Unternehmerfrühstück

„EU-Taxonomie – was rollt da auf mich zu?“

veröffentlicht: am 01.09.2022     Wirtschaft, Entwicklung

Auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie Kleinstbetriebe sind direkt und indirekt von Berichtspflichten der EU-Taxonomie betroffen.

Nach einer längeren Corona geschuldeten Pause lädt die Stadt Vechta in Kooperation mit dem Steinbeis-Transferzentrum Oldenburger Münsterland und der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz wieder zu einem Unternehmerfrühstück ein. Am 12. September (Montag) von 8.15 bis 9.45 Uhr wird Wolfgang Jaske aus Lingen, erfahrener Unternehmer und pragmatischer Taxonomie-Anwender, über die Auswirkungen der EU-Taxonomievorschriften auf unsere Unternehmen berichten und eng in diesem Kontext auch auf das Thema Energiesicherheit eingehen.

„Was kommt auf mich als Unternehmer konkret zu? Was muss ich bis wann zwingend tun und wie bereite ich mein Unternehmen vor?“ – auf diese und weitere Fragen wird Wolfgang Jaske im Rahmen des Unternehmerfrühstücks eingehen und an einem praktischen Beispiel einen für alle Unternehmensgrößen leicht umsetzbaren Ansatz präsentieren.

Bürgermeister Kristian Kater freut sich: „Endlich können wir uns mit unseren Unternehmerinnen und Unternehmern wieder in Präsenz treffen und diskutieren. Nach dem erfolgreichen Re-Start des Stoppelmarktes freuen wir uns, dass wir auch den persönlichen Austausch mit den Vechtaer Betrieben beleben können.“

Zu der Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Vechta sind alle Interessierten herzlich eingeladen; die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung unter https://veranstaltungen.vechta.de/sl/Taxonomie ist aus organisatorischen Gründen erforderlich. 

 

Zur EU-Taxonomie:

Seit dem Jahr 2022 greift im Rahmen des Green Deals der EU als ein zentraler Baustein die EU-Taxonomie-Verordnung. Dabei handelt es sich um ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Finanzprodukte – quasi eine in Brüssel erarbeitete Liste aller ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten.

Von der Verordnung betroffen sind nicht nur Konzerne, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen: Sie müssen in ihren Jahresberichten ebenfalls angeben, wie es um ihre Nachhaltigkeit bestellt ist. Kleinere Handwerksbetriebe sind zwar von der Berichterstattungspflicht ausgenommen, können indirekt aber dennoch betroffen sein, wenn sie z.B. als Zulieferer oder Dienstleister für Unternehmen arbeiten, die wiederum entsprechende Nachhaltigkeitsnachweise erbringen müssen. Diese könnten ihrerseits von den Handwerksbetrieben Nachhaltigkeitsnachweise einfordern, um ihren eigenen Berichtspflichten genügen zu können.

Und: Darlehen könnten sich verteuern, wenn z.B. Banken die Geschäftstätigkeit eines Betriebes nach den neuen Kriterien der Taxonomie als nicht hinreichend nachhaltig einstuft. Damit eine Wirtschaftsaktivität als nachhaltig gilt, muss sie einen wesentlichen Beitrag zu diesen Klima-/Umweltzielen leisten und dabei keine anderen Ziele erheblich schädigen. Außerdem müssen soziale Mindeststandards erfüllt werden.