte in Stemwede per Schwertransport nach Vechta gefahren worden. Nach vorbereitenden Arbeiten startete die Aktion dort am Freitag um 22.30 Uhr. Da die Bahnstrecke in Richtung Osnabrück seit dem 21. Juni vorübergehend gesperrt ist, hatten die Arbeiten keinen Einfluss auf die aktuellen Verbindungen der Nordwestbahn.

 

Das Stahlelement wird Bestandteil einer Brücke für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer am Vechtaer Bahnhof sein. Das Bauwerk wird bis Ende des Jahres fertiggestellt. Es wird insgesamt 306 Meter lang sein und die westlichen Wohngebiete sowie den Zitadellenpark mit der Innenstadt verbinden.

 

Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Fahrradfahrer gelangen dann über Rampen mit sanftem Gefälle über die Brücke zu den Geschäften und Institutionen in der Mitte Vechtas. Auf einer Breite von 3,50 Metern bis 4 Metern können sie sich gefahrlos begegnen. Für Fußgänger entstehen eine Treppenanlage und Aufzüge, unter anderem auch ein behindertengerechter Aufzug in der Mobilitätsstation, die derzeit geplant wird.

 

Das Gewicht der Brücke und die auf sie wirkenden Kräfte halten 125 Pfähle. In den Fundamenten und Stützwänden aus Stahlbeton werden insgesamt circa 570 Kubikmeter Beton und 96 Tonnen Stahl verarbeitet. In der Brückenkonstruktion werden circa 325 Tonnen Stahl verbaut. Es handelt sich dabei um eine Schrägseilbrücke, die oberhalb der Bahnschienen verläuft und eine Einzelspannweite von maximal 36 Metern erreicht. 2500 Kubikmeter Boden müssen für den Bau bewegt werden.

 

Über aktuelle Entwicklungen des Wohn- und Verkehrsprojekt „Neue Mobilität am Park“ informiert die Stadt unter www.vechta.de/mobilitaet. Auch in den Schaukästen an der Ecke Neuer Markt/An der Gräfte können während der gesamten Bauzeit aktuelle Informationen zu dem Verkehrs- und Wohnprojekt eingesehen werden.