Bürgermeister Helmut Gels. Foto: Meyer

Grußwort zum Jahreswechsel

Bürgermeister Helmut Gels blickt auf 2018 zurück

veröffentlicht: am 27.12.2018     Alle Themen

Für das neue Jahr wünscht er den Mitbürgerinnen und -bürgern Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vom Jahr 2018 bleibt vielen der heiße und lange Sommer in Erinnerung, insbesondere aber den Frauen und Männern unserer Freiwilligen Feuerwehren. Die Trockenheit und die hohen Temperaturen stellten sie vor große Herausforderungen. Über Wochen befanden sie sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Immer wieder mussten sie ausrücken, um Brände einzudämmen. Dass kein größerer Schaden entstand, ist in allererster Linie den Feuerwehrleuten zu verdanken.

Der ehrenamtliche Einsatz jedes Einzelnen ist immer vorbildlich, in diesem Sommer wurde uns aber besonders deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, den Freiwilligen Feuerwehren optimale Bedingungen zu verschaffen. Jeder Cent, der in das neue Feuerwehrhaus an der Oldenburger Straße 112 floss, war daher eine lohnende Investition. Im Oktober haben wir den in der Planung gut durchdachten Standort mit zwölf Einstellplätzen für Fahrzeuge, Werkstatt, Waschhalle, Umkleideräumen und vielen wichtigen Details, welche die Anforderungen an eine moderne Feuerwehr erfüllen, eingeweiht. Das Interesse der Bevölkerung war riesengroß: Am Tag der offenen Tür gewannen tausende Besucher einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Vechta.

Auch am Bahnhof wurde im Mai ein zukunftweisendes Bauwerk eröffnet. Über die neue Brücke pendelten in diesem Jahr bereits Zehntausende Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer bequem, sicher und, ohne vor geschlossenen Schranken warten zu müssen. Die Brücke ist Teil des Wohn- und Verkehrsprojekts „Neue Mobilität am Park“, das 2019 vollendet wird. Die Wohnungen in den modernen Stadthäusern wurden bereits fertiggestellt, und das Parkhaus mit 123 öffentlichen Parkplätzen wurde schon freigegeben. Im kommenden Jahr folgen das neue Hotel und die Mobilitätsstation. Letztere wird als Verkehrsknotenpunkt für Bahn und Busse, für Radfahrer und Fußgänger die Mobilität von Bürgern und Gästen in der Universitätsstadt Vechta weiter verbessern.

Das Gesamtprojekt zeigt schon jetzt eindrucksvoll, was heimische Unternehmen sowie kommunale Politik und Verwaltung gemeinsam zum Wohle der Stadt auf die Beine stellen können. Der Mut, etwas zu bewegen und zu verändern, und die Liebe zur Heimatstadt sind eine große Stärke, die Vechta zu einem florierenden Mittelzentrum mit guten Perspektiven für alle Generationen gemacht hat. Wir können auch zukünftig davon profitieren, wenn wir es wollen. So bleibt die Entwicklung des Neuen Marktes das wichtigste Zukunftsprojekt zur Stärkung unserer beliebten Einkaufsstadt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
besonders beeindruckt hat mich auch in diesem Jahr die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ein Vorbild für uns alle ist in dieser Hinsicht die neue Ehrenbürgerin unserer Stadt: Schwester Regina Kuhlmann erhielt am 1. Juni 2018 diese Auszeichnung für ihren unermüdlichen Einsatz für notleidende Menschen in Afrika. Seit Jahrzehnten leistet sie Entwicklungsarbeit dort, wo sie am dringendsten benötigt wird. In der Nähe der Hauptstadt Lusaka hat sie den Bau einer kompletten Schule gemanagt, sie bietet Waisenkindern eine Perspektive und gönnt sich auch im hohen Alter keine Pause im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit. Ich bedanke mich bei allen, die die Arbeit von Schwester Regina finanziell unterstützt haben und rufe gerne dazu auf, sie auch in Zukunft zu unterstützen. Die Stadt Vechta steht als Vermittler jederzeit gerne zur Verfügung.

Vom Engagement der Ordensschwester beeindruckt war auch unsere diesjährige Festrednerin auf dem Montagsempfang der Stadt Vechta auf dem Stoppelmarkt. Die SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles reihte sich ein in die Liste prominenter Festredner. Aber nicht nur der Stoppelmarkt zog wieder Gäste von Nah und Fern nach Vechta. Das Programm war gespickt mit Geheimtipps und Publikumsmagneten: Ina Müller live, die 90er-Jahre-Party und das Elektro-Festival „Tante Mia tanzt“ begeisterten zehntausende Besucher. Die Open-Air-Konzerte von Angelo Kelly & Family und Klaus Hoffmann in der JVA für Frauen, vielfältige kulturelle Angebote im Metropol-Theater sowie die vom neuen Stadtmarketing-Verein Moin Vechta gepushten Aktionen auf dem Frühjahrsmarkt, dem Thomasmarkt und zu anderen Anlässen waren ein Gewinn für das Leben in unserer Stadt. Da passte es ins Bild, dass Rasta Vechta erneut den Meistertitel in der zweiten Liga feierte und im dritten Anlauf nun auch die Basketball-Bundesliga kräftig aufmischt. Dreimal ist Oldenburger Recht, das gilt auch für Rasta.

Zu den kulturellen Höhepunkten im kommenden Jahr gehören erneut die Open-Air-Konzerte in der JVA für Frauen: Scala und die Kolacny Brothers kehren auf Wunsch vieler Fans zurück. Der Indie-Rock-Mädchenchor feiert am 21. Juni die Premiere seiner neuen Deutschland-Tour in Vechta. Tags zuvor treten Jan Josef Liefers und Radio Dora im Innenhof der historischen Gemäuer auf. Auf dem Stoppelmarkt tanzt am 10. Mai wieder Tante Mia. Das Elektro-Festival zieht Zehntausende Fans an. Auch die 90er Jahre Party, die größte Open-Air-Tour Deutschlands, kommt am 1. Juni 2019 zurück nach Vechta. Auf dem Stoppelmarkt gibt unter anderen Blümchen ihr Comeback. Dazu gibt es viele weitere Highlights. Es lohnt sich immer, sich darüber auf www.vechta.de zu informieren.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Vechta ist eine weltoffene Stadt und versteht sich als Teil eines vereinten Europas. Die Menschen setzen sich für ein friedvolles Miteinander und demokratische Werte ein und zeigen dies bei verschiedenen Anlässen. Dauerhafte und lebhafte Zeichen für die Verständigung der Völker Europas sind die Städtepartnerschaften. Im ablaufenden Jahr haben wir gleich zwei Jubiläen gefeiert. In Jaszbereny (Ungarn) wurde die 25-jährige, mit dem Haut Léon (Frankreich) die zehnjährige Freundschaft mit emotionalen Festakten gefeiert. Der Gegenbesuch aus Ungarn erfolgt im September 2019. Diese Partnerschaften sind sehr wertvoll, sie müssen von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder aufs Neue gepflegt werden. Ich wünsche mir, dass dies in Zukunft fortgesetzt wird.  

Liebe Vechtaerinnen und Vechtaer,
gemeinsam befinden wir uns weiterhin mitten in einem Entwicklungsprozess. Nach wie vor wächst unsere Stadt. Durch Zuzug und einen Geburtenüberschuss steigt die Einwohnerzahl weiter an. Das können nicht viele Städte in Deutschland von sich sagen. Mit dieser Entwicklung einher gehen Infrastrukturprojekte, die unsere Stadt noch lebenswerter und attraktiver machen. So wurde 2018 das Radverkehrskonzept weiter umgesetzt. Mit der endgültigen Fertigstellung der Bahnhofstraße wurde das Fahrradfahren in Vechta, insbesondere für Schülerinnen und Schüler, in einem zentralen Bereich sicherer gemacht.

Auch das Thema Elektro-Mobilität haben wir im vergangenen Jahr vorangetrieben und Ladestationen für Autos im neuen Parkhaus am Bahnhof sowie für Fahrradfahrer in der Bahnhofstraße in Betrieb genommen.

Im Wohngebiet in Telbrake haben viele junge Familien ihre Häuser fertiggestellt bzw. konnten mit dem Bau beginnen. Über einen Architektenwettbewerb hat die Stadt Vechta zudem Grundstücke für den Mietwohnungsbau vergeben, um weiteren bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Weitere Planungen für die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum wurden angestoßen.

Der Ausbau des Kinderbetreuungsangebots schreitet ebenfalls voran. Es stehen aktuell etwas mehr als 400 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sowie 1096 Kindergartenplätze zur Verfügung. Der Rat hat 2018 darüber hinaus den Bau zweier Kindertageseinrichtungen in Telbrake und Langförden beschlossen.

Als bedauerlich empfunden habe ich das Ergebnis der Abstimmung über die Umwandlung der Bekenntnisschulen. Möglicherweise war zumindest an drei Schulen die gesetzliche Hürde zu hoch. Denn aktiv gegen eine Umwandlung in Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse hat hier weniger als die Hälfte der Eltern gestimmt. Auf das gesamte Stadtgebiet bezogen, haben mehr Eltern mit Ja als mit Nein gestimmt. Selbstverständlich akzeptieren und respektieren wir das Ergebnis. Gleichwohl ist es bedauerlich, da eine Umwandlung die Einführung fester und verlässlicher Schulbezirke ermöglicht hätte. Es war wichtig und richtig, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Dies hat dazu geführt, dass über die Vechtaer Schullandschaft und Themen wie Bildungsgerechtigkeit diskutiert worden ist. Diese Diskussionen werden wir weiterführen müssen, weil die Probleme geblieben sind. Natürlich setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass alle Kinder integriert und auch Flüchtlingskinder gerecht auf die Schulen verteilt werden. An der hohen Unterrichtsqualität und der hervorragenden Ausstattung der Vechtaer Schulen ändert die Entscheidung ohnehin nichts.

Auch die Qualität des Freizeit- und Sportangebotes ist sehr hoch in Vechta. In die Verbesserung investiert die Stadt Vechta weitere Mittel: So wurde 2018 der Sportplatz an der Universität mit einer modernen Leichtathletikanlage neu gebaut. Beim VfL Oythe hat der Ausbau der Sportanlage am Oyther Berg begonnen, unter anderem bekommt der Verein einen Kunstrasenplatz, auf dem auch bei schlechten Witterungsbedingungen trainiert werden kann. In Langförden steht die Sanierung des Schwimmbeckens vor dem Abschluss, im Hallenwellen- und Freibad wird ein neues Lehrschwimmbecken gebaut.

Liebe Vechtaerinnen und Vechtaer,
es hat sich noch viel mehr Berichtenswertes in Vechta ereignet. Vechta ist eine lebendige Stadt, die sich Jahr für Jahr weiterentwickelt. Lassen Sie uns diese Entwicklung auch 2019 gemeinsam vorantreiben!
 
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Ihr
Helmut Gels