Ihre Texte wurden am besten bewertet: von links: Maria Meyer aus Damme (2. Platz), Stephan Trillmich aus Vechta (1. Platz) und Hildegard Tölke (3. Platz). Foto: Hörnemann

Projekt "Alle Welt staunt"

Gänsehauttexte und Junge Poeten

veröffentlicht: am 26.10.2018     Kultur, Veranstaltungen und Tickets

120 Gäste erlebten im Rathaus zum Abschluss eines emotionalen Projektes viele kreative Texte von Autoren, die manchmal staunen.

Eine wortgewaltige Lesung im Vechtaer Rathaus bildete den Abschluss des Projektes „Alle Welt staunt“. Insgesamt neun Preise wurden an Autorinnen, Autoren und Gruppen vergeben. Den Preis für den besten Text, 500 Euro von der Bürgerstiftung Vechta, gewann Stephan Trillmich aus Vechta, auf Platz zwei und drei folgen Maria Meyer aus Damme (300 Euro von der Oldenburgischen Landesbank) und Hildegard Tölke aus Lohne (200 Euro von der Volksbank Vechta).

Neben den Hauptpreisen wurden Sachpreise und ein Sonderpreis übergeben. Zwei Uhren, gestiftet von Juwelier Dirk Müller, gingen an Fred Arlinghaus und Tabea Ostendorf. Drei Büchergutscheine, gestiftet von der Buchhandlung Vatterodt, erhielten Anke Westerkamp, Erhard Scharfenbaum und der Kumpeltisch Sola, eine Mittagstischgemeinschaft aus dem Sonnenhof-Laden. Ein Sonderpreis ging an einen Wahlpflichtkurs der Ludgerus-Schule. Gemeinsam mit einer Grundschulklasse der Overbergschule waren sie im Wald und haben ihr Erstaunen über den Wald in Worte gefasst. Die Gruppe wird sich im Umweltzentrum Stapelfeld treffen und sich einen Tag ganz praktisch mit dem Thema Energie beschäftigen.

Bei der Abschlusslesung trugen die Moderatoren Anja Muhle und Alexander Rolfes musikalisch eingerahmt von Stefan Decker und Peter Havers vor rund 120 Gästen die Gewinnertexte vor (siehe pdf "Gewinnertexte" unten). Poetryslammerin Verena Ottens präsentierte ihre Gedanken über das Staunen und ermutigte, sich das eigene Staunen nicht nehmen zu lassen. Über die religiöse Dimension des Staunens hörten die Besucher von Propst Michael Matschke.

Insgesamt wurden 620 Texte eingereicht, darunter seien viele „Gänsehauttexte“ sagte Mitorganisator Benedikt Feldhaus vom Bischöflich Münsterschen Offizialat (BMO). Es sei ein beeindruckendes Ergebnis für uns alle, urteilte Sandra Sollmann, erste Stadträtin der Stadt Vechta. Oft würden Menschen derzeit mit Hassbotschaften und Negativem konfrontiert. Im Projekt sei über das gestaunt worden, was die Leute im Alltag Positives erlebten, hob sie hervor und ermutigte, auch künftig Projekte zu initiieren.

Schirmherr Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Lobte die Aktion in einem schriftlichen Grußwort. Der Ruf des Schreibereignisses halle über die Stadtgrenzen hinaus in die Region. Eindrucksvoll werde gezeigt, was gemeinschaftlich möglich ist. In bewegten Zeiten wie diesen, sei der gesellschaftliche Zusammenhalt besonders wichtig, Kultur könne hier Kräfte vermitteln, die eine Gesellschaft in ihrer Vielfalt zusammenhält, stellte er heraus.

Alle Veranstalter „sind ins Staunen gekommen über so viel Beteiligung und Resonanz“, freute sich Thomas Bröring als Vorsitzender der Initiative Vechta, Verein für Stadtmarketing e.V. Neben der Initiative und dem BMO als kirchlicher Verwaltung waren die Stadt Vechta und die Katholische Kirchengemeinde St. Mariä-Himmelfahrt für den Event im Spätsommer des Jahres verantwortlich. An zehn Schreiborten konnten Vechtaer und Besucher der Stadt in bis zu zwanzig schönen Worten über ihr Staunen schreiben. Am Ende bewertete eine Jury anonym die Texte, also ohne Namen und Wohnorte der Autoren zu kennen.

Die Auswahl trafen Benedikt Feldhaus (Referent für Junge Erwachsene, BMO Vechta), Peter Havers  (Pastoralreferent St. Mariä Himmelfahrt, Vechta), Christina Meyer (Studiendirektorin, Liebfrauenschule, Vechta), Lisa Oesterheld (Referentin für Spiritualität, BMO Vechta), Ulrich Suffner (Redaktionsleiter, Oldenburgische Volkszeitung, Vechta) und Elisabeth Vatterodt (Buchhändlerin, Vechta). Die Jury habe mit den Kriterien des Wirkungswertes, des inhaltlichen Wertes und des formalen Wertes gearbeitet, berichtete die Ideengeberin des Projektes, Lisa Oesterheld. Zudem wurden die Projektziele berücksichtigt, ob es z. B. um positive Erfahrungen gehe, statt um Bad News.

Text: Johannes Hörnemann (Offizialat)