Impulse für die Demokratie: Julian Hülsemann (links) und Sandra Sollmann mit Referent Nils Quentel. (Foto: Schopmans)

Partnerschaft für Demokratie

Die nächsten Schritte sind bereits geplant

veröffentlicht: am 09.11.2021     Bildung, Soziales

Ein Neustart in etwas kleinerer Runde sollte das Vernetzungstreffen der Partnerschaft für Demokratie (PfD) werden.

Die Projektpartnerinnen und -partner wollten sich nach der langen Corona-Zwangspause endlich wieder direkt mit Ehrenamtlichen austauschen und ihnen ein Forum für ihre Ideen bieten. Das war der Plan. Der Abend im Gulfhaus war dann derart produktiv, dass schon der Weg für konkrete Projekte geebnet wurde. „Eigentlich sollten die Themen und Ideen, die im Gespräch entstehen, an Stellwänden gesammelt werden. Aber alle sind einfach direkt zu mir gekommen und wir haben schon die nächsten Schritte geplant“, sagte PfD-Projektkoordinator Julian Hülsemann. „Das war viel besser. Mein Terminkalender ist für die nächsten Wochen gut gefüllt.“

34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Lebensbereichen, Vereinen und Institutionen versammelten sich im Gulfhaus. Mit dieser Resonanz war Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann sehr zufrieden. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele verschiedene Menschen, unserer Einladung folgen werden. Besonders froh bin ich, dass wir uns mal wieder so direkt austauschen konnten. Man hat gemerkt, wie viel dieser Abend allen Anwesenden bedeutet hat“, sagte sie. Hülsemann beeindruckte vor allem die hohe Motivation aller Beteiligten. „Ich habe niemanden allein rumstehen sehen. Es war eine lebendige Stimmung. Wir konnten in guten Kontakt zu allen Teilnehmenden treten“, erklärte er.  

Die Demokratie stärken. Das ist es, was die PfD mit vielen Vereinen, Institutionen und Ehrenamtlichen verbindet. Das wurde bei dem Vernetzungstreffen erneut deutlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen eine vielfältige und tolerante Gesellschaft gestalten, eine Kultur konstruktiver Diskussionen schaffen. In Zeiten zunehmender Fehlinformationen und Radikalisierung wollen sie Jugendlichen und Erwachsenen das Rüstzeug mitgeben, sich in einer immer komplexeren und digitaler werdenden Welt zurechtzufinden, Krisen zu meistern und eine innere Widerstandskraft zu entwickeln. Diese Themen nimmt die PfD in ihre Projektplanungen für das Jahr 2022 mit auf.

Einen gut Implus gab Nils Quentel den Anwesenden. Der Referent vom Fachbereich Politikwissenschaft und ihre Didaktik der Universität Bremen sprach in seinem Vortrag über die Folgen der Digitalisierung auf die freie Meinungsbildung. Er zeigte auf, welchen Einfluss Algorithmen, Fakenews und digitale Bubbles insbesondere auf Jugendliche haben. Quentel stellte anschaulich die Zusammenhänge zwischen den ökonomischen Wirkweisen von dominierenden Plattformen im Netz und der politischen Meinungsbildung dar. Er gab Impulse, diesen wachsenden Einflüssen positiv zu begegnen und den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. Achim Böhling von der Polizeidirektion Oldenburg hatte seinen Vortrag über religiösen Extremismus im Oldenburger Münsterland krankheitsbedingt absagen müssen.

 

Info: Die Partnerschaft für Demokratie Vechta ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Sie unterstützt Vereine und Initiativen bei der Umsetzung von Aktionen und Projekten zu den Themen Demokratie, Vielfalt und Antiradikalisierung. Ansprechpartner ist Julian Hülsemann, Projektkoordinator bei der Kreisvolkshochschule Vechta (04441/92778 24). Verantwortlich für die Durchführung ist die Stadt Vechta.