Sonnenstrom für alle: (von links) Bürgermeister Kristian Kater, Marurice Hott, Fachbereichsleiterin Christel Scharf, Ratsherr Karl-Heinz Teuber (Grüne), Klimaschutzmanager Alexander Kunz und Merlin Varol. Foto: Fischer

Energie

Balkonkraftwerke helfen Stromkosten zu senken

veröffentlicht: am 16.11.2022     Wirtschaft, Entwicklung

Über einen 10.000-Euro-Fördertopf bezuschusst die Stadt den Kauf der Mini-Photovoltaikanlagen. Dieser ist für 2022 schon ausgeschöpft.

Auf gleich zwei klimaschutzrelevante Förderprogramme, die von den Bürgerinnen und Bürgern in Vechta sehr gut angenommen werden, konnte Vechtas Bürgermeister Kristian Kater jetzt hinweisen. Zum einen auf das Förderprogramm zur Begrünung von Dächern und auf das Förderprogramm zur Anschaffung von Balkonkraftwerken (Photovoltaik) für Mieter und Eigentümer von Mietwohnungen. Bei letzterem sei der Fördertopf der Stadt Vechta für 2022 bereits vollständig ausgeschöpft und auch für 2023 lägen schone einige Förderanträge vor, so der Verwaltungschef.

Über den 10.000-Euro-Fördertopf bezuschusst die Stadt den Kauf der Mini-Photovoltaikanlagen. Nach einem Beschluss des Stadtrats (auf Vorschlag der CDU-Fraktion) können Mieter und Bewohner von Eigentumswohnungen in Mehrparteienhäusern eine Förderung von 25 Prozent oder maximal 500 Euro bekommen. „In anderen Kommunen ist dieser Zuschuss geringer. Aufgrund der aktuellen Marktlage haben wir uns aber für diesen Betrag entschieden, weil die Anschaffungskosten in den letzten Monaten gestiegen sind. Aktuell beobachten wir aber eine Marktberuhigung“, sagt Kater und ergänzt: „Wir wollen Mietern die Chance geben, direkt von erneuerbaren Energien zu profitieren und zudem wollen wir einen kleinen Teil zur Energiewende beitragen“.

Balkonkraftwerke sind kleine Photovoltaikanlagen mit maximal 600 Watt Spitzenleistung. Sie bestehen aus einem Photovoltaikpanel oder zwei Panelen und einem Wechselrichter. Die Anlagen können direkt an eine Steckdose angeschlossen und mit einer Halterung zum Beispiel an ein Balkongeländer angebracht oder auf Garagendächer aufgestellt werden. In Deutschland sind Balkonsolarkraftwerke bis 600 Watt zulässig.

Balkonkraftwerke speisen Strom über eine Steckdose ins Hausnetz ein. Wird er nicht verbraucht, geht er ins öffentliche Netz über. Eine Vergütung gibt es dafür vom Stromversorger nicht. Die aktuellen Marktpreise bewegen sich für ein 600-Watt-Sonnenkraftwerk zwischen 700 und 1200 Euro.

Die Gründer des Unternehmens „MySolarFuture“ aus Bremen haben sich auf die Lieferung derartiger Balkonkraftwerke spezialisiert und konnten diese neue Technik bereits vielen Besuchern des Thomasmarktes vorstellen. Die Geschäftsführer Merlin Varol und Maurice Hott sprachen von einem sehr großen Interesse.  Je nach angebotenem Modell auf dem Markt kommen zum Kaufpreis gegebenenfalls noch Kosten für eine Halterung oder Unterkonstruktion und für den Versand hinzu.

„Balkonkraftwerke sind geeignet, um tagsüber die Grundlast in der Wohnung abzudecken. Das sind zum Beispiel die Energieverbräuche von Geräten im Stand-By Betrieb. Da die Anlagen den Strom nicht speichern, ist dies nur möglich, wenn es draußen hell ist“, weiß Maurice Ott. Die Technik sei aber bereits so weit entwickelt, dass schon kleinste Mengen Sonnenstrahlen ausreichen, um Strom zu erzeugen. Für die Nutzung sei es daher nicht entscheidend, dass die Sonne kräftig vom Himmel scheint.

Balkonkraftwerke müssen beim Netzbetreiber (in Vechta ist das die EWE) und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Bei Mietwohnungen muss der Eigentümer dem Betrieb zustimmen. Bei den aktuellen Strompreisen und durch die Förderung der Stadt Vechta rechnen sich solche Anlagen nach Auskunft des Unternehmens „MySolarFuture“ bereits nach circa fünf Jahren.