Von links: Harald Schulz (SPD/stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Gesundheit und Soziales), Bernhard und Sylvia Schmidt (Krabbelgarten Schmidt gGmbH), Bürgermeister Kristian Kater und Kitaleiterin Cornelia Beimforde. (Foto: Kläne)

Weitere Betreuungsplätze

Bau der „Weltentdecker“-Kita in Telbrake startet

veröffentlicht: am 09.04.2021     Kinder, Jugend, Senioren

In Telbrake haben die Arbeiten zum Bau einer neuen Kindertagesstätte für 30 Krippenplätze und 50 Kindergartenplätze begonnen.

Auf der Fläche an der Maximilian-Kolbe-Straße wird derzeit der Mutterboden ausgebaggert und anschließend Füllsand eingebracht. Danach starten die Bauarbeiten, voraussichtlich im Frühjahr 2022 soll das Gebäude fertig sein. „Das ist ein ganz wichtiges Bauprojekt für den Ausbau der Betreuungsplätze in Vechta und ganz besonders für die vielen jungen Familien in Oythe“, sagt Bürgermeister Kristian Kater.

In der Kita mit dem Namen „Die Weltentdecker“ entstehen vier Gruppen, je zwei Kindergartengruppen (50 Plätze) und zwei Krippengruppen (30 Plätze). Die Trägerschaft übernimmt die Krabbelgarten Schmidt gGmbH. Diese betreibt bereits die Krippe „Krabbelgarten“ an der Allensteiner Straße in Vechta. Die Kita „Die Weltentdecker“ gibt es in Oythe schon seit Mai 2020. Weil der Bedarf an Betreuungsplätzen schon kurzfristig gestiegen ist, hatte sich die Krabbelgarten Schmidt gGmbH bereit erklärt, vorzeitig mit einer Krippen- und einer Kindergartengruppe in kinderfreundlich gestalteten Wohncontainern zu starten. 40 Plätze stehen dort aktuell zur Verfügung.

„Natürlich würden wir lieber gleich in einem fertigen Gebäude starten. Unsere langfristigen Planungen von zusätzlichen Betreuungsplätzen sind auch immer darauf ausgelegt. In die Planungen für den Bau der neuen Kita in Telbrake sind wir frühzeitig eingestiegen. Schließlich nehmen die vorgeschriebenen Verfahren, die Planung und Abstimmungsgespräche mit den Betreibern sowie der Bau selbst gut drei Jahre in Anspruch“, erklärt Kristian Kater. „In der Zwischenzeit haben gesetzliche Änderungen auf Landesebene, die Beitragsfreiheit für Kinder ab drei Jahren und die Flexikids-Regelung, den Druck aber erhöht. Der Bedarf ist kurzfristig gestiegen. Viele Kommunen spüren diese Auswirkungen. Auch wir hatten nicht genügend Zeit für die Planung einer ausreichenden Anzahl an Plätzen in Neubauten. Aber wir haben zusammen mit den Betreibern schnell darauf reagiert und gute Lösungen in Oythe und auch in Langförden geschaffen.“

Auch in Langförden sind vorzeitig 40 Kita-Plätze in Wohncontainern geschaffen worden. An der Straße Jans Döpe starten in Kürze ebenfalls die Vorarbeiten für den Bau einer Kita, die vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird. Auch dort entstehen insgesamt 30 Krippenplätze und 50 Kindergartenplätze.

Der Ausbau der Kinderbetreuung kommt in Vechta flächendeckend voran: An der Antoniusstraße wird ein Schulgebäude zur Kindertagesstätte umgebaut, so dass dort schon zum kommenden Sommer 50 Plätze geschaffen werden – 35 für Kinder ab drei Jahren (Kindergarten) und 15 für Krippen-Kinder (bis drei Jahre). Zusätzlich wird in der Buddenkämpe in Vechta eine Krippe für 30 Kinder von einem Investor gebaut. Fertigstellung: voraussichtlich 2022. Zusammen mit einer neuen Gruppe in der Andreaskrippe werden es 2021 und 2022 somit planmäßig 255 neue Betreuungsplätze sein, von denen 80 derzeit schon in den Container-Kitas vorhanden sind.  

 

Bedarf steigt – auch aufgrund von Gesetzen auf Landesebene
Alle neuen Plätze werden dringend benötigt. Zurzeit nutzt die Stadt Vechta übergangsweise Wohncontainer in Oythe und Langförden, um den kurzfristig gestiegenen Bedarf zu decken. Dort wurden 2019 bzw. 2020 jeweils 40 Plätze (je eine Krippen- und eine Kindergartengruppe) geschaffen. Denn zwei gesetzliche Änderungen im Land Niedersachsen haben den Druck auf die Planungen von Betreuungsplätzen zusätzlich erhöht. Diese Auswirkungen spüren auch viele andere Städte und Gemeinden. Vechta ist aufgrund des erfreulich hohen Kinderzuwachses besonders gefordert. Die langfristigen Planungen wurden anhand von Gutachten zur Bevölkerungsentwicklungen vorgenommen. Eine neue Dynamik entstand durch verabschiedete Landesgesetze.



Beitragsfreiheit beschlossen
Zum 1. August 2018 wurde die Beitragsfreiheit für Kinder ab drei Jahren beschlossen. Seitdem ist der Anteil der Kinder, deren Eltern schon in den ersten beiden Kindergartenjahren einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen, deutlich angestiegen. Bei den Dreijährigen stieg die Quote von rund 82,5 Prozent (Jahr 2016) auf circa 90 Prozent (2020) aller Kinder im Stadtgebiet, bei den Vierjährigen von circa 91 (2016) auf circa 96,5 Prozent.

 

Mehr Flexikids als prognostiziert
2018 trat eine neue gesetzliche Regelung für so genannte „Flexikids“ in Kraft. Eltern von Kindern, die im Juli, August oder September sechs Jahre alt werden, können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder ein weiteres Jahr im Kindergarten betreuen lassen. Zum Schuljahr 2019/20 haben wir erstmals die Auswirkungen festgestellt. 50 Prozent der Eltern machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Dies entspricht gut zwei Regelgruppen je 25 Kinder. Das Land Niedersachsen hatte mit einer Quote von 20 Prozent gerechnet.

 

Neue Kitas frühzeitig geplant
„Wir begrüßen die gesetzlichen Änderungen, die im Sinne der Eltern und Kinder sind und sich auch positiv auf die Integrationsarbeit auswirken. Daraus folgt aber auch, dass wir nicht genügend Zeit für die Planung einer ausreichenden Anzahl an Plätzen in Neubauten hatten“, sagt die Erste Stadträtin Sandra Sollmann. Die Beschlüsse für die neuen Kitas in Telbrake und Langförden wurden bereits 2018 mit dem Blick darauf gefasst, dass die vorgeschriebenen Verfahren, die Planung und Abstimmungsgespräche mit den Betreibern sowie die Bauzeit gut drei Jahre in Anspruch nehmen – ohne Corona.

 

Kurzfristig neue Plätze geschaffen
In diesem Jahr wird sich die Zahl der „Flexikids“, die im Kindergarten bleiben, durch die Corona-Situation vermutlich noch erhöhen. Nicht unwahrscheinlich, dass angesichts 89 Flexikids eine dritte oder vierte zusätzliche Regelgruppe erforderlich sein wird. Die Container-Kitas in Langförden und in Oythe sind eine flexible und gute Lösung, sagt Sandra Sollmann: „Wir, die Träger, die Eltern und vor allem die Kinder sehen diese Übergangslösungen keineswegs negativ. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Container sind gut ausgestattet und bieten eine kinderfreundliche Umgebung.“

 

Verfahren und Planungen vorangetrieben
Diese Lösungen haben der Stadt vor dem Hintergrund des höheren Bedarfs Luft verschafft. Der frühzeitig beschlossene Bau der beiden Kitas in Telbrake und Langförden wurde derweil vorangetrieben. Erforderlich war ein so genanntes VgV-Verfahren, um zunächst das Architekturbüro auszuwählen. Die Planungs- und Genehmigungsphase erfolgte im Anschluss. Es bestand auch ein hoher Abstimmungsbedarf mit Betreibern, externen Planern etc. Hinzu kamen Verzögerungen durch die Corona-Pandemie. Außerdem wurden zwei Monate benötigt, um angesichts der unsicheren Corona-Lage Einsparungen in Höhe von 280.000 Euro vorzunehmen. Darüber hinaus sind sowohl die externen Planer als auch die internen gut ausgelastet, da zahlreiche Projekte parallel laufen. Mit der Fertigstellung der Kitas wird nun gut dreieinhalb Jahre nach Beschlussfassung im Frühjahr 2022 gerechnet.

 

Weitere Planungen angeschoben
Die Stadt behält immer im Blick, wie sich der Bedarf an Betreuungsplätzen in Zukunft auch durch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums weiterentwickelt und in welchen Stadtteilen und Wohngebieten weitere Kitas benötigt werden.

Mit dem jetzt eingeleiteten Bauleitplanverfahren für eine Fläche in Bergstrup zum Beispiel gehen auch diese Überlegungen einher. Hier ist zunächst der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan durch den Verwaltungsschuss gefasst worden. Mit dem Beschluss ist der Neubau einer Kindertagesstätte explizit vorgesehen. Das dafür erforderliche Verfahren kann die Stadt kurzfristig in Gang setzen.

 

Kinderzahlen steigen weiter
Denn sowohl das Kramer-Gutachten zur Bevölkerungs- und Gemeinbedarfsentwicklung sowie der Kindertagesstätten-Bedarfsplan des Landkreises Vechta vom Institut „biregio“ prognostizieren in den nächsten Jahren einen weiteren Anstieg der Kinderzahlen. Nach beiden Gutachten fehlen in den kommenden Jahren im Bereich der unter und über Dreijährigen Betreuungsplätze. Diese sind aufgrund neuer Baugebiete und eines Generationswechsels in den älteren Wohngebieten erforderlich.

Wir planen frühzeitig neue Betreuungsplätze. Wir können den erhöhten Bedarf, der sich durch die geänderten gesetzlichen Bestimmungen ergeben hat, derzeit mit guten Übergangslösungen decken und kurzfristig weitere Plätze in der Kita an der Antoniusstraße schaffen. Wir werden auch wieder genügend dauerhafte Lösungen in Form neu gebauter Einrichtungen schaffen.

 

Überblick über den Ausbau der Betreuungsplätze 2021/22

Krippe Buddenkämpe: Voraussichtlich 2022 werden in der Buddenkämpe in Vechta 30 Krippenplätze geschaffen. Diese baut ein Unternehmer. Betreiber wird das Andreaswerk sein. Verwaltung und Politik haben ihren Part, die Bauleitplanung, frühzeitig auf den Weg gebracht und Ende 2019 per Ratsbeschluss abgeschlossen.
Plus 30 Krippenplätze ab 2022

 

Andreaskrippe: Die Andreaskrippe wird um eine dritte Krippengruppe mit 15 Plätzen erweitert. Aufgrund der unmittelbaren örtlichen Nähe zum Kreishaus wird die Verwaltung dort zukünftig bis zu fünf Belegplätze für Kinder ihrer Beschäftigten vorhalten. Sofern nicht alle Plätze benötigt werden, können diese jeweils für ein Betreuungsjahr an die Stadt Vechta „zurückgeben“ werden. Sie stehen dann Kindern aus dem Stadtgebiet zur Verfügung.
Plus 15 Krippenplätze ab 2021

 

Neue städtische Kindertagesstätte in der Antoniusstraße: Kurzfristig - ohne den üblichen Planungszeitraum – können weitere 35 Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren und 15 Plätze für Kinder unter drei Jahren in den sanierten Räumen der Liobaschule eingerichtet werden. Fertigstellung voraussichtlich im Sommer. 
Plus 15 Krippenplätze ab 2021
Plus 35 Kindergartenpätze ab 2021

 

Kindertagesstätte Deutsches Rotes Kreuz Langförden: In Langförden steht der Beginn der Bauarbeiten für die Kindertagesstätte mit 30 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen bevor. Die Kita geht voraussichtlich im kommenden Frühjahr in Betrieb.
Plus 30 Krippenplätze (davon 15 bereits jetzt in Wohncontainer)
Plus 50 Kindergartenplätze (davon 25 bereits jetzt in Wohncontainer)

 

Kindertagesstätte „Die Weltentdecker“: Auch in Telbrake startet in Kürze der Bau einer neuen Kindertagesstätte mit 30 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen. Fertigstellung ebenfalls voraussichtlich im kommenden Frühjahr.
Plus 30 Krippenplätze (davon 15 bereits jetzt in Wohncontainer)
Plus 50 Kindergartenplätze (davon 25 bereits jetzt in Wohncontainer)

Neue Krippenplätze in 2021/2022 gesamt: 120.
Neue Kindergartenplätze in 2021/2022 gesamt: 135.

Gesamt: 255.


Überblick Investitionen der vergangenen Jahre

Die Stadt Vechta hat zwischen 2015 und 2020 rund 4,2 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert und 200 Betreuungsplätze (von 1250 auf insgesamt 1433) geschaffen. Zwischen 2010 und 2014 waren es circa 3,8 Millionen Euro. Und mit dem Haushalt 2021 hat die Stadt trotz Corona weitere Investitionen in diesem Bereich geplant.

 

Aktueller Stand Betreuungsplätze:

Kita (Krippe und Kindergarten): 1433
Großtagespflegestellen: 88 Plätze, circa 130 Verträge
Private Tagespflegepersonen: ca. 50 Plätze