Foto: Kokenge

Brückenbauwerk

Bereits mehr als 50.000 Fußgänger und Radfahrer

veröffentlicht: am 08.10.2018     Planen, Bauen

Die neue Brücke am Bahnhof wird gut genutzt und bereichert als sichere Verbindung nach wie vor die Verkehrsinfastruktur im Ort.

Die neue Brücke am Bahnhof hat sich in den ersten Monaten voll und ganz bewährt. Vom Eröffnungstag an haben viele Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer sie als verkehrssichere Verbindung zwischen Zitadellenpark und Innenstadt genutzt. Allein circa 450 Radfahrer passieren täglich die Brücke, was insgesamt mehr als 50.000 Radfahrern seit der Eröffnung am 25. Mai entspricht. Am vergangenen Wochenende profitierten unter anderen die vielen Besucherinnen und Besucher der Burgmannen-Tage von den kurzen Wegen zwischen Park und City.

Obwohl die Brücke noch nicht komplett fertig ist – nach Eröffnung der Mobilitätsstation werden auch zum Bahnhof eine Treppe und ein Fahrstuhl hinunterführen -, erweist sie sich schon als Gewinn für die Verkehrsinfrastruktur in Vechta. Im Bereich des Bahnhofs müssen Passanten nicht mehr regelmäßig minutenlang vor geschlossenen Schranken halten. Sie müssen nicht mehr die viel befahrene Straße An der Gräfte queren und sie haben auf der Innenstadtseite einen sicheren Anschluss an eine Fußgängerampel an der Kolpingstraße. Der motorisierte Verkehr wird nach Schließung des Bahnübergangs An der Paulus-Bastei über die Entlastungsstraße geleitet, welche die zusätzlichen Verkehrsmengen wie geplant aufnehmen kann. Dadurch wurden die Verkehrsmengen in den anliegenden Wohngebieten verringert.    

Durch ihre Beleuchtung ist die Brücke in den Abendstunden ein optisches Highlight. Tagsüber halten viele Passantinnen und Passanten an, um den Blick von der Brücke in den Park beziehungsweise auf die einfahrenden Züge und auf die Stadt zu genießen. Diesbezüglich hat es sich als richtig erwiesen, vom Bau einer Unterführung Abstand zu nehmen. Zumal sich das Brückenprojekt auch finanziell rechnete: Zwar war die Errichtung teurer als der Bau einer Unterführung gewesen wäre, durch die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes, zusätzliche Flächen und daraus resultierende Mehreinnahmen beim Verkauf von Grundstücken konnte die Stadt die Kosten aber mehr als auffangen. Außerdem wurde der Bau der Brücke durch die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium mitfinanziert.

Auch das Sicherheitsempfinden auf der Brücke ist höher, als es in einer Unterführung gewesen wäre. Im Zuge dessen befindet sich ein Sicherheits- und Beleuchtungskonzept für den Zitadellenpark derzeit in Planung. Stellen, Wege und Fläche, die bisher nicht ausreichend beleuchtet sind, sollen im gesamten Zitadellenpark und im Umfeld heller und ansprechender gestaltet werden. Hier werden in Kürze auch Gespräche und Ortsbegehungen mit erfahrenen Präventionsberatern der Polizei Hannover stattfinden. Die Stadt hat zur zusätzlichen Kontrolle einen Sicherheitsdienst beauftragt. Kurzfristig wird zudem der Platz vor der Zitadelle für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Eine notwendige Anzahl an öffentlichen Parkplätzen bleibt erhalten. Autos können zukünftig nicht mehr direkt vor dem Museum und dem Gulfhaus abgestellt werden. Dies soll insbesondere in den Abend- und Nachtstunden verhindern, dass auf dem Platz unnötig Autos fahren und parken.

Leider hat die Stadt verschiedene strafrechtliche Vergehen auf und im Bereich der Brücke feststellen müssen. So musste wiederholt Graffiti beseitigt werden, allerdings nicht nur auf der Brücke, sondern auch im Zitadellenpark und im angrenzenden Wohngebiet. Die Kosten muss die Allgemeinheit tragen. Alle Schmierereien werden von der Stadt Vechta ausnahmslos zur Anzeige gebracht. Aktuell bittet die Stadt um Hilfe aus der Bevölkerung und hat für den entscheidenden Hinweis, der zur Ergreifung der Täter führt, eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgelobt. Am Brückenbauwerk wird derweil eine Videoüberwachung eingerichtet.

Die anfängliche Verschmutzung der Brücke durch einige wenige Passanten ist geringer geworden. Der städtische Bauhof reinigt das Objekt regelmäßig. Ein effektives Vorgehen bei der Reinigung musste sich zunächst einspielen.

Erfahrungen mussten zunächst auch mit der Nutzung, dem Betrieb und der Unterhaltung der Brücke gemacht werden – auch mit negativen Begleiterscheinungen. Der Aufzug auf der Seite des Zitadellenparks wurde durch Gewalteinwirkung beschädigt, so dass dieser zweimal für mehrere Tage ausfiel. Abgesehen von diesen ausschließlich durch mutwilligen Vandalismus verursachten Defekte funktioniert der Aufzug als Alternative insbesondere für Nutzer mit Rollatoren und Rollstühlen einwandfrei. Mit einem Rollstuhlfahrertreff hat die Stadt die Brücke Ende August besichtigt, wobei sich herausstellte, dass die moderaten Steigungen der Rampen gut zu bewältigen sind. Die wassergebundenen Wege und eine Brücke im Zitadellenpark hat die Stadt zwischenzeitlich saniert, um die ebenerdigen und barrierefreien Zugänge zum Fahrstuhl der Brücke zu optimieren. Diese Zuwegung wurde beim Rollstuhlfahrertreff ebenso erprobt.

Ein bereits fertiggestellter Aufzug im Bereich der fertiggestellten Stadthäuser kann darüber hinaus bereits genutzt werden. Mit dem Bau der neuen Mobilitätsstation werden weitere Treppen und ein Aufzug geschaffen, welche 2019 freigegeben werden. Dann gibt es auch eine Verbindung, die direkt zum Bahnhof Vechta hinunterführt. Fahrräder können dann in einem Parkhaus abgestellt werden, das von der Brücke aus erreichbar ist.

Das neue Hotel, das zurzeit ebenfalls gebaut wird, wird für zusätzliche Frequenz im Umfeld der Brücke auch in den Abend- und Nachtstunden sorgen. Außerdem gibt es einen Interessenten, der auf der Seite des Zitadellenparks eine Beach-Bar unterhalb der Brücke betreiben möchte. Das Verkehrs- und Wohnprojekt „Neue Mobilität am Park“, dessen zentraler Bestandteil die Brücke ist, nimmt immer mehr Gestalt an. Ohne die Brücke wäre diese Entwicklung nicht denkbar gewesen. Sie verbindet die einzelnen Bestandteile – Wohnungen in den Stadthäusern, Parkhaus, Hotel und Gastronomie, Bahnhof, Taxistand und Busbahnhof, Parkhaus für Fahrräder – optimal miteinander, mit der Innenstadt und dem Zitadellenpark. Mit der Fertigstellung des kompletten Bereichs wird 2019 gerechnet. Dies wird sich auch positiv auf die Belebung im gesamten Umfeld auswirken.

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