Fahrradklimatest

Platz 1 im Oldenburger Münsterland

veröffentlicht: am 23.03.2021     Alle Themen

Bundesweit hat Vechta im Fahrrad-Klimatest 2020 einen hervorragenden achten Platz unter 415 Städten vergleichbarer Größe erreicht.

Im Oldenburger Münsterland liegt Vechta auf Platz eins und im Land Niedersachsen auf Rang zwei von 54 Städten zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern. Das geht aus den Ergebnissen hervor, die der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in dieser Woche veröffentlicht hat.

Demnach haben die Befragten insbesondere die Fahrradförderung in jüngster Zeit, den Winterdienst auf Radwegen und die Ampelschaltungen für Radfahrer positiv bewertet. „Wir freuen uns sehr über dieses Ergebnis. Es zeigt uns, dass wir mit unserem Radverkehrskonzept, aber auch dem Verkehrsversuch in der Innenstadt auf dem richtigen Weg sind“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. Gute Noten gab es auch für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (1,8), zügiges Radfahren und geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (2,1).

130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Vechta bewertet. Der ADFC führt die Umfrage seit 2012 alle zwei Jahre durch. Bürgermeister Kater freut mit Blick auf die Vorjahre, dass Vechta in den meisten Kategorien besser bewertet wurde und in keiner einzigen schlechter. Insgesamt sprang die Note 3,1 heraus, der Durchschnitt aller Städte vergleichbarer Größenordnung lag bei 3,9.  „Wir sind einerseits sehr zufrieden, anderseits nehmen wir die Gesamtnote auch als Ansporn uns weiter zu verbessern“, sagt Kater. „Wir wollen das Radfahren weiter stärken, auch um einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.“

Der positive Trend kann durchaus auf das Radverkehrskonzept der Stadt Vechta zurückgeführt werden. Dieses wird seit Jahren für alle Verkehrsteilnehmer in der Innenstadt deutlich sichtbar umgesetzt. Es soll das Radfahren stärken, attraktiver und sicherer machen. Beispiele hierfür sind die neuen Radfahrstreifen in der Bahnhofstraße, aber auch im Bereich Bremer Tor, in dem seit 2019 der Verkehrsversuch läuft. Dort wurde die Situation für Radfahrer durch Aufstellflächen vor Ampeln, die für Radfahrer gesondert geschaltet werden, verbessert. Am Bremer Tor können Radfahrer zudem aufgrund des Grünen Pfeils auch bei Rot rechts abbiegen, wenn es der Verkehr zulässt. Insgesamt ist die Innenstadt so noch besser und sicherer zu erreichen. Die Befragten honorierten dies offensichtlich mit besseren Noten als in den Vorjahren.

Auch im Zuge der aktuellen Straßenausbauprojekte wie in der Oyther Straße und der Kolpingstraße wird der Radverkehr auf viel befahrenen Straßen gestärkt. Abseits davon entwickelt sich Vechta ebenfalls weiter. So wurde 2020 ein neuer 1,1 Kilometer langer Radweg entlang der alten Bahntrasse zwischen Petersburg und Gewerbegebiet Nord freigegeben.

Eine kleinere Lücke wurde im Zuge des Hochwasserschutzprojektes geschlossen: Entlang des Moorbachs wurde ein geschotterter Radweg gebaut, auf dem Radfahrer seitdem vom Zitadellenpark direkt zum Radweg entlang des Bokerner Damms gelangen. Ebenfalls durch die Bauarbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts entstand eine attraktive Verbindung für Radfahrer zwischen dem Zitadellenpark und dem Hochzeitswald, entlang des Spielplatzes an der Theodor-Heuss-Straße.  

In die Planung beide Städte mit einem Fahrradweg miteinander zu verbinden ist Vechta zusammen mit der Stadt Lohne und dem Landkreis eingestiegen. Zwischen Langförden und Bühren soll ebenfalls eine Radwegverbindung entstehen.

Nicht zuletzt ist der Radverkehr auch gut an die öffentlichen Verkehrsmittel Bus und Bahn angeschlossen. Seit 2019 haben Radlerinnen und Radler die Möglichkeit, ihr Fahrrad im Parkhaus am Bahnhof unterzustellen. Darin sind rund 600 Stellplätze für Radfahrer geschaffen worden. Inzwischen wird es immer besser genutzt.

Möglicherweise spielte auch das optimierte Radwegenetz im Kreis Vechta eine Rolle bei den Befragten. Seit April 2018 gibt es ein neues Radwegeleitsystem, welches zudem um ein neues Knotenpunktsystem für Radfahrer ergänzt wurde. Alle Routen werden seitdem engmaschig ausgeschildert.   

„Es tut sich eine ganze Menge“, findet Kater. „Manchmal sind es viele kleinere Maßnahmen, die zusammen eine klare Verbesserung bewirken. Offensichtlich haben die Teilnehmer an der Umfrage dies honoriert.“

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests wurden am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer hatten laut ADFC im Herbst 2020 per Online-Umfrage über die Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte abgestimmt. Über 1000 Städte sind in der Wertung, mehr als jemals zuvor. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zeichnete 25 Städte aus: Die Erstplatzierten und die stärksten Aufholer seit der letzten Befragung. „Wer weiß, vielleicht ist beim nächsten Mal auch Vechta dabei“, sagt Kater. „Aber unabhängig davon wollen wir Vechta noch fahrradfreundlicher machen.“