Ein erster Vorentwurf: Die Abbildung zeigt noch keine architektonischen Festlegungen.

Neugestaltung Neuer Markt

Bau- und Planungsausschuss stimmt für Rahmenkonzept

veröffentlicht: am 20.06.2018     Planen, Bauen

Die Realisierung des Projekts steht noch am Anfang. Die Öffentlichkeit wird in das Bauleitplanverfahren umfangreich einbezogen.

Schritt für Schritt bringt die Stadt Vechta die Neugestaltung des Neuen Marktes voran. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen wurde am Dienstag (19. Juni) ein städtebauliches Rahmenkonzept auf den Weg gebracht. Dieses ist eine Voraussetzung dafür, dass der Landkreis Vechta die Umsiedlung des Gesundheitsamtes vom bisherigen Standort an der Straße Neuer Markt zum Kreishaus vornehmen kann. Dadurch werden alle weiteren Entwicklungsschritte erst möglich, allen voran ein Neubau der Landessparkasse zu Oldenburg (Lzo) auf dem Grundstück des heutigen Gesundheitsamtes. Durch diesen Umzug wird der Weg für Neuentwicklungen am Neuen Markt frei.

Die grafische Darstellung des Rahmenkonzeptes, das der Rat der Stadt Vechta noch verabschieden muss, zeigt somit noch keine Gebäudeformen bzw. -größen. In der Zeichnung werden lediglich Räume beschrieben, in denen Gebäude zum Beispiel für Einzelhandel und Wohnen entstehen können. Um die Architektur sowie die Gestaltung von Plätzen und Freiräumen wird es in späteren Verfahrensschritten gehen. Die Öffentlichkeit wird in das Bauleitplanverfahren, wie bereits angekündigt, umfangreich einbezogen.

Auch wenn schon viele Jahre über die Neugestaltung des Neuen Marktes öffentlich debattiert worden ist, steht die Realisierung des Projektes noch ganz am Anfang. Bisher liegen lediglich Vorentwürfe vor, die der potenzielle Investor Bernd Meerpohl aus Calveslage jetzt für die öffentliche Ausschusssitzung zur Verfügung stellte. Die Zeichnungen eines Architekturbüros zeigen noch keine architektonischen Details, die in dieser Form umgesetzt werden. Sie sollen zunächst nur bei allen beteiligten Verhandlungspartnern und der Öffentlichkeit ein Raumge-fühl vermitteln. Allerdings verdeutlichen sie bereits, welches Entwicklungspotenzial in dem Bereich im Herzen der Stadt steckt.

So könnte der Europaplatz nach Süden hin geöffnet werden, wodurch die Besucher wesentlich länger und intensiver die Sonne genießen könnten als bisher. Der dann attraktiver gestaltete Wasserlauf zwischen Brunnen und Kaponier wäre auf einmal ein Anziehungspunkt für Passanten, die davor auf Treppenstufen verweilen könnten. Das Kaponier würde in den Fokus rücken und eine neue Platzsituation mit der Möglichkeit eines gastronomischen Angebots ent-stehen. In einem nördlichen Gebäude könnten im Erdgeschoss zwei 2000 Quadratmeter große Verkaufsflächen für Einzelhandel entstehen: Flächen in 1A-Lage, die interessant für größere Anbieter mit hoher Anziehungskraft sind. Die potenziellen Mieter stellten in Vorgesprächen mit dem Investor aber auch hohe Anforderungen wie etwa großflächige Schaufenster in unmittelbarer Nähe zur Großen Straße.

Wichtiger Eckpunkt der Planungen war von Anfang an auch die Schaffung von Parkplätzen. In einer Tiefgarage sollen so viele Stellplätze wie möglich untergebracht werden. Aber auch ebenerdige Parkflächen bleiben im Bereich der Kolpingstraße erhalten. Dort soll ein Platz entstehen, der auch für Großveranstaltungen wie das Schützenfest des Bürgerschützenvereins genutzt werden könnte. Nicht zuletzt soll durch die Planung eine bessere Fuß- und Radweg-verbindung zwischen dem Zitadellenpark und der Innenstadt geschaffen werden. Es sind viele Details, aber auch viele Möglichkeiten.

Bürgermeister Helmut Gels sieht in dem Projekt die einmalige Chance, die Attraktivität der Vechtaer Innenstadt mit Hilfe eines heimischen Investors und weiterer kooperativer Partner entscheidend zu steigern. „Wir bekommen keine zweite Chance“, betonte er. Schließlich hängt eine mögliche Entwicklung von vier Verhandlungspartnern ab, die noch ein paar Hürden gemeinsam aus dem Weg räumen müssen, dies aber auch wollen, weil ihnen die positive Weiterentwicklung Vechtas am Herzen liegt. Alle beteiligten Grundstücksbesitzer – der Landkreis, die Landessparkasse zu Oldenburg, Investor Bernd Meerpohl und natürlich die Stadt Vechta – hätten ein glaubhaftes Interesse daran, sagte Gels. Bernd Meerpohl pflichtete ihm bei: „Da steckt definitiv ganz viel Liebe für die Heimat drin. Wir meinen, dass es dazu beitragen würde, Vechta nach vorne zu bringen.“

Positive Signale sendet auch die Politik. Claus Dalinghaus (CDU), Kristian Kater (SPD/Wir für Vechta) und Bernhard Schwarting (Grüne/FDP) erklärten, dass ihre Ratsfraktionen den eingeschlagenen Weg mitgingen. Sie hoben die Wichtigkeit einer attraktiven und modernen Platzgestaltung hervor. Zustimmung kommt auch aus der Kaufmannschaft. Tobias Weiss vom Stadtmarketingverein Moin Vechta sagte: „Es bietet sich die Chance, durch zwei größere Verkaufsflächen Anziehungskraft herzustellen und die Position von Vechta als Einkaufsstadt regional zu stärken.“ Man könne dankbar sein, dass ein hiesiger Investor bereit sei, Geld in den Einzelhandel zu investieren, und dabei nicht nur die Investition im Blick habe, sondern auch etwas städtebaulich Attraktives entwickeln wolle, sagte Weiss.

Weitere Infos dazu auch unter rathaus.vechta.de/Rathaus/Stadtentwicklung/Laufende-Projekte/Neugestaltung-Neuer-Markt.aspx