Das Alte Rathaus wird für rund zwei Jahre zur Baustelle. (Bild: Gerecke)

Kernsanierung und Anbau

Das „Alte Rathaus“ wird zukünftig wieder von der Verwaltung genutzt

veröffentlicht: am 17.07.2019     Planen, Bauen

In Kürze beginnen die Bauarbeiten an dem 300 Jahre alten und denkmalgeschützten Gebäude; bisherige Nutzer ziehen zurzeit um.

Die Stadt Vechta lässt in Kürze das „Alte Rathaus“ sanieren: Dies gab Bürgermeister Helmut Gels vergangene Woche in einem Termin mit Pressevertretern bekannt. Aufgrund des baulichen Zustandes des denkmalgeschützten Gebäudes seien diese Arbeiten „dringend notwendig“. Als Eigentümerin sei die Stadt Vechta dazu verpflichtet, die denkmalgeschützten Strukturen zu erhalten, betonte er. Schäden seien im Laufe der Jahre vor allem an der Bausubstanz und den verbauten Holzbanken aufgetreten, erklärte Fachbereichsleiterin Christel Scharf. Hinzu käme eingedrungene Feuchtigkeit. „Eine Sanierung wäre deshalb innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahren nicht mehr aufzuschieben gewesen.“, sagte sie.

Im Rahmen der Sanierung möchte die Stadt Vechta auch neue Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. Dies sei notwendig, weil die Stadt weiterwachse und immer mehr Menschen in Vechta ein Zuhause fänden, erklärte Bürgermeister Gels: „Das bedeutet auch neue Aufgaben und Herausforderungen für die Stadtverwaltung. Dafür benötigten wir auch mehr qualifiziertes Personal, weshalb auch die Verwaltung zukünftig größer werden wird.“ Die Kapazitäten im benachbarten „Neuen Rathaus“ aus dem Jahr 1999 sind bereits jetzt erschöpft. Zurzeit arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung an drei Standorten; den beiden Rathäusern sowie dem benachbarten „Haus Lodde“. Letzteres soll zukünftig nicht mehr für Verwaltungstätigkeiten genutzt werden.

Detaillierte Informationen zu den geplanten Sanierungen:

In den kommenden zwei Jahren soll das Alte Rathaus kernsaniert und im Inneren zu einem modernen Verwaltungsgebäude umgebaut werden. Um dabei den Denkmalschutz des rund 300 Jahre alten Gebäudes zu wahren, werden ein - nach heutigen Standards - dringend benötigter Aufzug sowie eine zweite (Flucht-) Treppe in einem gläsernen Anbau an der Außenfassade errichtet. Im Inneren wird das bestehende Holztreppenhaus saniert und im gesamten Gebäude mehr als 30 moderne Büro-Arbeitsplätze eingerichtet. Der Sitzungssaal mit seiner spätbarocken Stuckdecke und einem Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert bleibt dabei in seiner heutigen Form erhalten.

Außerdem wird im Zuge dieser Arbeiten das Neue Rathaus erweitert: Der rückwärtige, zweigeschossige Bürotrakt erhält einen Anbau, in dem im Erdgeschoss zusätzlich vier Büros mit Doppelarbeitsplätzen entstehen. Außerdem entsteht dort ein neues Treppenhaus, das im Obergeschoss über eine gläserne Brücke mit dem Anbau am Alten Rathaus verbunden wird.

Insgesamt kostet das Großprojekt voraussichtlich rund 3,2 Millionen Euro; davon werden allein rund 2,5 Millionen Euro für die Sanierung des Alten Rathauses veranschlagt. In einem ersten Schritt wird in Kürze die Bausubstanz überprüft, um den Sanierungsbedarf vorab genau zu ermitteln und festzulegen. Anschließend werden aufgetretene Schäden behoben und in einem zweiten Schritt der Lift an der Außenseite des Alten Rathauses angebaut. Zuletzt wird am Neuen Rathaus angebaut und die neue Brücke zwischen beiden Gebäuden geschaffen.

Weitere Informationen zum „Alten Rathaus“:

Das rund 300 Jahre alte Gebäude wurde von dem Münsterschen Amtsrentmeister Alexander Wilhelm Driver gebaut und im Jahr 1887 durch einen Anbau erweitert. 1956 kaufte die Stadtverwaltung Vechta das Gebäude und nutzte es als Rathaus. Im Jahr 2000 zog die Verwaltung in den benachbarten Rathaus-Neubau um und stellte die Räumlichkeiten beispielsweise dem Heimatbund, der Romberg-Stiftung und die Tourist-Information-Nordkreis Vechta zur Verfügung. Einige der Räume nutzte die Stadt Vechta zuletzt selbst als Büroräume, da der Platz im Neuen Rathaus für die mittlerweile rund 250 Beschäftigten bereits jetzt nicht mehr ausreicht. Künftig wird die Stadt Vechta das Alte Rathaus wieder vollständig als Verwaltungsgebäude nutzen. Für die Sanierung muss das Alte Rathaus zunächst vollständig geräumt werden. Die städtischen Mitarbeiter ziehen vorübergehend in extra aufgestellte Container, die Tourist-Information bezieht in Kürze ihre neuen Räumlichkeiten in der Mobilitätsstation, die Heimatbibliothek hat ein vorübergehendes Domizil in ungenutzte Räumlichkeiten in der Liebfrauenschule und plant im kommenden Jahr den Umzug in den Neubau des Offizialates am Kameliterweg. Dort kann voraussichtlich auch die Romberg-Stiftung unterkommen.