Tanzen wie im Mittelalter: Die Vorführungen zogen ein großes Publikum an. Fotos: Heinzel

20. Burgmannen-Tage

Eilende Rösser, Schlachten und Mode wie im Mittelalter

veröffentlicht: am 04.10.2018     Freizeit und Sport

Das größte kostenfreie Fest seiner Art bot erneut viele Möglichkeiten zum Mitmachen. Handwerker präsentierten ihre Kunst.

Die 20. Burgmannen-Tage haben tausende Besucher mit einer großen Kriegerschlacht, dem Heerlager und dem Handwerkermarkt ins Mittelalter versetzt. Hunderte von Akteuren und Teilnehmern bevölkerten den Vechtaer Zitadellenpark. Einer von ihnen war Martin Böhm. Der 56-Jährige aus Bonn stellte im Schatten des Turmes des Castrum Vechtense einen Medicus dar und gehört zur Interessengemeinschaft (IG) 13. Jahrhundert. Am 29. und 30. September hatte er sein Arztzelt auf der Drei-Insel-Burganlage aufgeschlagen. Die IG 13. Jahrhundert veranstaltete auch eine Modenschau mit mittelalterlichen Gewandungen und erläuterte dabei so manche Redewendung wie etwa „ein paar Hosen“.

Neben der Wissensvermittlung am Burgturm gab es auch auf dem Verkaufshandwerkermarkt einiges zu erfahren. Bei Hindrik de Sölter konnten Besucher nicht nur Salze kaufen, sondern sich auch über die Salzgewinnung informieren. Daneben gab es zahlreiche weitere Angebote und Demonstrationen durch einzelne Handwerker, etwa beim Töpfern, Schmieden oder Drechseln.

Im Bereich des Handwerkermarktes gab es erstmals eine Art Kinderspielplatz mit 13 Angeboten. Diese trugen Namen wie „eilende Rösser“, hier mussten die Kinder ein Seil, an dem ein kleines Holzpferd angebunden war, möglichst schnell aufrollen und dabei die Konkurrenz hinter sich lassen. Beim „Bauern ziehen“ traten zwei Teilnehmer gegeneinander an und mussten versuchen, den Gegner so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass er von seinem Holzklotz fiel oder das Seil fallen ließ. Dagmar Urban von Ars Vivendi, die für das „Kinderkurzweil“ zuständig war, erklärte, dass früher nur reiche oder höfische Kinder in den Genuss solcher Spiele kamen. Alle anderen mussten, sobald sie alt genug waren, arbeiten und im Haushalt mithelfen.

Natürlich gab es wieder die traditionellen Mitmachstände des Museums. Kinder konnten hier Kränze flechten oder Lederbeutel herstellen. Bei Ida und Ole Böggemann sowie Immanuel und Victoria Gattner kam das Angebot gut an. Die vier Kinder gehen praktisch schon ihr ganzes Leben zu den Burgmannen-Tagen und hatten sich auch in diesem Jahr wieder sehr darauf gefreut. Diese Begeisterung teilen sie nicht nur mit den anderen Besuchern, sondern auch mit dem Veranstalter Kai Jansen. Dem Leiter des Museums im Zeughaus ist gerade das Kinderangebot sehr wichtig, stellt es doch die Keimzelle der Veranstaltung dar. Mit dem Mitmachangebot fing vor 20 Jahren die Entwicklung der Burgmannen-Tage an. Inzwischen ist die Veranstaltung das größte kostenfreie Mittelalterfest im Nordwesten.

Einen Kurzfilm über die Burgmannen-Tage bei Vechta.TV finden Sie hier