Kurz vor der Eröffnung leuchtet die neue Brücke bereits am Vechtaer Bahnhof. Foto: Kokenge

Neue Mobilität am Park

Brücke zwischen Park und Innenstadt wird eröffnet

veröffentlicht: am 24.05.2018     Planen, Bauen

Bürgermeister Helmut Gels gibt die Brücke für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer am 25. Mai für den Verkehr frei.

Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer können ab dem 25. Mai (Freitag) die neue Brücke zwischen dem Zitadellenpark und der Vechtaer Innenstadt nutzen. Bürgermeister Helmut Gels wird das Bauwerk am Bahnhof an diesem Tag feierlich eröffnen und für den Verkehr freigeben. Zu der Eröffnungszeremonie werden Vertreter aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft erwartet. Ab 14 Uhr steht auch für die Öffentlichkeit Verpflegung zur Verfügung. Für Kinder wird es verschiedene Angebote wie eine Hüpfburg geben. Die Stadt spendiert zusätzlich 100 Liter Freibier und von 14 bis 15 Uhr Eis für die Kinder.     

Die Hauptarbeiten an der Brückenkonstruktion waren bereits vor einiger Zeit planmäßig abgeschlossen worden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Stadt Vechta der Herstellerfirma zwischenzeitlich einen Aufschub für die Fertigstellung eingeräumt hatte. Das Unternehmen konnte so ein anderes Brückenbauprojekt in Lahr (Baden-Württemberg) abschließen, das rechtzeitig zur dortigen Landesgartenschau fertiggestellt werden musste. Auf eine entsprechende Bitte aus Lahr hatte die Stadt ihre Unterstützung zugesagt, da ihr Projekt nicht unter einem derartigen Zeitdruck stand.

Voraussetzung für die endgültige Freigabe der Brücke in Vechta war ein vollständig installiertes, Sicherheits- und Beleuchtungssystem auch im Umfeld. Die Arbeiten daran sind inzwischen ebenfalls vollendet worden. Damit konnten die Stadt Vechta und die beauftragten Unternehmen den gesteckten Zeit- und Kostenplan einhalten. Daran änderten auch die ungünstigen Witterungsbedingungen am Anfang des Jahres nichts, die Beteiligten hatten diese einkalkuliert.   

„Die neue Brücke ist nicht nur eine großartige Ingenieursleitung und ein Hingucker, sie verbessert vor allem die städtische Verkehrsinfrastruktur zusätzlich. Nach der Fertigstellung der Entlastungsstraße wird mit ihr eine weitere wichtige Verkehrsverbindung ohne Barrieren und Schranken geschaffen“, freut sich Bürgermeister Helmut Gels. „Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer jeden Alters können bequem zwischen dem Westen der Stadt und dem Stadtkern pendeln. Die Brücke ist auch ein wichtiger Bestandteil unseres attraktiven Rad- und Fußwegesystems, das die Innenstadt unter anderem mit dem Zitadellenpark und dem Hochzeitswald verbindet.“

Das alles steckt in dem neuen 306 Meter langen Bauwerk aus Stahl, Beton und Technik: Auf der 3,50 bis vier Meter breiten Fahrbahn können sich Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer problemlos begegnen. Sie ist über Rampen mit moderaten Steigungen bzw. sanftem Gefälle, über Aufzüge und Treppen erreichbar. Die Zugänge werden mit dem Bau der Mobilitätsstation der Stadt Vechta, die in Kürze gebaut wird, noch erweitert. In dem Gebäude entstehen ein behindertengerechter Aufzug sowie eine Treppenanlage. Außerdem erhalten die von Investoren in Auftrag gegebenen Stadthäuser einen Zugang zur Brücke. Diese verbindet somit die neuen Bauwerke, die im Rahmen des Wohn- und Verkehrsprojekts „Neue Mobilität am Park“ im Bahnhofsumfeld entstehen und ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Die Brücke verfügt zudem über ein energiesparendes Betriebs-, Beleuchtungs- und Sicher-heitskonzept. Auch in den Abend- und Nachtstunden wird dadurch im gesamten Umfeld ein Sicherheitsgefühl bei den Menschen erzeugt, die die Brücke überqueren. Dies hatten Bürger anfangs des Planungsverfahrens gefordert, der Rat beschloss schließlich das Sicherheitskonzepts. Diese Investition von knapp 330.000 Euro ist daher vor allem eine Investition in die Sicherheit. Die Brücke wird permanent mit einer Grundhelligkeit beleuchtet sein. Sobald ein Fahrradfahrer, Fußgänger oder Rollstuhlfahrer sie betritt, wird die Beleuchtung in den jeweiligen, noch zu definierenden Abschnitten heller. Dies erhöht die Sicherheit und ist gleichzeitig energiesparend. Festlegen lässt sich diese Funktion über eine Steuerung.

Zudem erfüllt die Stadt damit ein Klimaschutzerfordernis, denn dadurch wird die so genannte Lichtverschmutzung in den Nachtstunden auf ein Minimum reduziert. Anwohner im Umfeld der Brücke werden so zusätzlich geschützt und nachtaktive Tiere im Zitadellenpark nicht gestört.

Auch im Umfeld sorgen die Lichttechnik und eine Kameraüberwachung in den Abend- und Nachtstunden künftig für ein höheres Gefühl der Sicherheit – zum Beispiel unterhalb der Brücke und auf der Zuwegung zur Zitadelle, im Bereich des beleuchteten Fahrstuhlschachtes und auf den Treppen. Die indirekte Beleuchtung des Handlaufs ermöglicht eine gleichmäßige Ausleuchtung der gesamten Brücke. Im Vergleich zu einer punktuellen Beleuchtung mit einzelnen Lampen in regelmäßigen Abständen ist so eine geringere Lichtintensität erforderlich – was die Blendwirkung reduziert. In der Folge wird auch das Beleuchtungskonzept in der Zitadelle überarbeitet und, wo es notwendig ist, angepasst.

Die Brücke wird technisch zukunftsfähig ausgestattet, so dass sie neue technische Anforderungen der nächsten Jahrzehnte erfüllen kann. So werden zum Beispiel Vorkehrungen getroffen, um sie mit Betriebs- und Sicherheitstechnik nachrüsten zu können, sollte dies erforderlich sein.

Das Konzept sieht weiterhin vor, dass die Brücke durch automatische Steuerung eines Lichtbandes und verschiedener farbiger Effekte lebendig wirkt. Durch diese Effekte und durch das grundlegende Konzept setzt die Brücke ein gestalterisches Highlight an einem zentralen repräsentativen Standort in der Stadtmitte. Dank LED-Technik kann zudem im Verbrauch eine Einsparung von 70 bis 80 Prozent erreicht werden, so dass sich die Mehrkosten für die Anschaffung schnell amortisieren. Durch die energiesparende Lichttechnik und dem somit geringeren Stromverbrauch werden CO²-Emissionen im Sinne des Klimaschutzes insgesamt reduziert – neben Sicherheit und Ästhetik ein weiterer positiver Effekt.

In der Abschlussrechnung wird die Brücke indes nicht teurer als der ursprünglich geplante Bau einer Unterführung. Dieser war mit 2,7 Millionen Euro veranschlagt worden. Nach dem Ausschreibungsergebnis lagen die geschätzten Baukosten für die Brücke bei circa 3,7 Millionen Euro. Die Differenz konnte aber durch höhere Einnahmen beim Verkauf von Flächen und durch den Verkauf zusätzlich gewonnener Flächen aufgefangen werden. Schließlich wurde der Bereich durch den Bau der Brücke statt einer Unterführung städtebaulich aufgewertet. Und er bietet auch künftig weitere Entwicklungschancen wie etwa gastronomische Angebote sowie Spiel- und Erholungsmöglichkeiten im Umfeld. Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass der Bau der Brücke durch hohe Fördersummen vom Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn mitfinanziert wird.  

Und: Insbesondere für eine Unterführung wäre ebenfalls ein spezielles Sicherheits- und Be-leuchtungskonzept erforderlich gewesen, welches in der Planung noch nicht berücksichtigt worden war. Im Endeffekt kostet die Brücke also nicht mehr, als eine Unterführung gekostet hätte. Mit der Freigabe wird nun ein modernes und zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt vollendet.