Kai Jansen, Leiter des Museums Vechta, entnimmt die Reproduktion des Alexanderstoffes der Vitrine im Museum im Zeughaus Vechta. Das Exponat geht als Leihgabe für die Landesausstellung "Saxones. Eine neue Geschichte der alten Sachsen" an das Landesmuseum Hannover und an das Braunschweigische Landesmuseum (Foto: Siemer, Museum Vechta)

Museum Vechta

Ausleihe: wertvolles Exponat aus dem Kirchenschatz

veröffentlicht: am 21.03.2019     Alle Themen

Von Vechta nach Hannover und Braunschweig: Eine Reliquie der Propsteikirche ist demnächst bei der Landesausstellung "Saxones" zu sehen.

Am Mittwoch, 20. März 2019, war es soweit: Mitarbeiter des Landesmuseums Hannover besuchten das Museum im Zeughaus Vechta, um die wertvolle Reproduktion des Alexanderstoffes aus der Sammlung des Vechtaer Museums abzuholen. Das Museum stellt dieses Exponat leihweise für die Niedersächsische Landesausstellung „Saxones. Eine neue Geschichte der alten Sachsen“ als Ausstellungsobjekt zur Verfügung.


Die Reproduktion des Alexanderstoffes ist 2007 im Rahmen eines Forschungsprojektes am Museum Vechta durch die Webermeisterin Doris Arendholz entstanden. Die Arbeit stellt die vergrößerte Wiedergabe eines Stoffes dar, in den ein Knochenfragment eines Armes im linken Behältnis der Armreliquien des Heiligen Alexander eingewickelt ist. Die silbergeschmiedeten Armreliquien zählen zu den Kostbarkeiten des Kirchenschatzes der Propsteigemeinde St. Georg in Vechta. Laut einer alten Überlieferung wurden die Gebeine des Heiligen Alexander im Jahre 851 zur Reliquienverehrung von Rom nach Wildeshausen überführt. Nachdem die Reliquien des Heiligen Alexander während des Dreißigjährigen Krieges in Wildeshausen geraubt worden waren, fanden sie 1699 ihren neuen Platz in der Propsteikirche St. Georg in Vechta.


Mit der Niedersächsischen Landesausstellung „Saxones. Eine neue Geschichte der alten Sachsen“ präsentieren das Landesmuseum Hannover und das Braunschweigische Landesmuseum eine neue Geschichte für Niedersachsen. Die Ausstellung beleuchtet vor dem Hintergrund der neuesten Forschungen von Archäologen und Historikern die Geschichte des ersten Jahrtausends im heutigen Niedersachsen, aber auch in Westfalen. Sie spürt mit vielen hochkarätigen Leihgaben dem Mythos über die »alten Sachsen« nach und hilft dabei, Fakten und Meinungen neu zu sortieren. Nach einer ersten Station im Landesmuseum Hannover (5. April – 18. August 2019) wird die Ausstellung anschließend vom 22. September 2019 bis zum 2. Februar 2020 im Braunschweigischen Landesmuseum präsentiert.
Kai Jansen, Leiter des Museums Vechta, freut sich über die Leihanfrage der beiden Landesmuseen in Hannover und Braunschweig: „Gern stellen wir unsere Reproduktion des Alexanderstoffes für die Ausstellung „Saxones. Eine neue Geschichte der alten Sachsen“ leihweise zur Verfügung. Ganz besonders gespannt bin ich auf die Präsentation unseres Exponats, das im Rahmen dieser Landesausstellung zusammen mit einer Originalhandschrift aus der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover mit dem Bericht von der Überführung der Reliquien des Heiligen Alexander aus Rom in das Kloster Wildeshausen ausgestellt wird.“