"Peter und der Wolf" und alle anderen Wesen, die dazugehören. Foto: Männeken-Theater

Rückblick

10 Jahre Figurentheater im Museum

veröffentlicht: am 15.03.2018     Freizeit und Sport

Die Verwirklichung war auch finanziell ein Abenteuer, aber eine so große Resonanz hätten die Organisatoren nicht erwartet.

Auch in diesem Jahr fanden an den Februarwochenenden wieder die beliebten Figurentheatertage im Museum Vechta statt, diesmal bereits zum zehnten Mal. Dieses Jubiläum ist der richtige Anlass, einmal an die Anfänge der Figurentheatertage im Museum Vechta zu erinnern: Unter der Regie der Puppenspielgruppe „Theaterwerkstatt Pappmache“, der Frühförderung des Andreaswerkes, öffnete sich 2009 der Vorhang für die Premiere der Figurentheatertage.

Die InitiatorInnen Gertrud Bünger, Brigitte Varwig, Marita Ede-Wilkens und Rainer Pfeiffer wagten sich mit den Organisatoren des Museums an dieses Theaterformat. Da das Museum ein kommunikativer Erlebnisort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist, fanden die Spielleute von „Pappmache“ die Türen des Museums offen, diese Kunstform ins Programm aufzunehmen. Die Ideen und Visionen, an vier Wochenenden im Februar rund um das Puppen- und Figurentheater einen lebendigen Ort zu schaffen, gestalteten die Macher gemeinsam mit Axel Fahl-Dreger und Wolfgang Siemer vom Museum Vechta. Nach den langen inhaltlichen und organisatorischen Planungen waren alle in aufgeregter Spannung, wie die Menschen in Vechta und in der Region auf dieses Kulturangebot reagieren würden. Die Verwirklichung war auch finanziell ein Abenteuer, aber eine so große Resonanz hätten die Organisatoren nicht erwartet.

Durch die Veranstaltungen machen die Zuschauer, Kinder wie Erwachsene, häufig ihre ersten Erfahrungen mit Puppen- und Figurentheater. Sie sitzen mittendrin und erleben die Figuren und finden sich wieder in den Geschichten und Märchen. Geschichten von Macht und Liebe, Gut und Böse, Reichtum und Armut, Aufbruch und Neuanfang....

Figuren sind wie eine Brücke zwischen Traumwelt und Realität. So real das Erlebnis ist, ein Puppe bleibt eine Puppe. Das Puppenspiel erklärt den Zuschauern auf eine andere Art die Welt. Erwachsene werden an ihre eigene Kindheit zurück erinnert. Es ist die Faszination, der spielerische Umgang mit Geschichten, Entdeckungen von Kreativität. Fantasie ist das Zauberwort beim Figurentheater. Das gilt nicht nur für die Puppenspieler, sondern auch für die Zuschauer. Sie sind unmittelbar berührt von der zauberhaften Art und Weise ihrer Erscheinung.

Neben den Familienprogrammen startete vor nunmehr fünf Jahren der Versuch ein abendfüllendes Programm für Erwachsene zu etablieren. Die Premiere mit „Traumzeit“, ein Konzert mit Klangkörpern, Soloeinlagen und Schattenspiel sowie ein Kabarett mit Puppen waren ein voller Erfolg und machten Mut für weitere Gastspieleinladungen ganz unterschiedlicher Couleur für Kombinationen aus Schauspiel und Puppenspiel.

Für die Figurenspieler, die ein Theaterstück auf die Bühne bringen wollen, vergehen für die Arbeit von der Idee bis zur Umsetzung einer Vorlage Monate hingebungsvoller Kleinarbeit mit Regisseur, Puppenbauer, Musiker und Bühnentechnik.

Die Organisatoren suchen für die jährliche Veranstaltungsreihe der Figurentheatertage Stücke, die noch nicht im Museum Vechta gezeigt wurden. Es werden Bühnen ausgesucht, die mit Figuren von der Klappmaulpuppe über die Handpuppe, die Marionette bis zur Flachfigur fürs Schattenspiel eine große Vielfalt anbieten. Dabei kommen manchmal bunte, fantasievolle und skurrile Puppen zum Einsatz, wie bei dem Loriot-Stück „Szenen einer Ehe“.

Für die elften Figurentheatertage im nächsten Jahr sind bereits die ersten Kontakte mit einigen Bühnen geknüpft, sodass die obere Etage im Museum Vechta im Februar 2019 wieder eine Bühne für Figuren werden kann, die die Zuschauer in eine Welt der zauberhaften Gefühle entführt.