Zur Brandbekämpfung

Neuer Saugbrunnen hilft bei Feuerwehreinsätzen

veröffentlicht: am 26.03.2021     Alle Themen

Im Moor bei Vechta lässt die Stadt einen Brunnen bohren, aus dem die Freiwillige Feuerwehr Löschwasser zur Brandbekämpfung fördern kann.

„Dadurch werden Einsätze auch in entlegenen Bereichen des Moores erheblich erleichtert“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. 800 Liter pro Minute können aus dem Saugbrunnen entnommen werden. Wenn es ohnehin um jede Minute geht, müssen die Feuerwehrleute wesentlich weniger Schläuche verlegen. Die Versorgungsstrecke kann um bis zu 1,6 Kilometer verkürzt werden.

Bürgermeister Kater, Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller sowie die Firmenchefs der heimischen Erdenproduktionsbetriebe, Simon Tabeling (Hawita) und Josef Gramann (Gramoflor), schauten sich vor Ort die Bohrarbeiten an. Die Stadt Vechta, Hawita und Gramoflor finanzieren gemeinsam den Saugbrunnen zu je einem Drittel der Gesamtkosten von circa 5000 Euro. „Wir werden von den Firmen immer wieder gut unterstützt. Die Bekämpfung von Moorbränden und auch Vorsorgemaßnahmen sind eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Kater.

Die Partner setzen vor allem darauf, die Bevölkerung für die Gefahr von Moorbränden, insbesondere in längeren Trocken- und Hitzephasen, zu sensibilisieren. „Am Besten ist es natürlich, wenn ein Brand gar nicht erst entsteht. Dabei kommt es auf das umsichtige Verhalten von uns allen an“, sagt Stadtbrandmeister Müller.

Zur Vorsorge haben die Feuerwehr, die Firmen und die Stadt gemeinsam schon vieles unternommen. Die Unternehmen haben eine Liste mit Ansprechpartnern, die ihnen im Notfall sofort helfen können. Güllefässer mit Wasser und Eimer wurden angeschafft und stehen den Gramoflor- und Hawita-Mitarbeitern immer zur Verfügung, um kleine Brände gleich zu löschen. Davon gibt es ziemlich viele, bis zu 40 im Jahr, wie Simon Tabeling und Josef Gramann berichten.

Doch wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, kann schnell ein großer Moorbrand entstehen. Dann muss die Feuerwehr ausrücken. Vor allem in den entlegenen Gebieten mobilisiert sie alle Kräfte, um eine Wasserversorgung zum Löschen herzustellen. Die Feuerwehrleute sind schon mal tagelang im Einsatz, ehe das Feuer komplett unter Kontrolle ist.

„Die Einsätze sind nicht nur mit einem logistisch enormen Aufwand verbunden, sondern verlangen den Einsatzkräften auch körperlich alles ab“, sagt Bürgermeister Kater. Stadtbrandmeister Müller spricht von einer Materialschlacht. Kilometerlange Schlauchleitungen müssen schnellstmöglich verlegt werden, um an die Feuer zu gelangen. Und trotzdem entstehen langfristige Schäden für Natur, hinzu kommen Einsatzkosten und der wirtschaftliche Schaden für die Firmen.

Durch den Saugbrunnen können Zeit, Wege und Material gespart werden. Helfen soll demnächst auch eine Einteilung der weitläufigen Moorflächen in Planquadrate. Schließlich gibt es dort keine Straßennamen. Bis das Feuer lokalisiert ist, kann wichtige Zeit verstreichen. Mit Hilfe von zahlreichen beschilderten Orientierungspunkten können auch Spaziergänger im Moor genaue Standortangaben machen, wenn sie einen Brand entdecken und die Feuerwehr rufen.

Doch der einfachste und beste Schutz, da sind sich alle einig, ist ein umsichtiges Verhalten aller Moorbesucher, damit Brände erst gar nicht entstehen. Die richtigen Verhaltensweisen stehen in der Verordnung des Landkreises Vechta. An die Vorschriften hat sich jeder zu halten. Wer sie trotz aller Warnungen missachtet, kann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro bestraft werden – und auch an den hohen Einsatzkosten beteiligt werden.

Hier finden Sie die Verordnung des Landkreises Vechta zur Verhütung von Waldbränden im Landkreis Vechta vom 29.04.2020.