Die Notbetruung in den Kitas wird ausgeweitet.

Kindertagesstätten

Keine Schließzeiten in den Sommerferien

veröffentlicht: am 15.05.2020     Kinder, Jugend, Senioren

Die Stadt Vechta hat mit allen Kita-Trägern gesprochen. Bis zu den Weihnachtsferien soll die Kinderbetreuung durchgehend geleistet werden.

Um die weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, sind die Kindertagesstätten in Niedersachsen seit dem 16. März 2020 geschlossen. Eine Notbetreuung ist nur für wenige Kinder möglich. Inzwischen hat die Landesregierung für Niedersachsen einen Stufenplan veröffentlicht. Danach soll die Anzahl der Plätze in der Notbetreuung sukzessive auf bis zu 50 Prozent erweitert werden und – wenn das Infektionsgeschehen stabil bleibt – ab dem 1. August wieder ein Regelbetrieb mit voraussichtlich voller Auslastung unter Einhaltung von Hygienestandards gegeben sein (siehe auch Meldung HIER).

Die Kommunen im Oldenburger Münsterland sprechen derzeit mit allen Kita-Trägern. Das Ziel: Wenn der Regelbetrieb in den Kindertagesstätten voraussichtlich ab dem 1. August 2020 wieder starten kann, soll es bis zu den Weihnachtsferien keine Schließtage in den Einrichtungen mehr geben. Die Unterstützung des Bischöflich Münsterschen Offizialates (BMO) haben die Kommunen bereits.

„Es ist wichtig, allen Familien jetzt ein Signal der Wertschätzung und Verlässlichkeit zu geben“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. Darüber er ist er sich mit seinen Amtskollegen in den Kreisen Vechta und Cloppenburg einig: Die Familien hätten durch den Ausfall von Kita und Schule einschneidende Veränderungen in ihrem Alltag erfahren müssen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei für viele in dieser Zeit zu einer Zerreißprobe geworden. Eltern haben sich in den vergangenen Wochen mit eigenem Urlaub, dem Abbau von Überstunden und Home-Office behelfen müssen, um ihre Kinder selbst betreuen zu können – und müssen dies auch weiterhin.

„Immerhin die Hälfte der Eltern haben nicht die Möglichkeit, ihr Kind in diesem Kita-Jahr noch betreuen zu lassen, weil sie die Voraussetzungen für einen Platz in der Notbetreuung nicht erfüllen“, gibt Kristian Kater zu bedenken. „Nachdem die Kitas am 1. August insgesamt 20 Wochen für den Regelbetrieb geschlossen sein werden, wäre es ein falsches Signal für die Eltern und Kinder, im August 2020 in die Sommerschließung zu gehen.“

Die Stadt Vechta setzt sich dafür, bis zu den Weihnachtsferien auf feste Schließtage zu verzichten und im August bedarfsgerecht zu öffnen. In dieser Woche wurden bereits Gespräche mit allen Trägern und Leitungen der Kitas im Stadtgebiet geführt. Kater dankt ihnen für den enormen Einsatz in der Krise. „Auch den Erzieherinnen und Erziehern wird in der Corona-Krise viel abverlangt“, sagt Kater. „Neben der Notbetreuung sind auch die Kinder weiterhin im Blick zu behalten, welche zunächst noch nicht in die Einrichtung zurückkehren können. Hier gilt es, Kontakt zu halten und kleine Spielideen für zu Hause zu entwickeln. Dabei ist zu bedenken, dass auch die Kitas aufgrund der Corona-Pandemie personelle Engpässe haben können. Ich sehe in den Kitas dennoch ein großes Verständnis für die Familien, die ihren Alltag so lange ohne professionelle Kinderbetreuung organisieren mussten. Die Bereitschaft, die Familien zu entlasten, ist da. Allen in Einrichtung tätigen Personen gilt daher mein großer Dank!“

Die Stadt Vechta begrüßt die Unterstützung durch das Offizialat. „Wenn es für alle wieder losgehen darf, dann wollen wir nicht mit einer Schließzeit im Sommermonat August starten“, sicherte Finanzdirektor Michael gr. Hackmann für das BMO zu. „Auch die katholischen Träger der Kindertagesstätten sollen ihre Jahresplanung überdenken.“ In den 96 Kindertagestätten der katholischen Kirchengemeinden in den Landkreisen Vechta (43 Einrichtungen) und Cloppenburg (53) betreuen 1449 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Fachkräfte 9156 Kinder (Stand der Zahlen: 1. August 2019).

Alle Kommunen wollen kurzfristig Gespräche mit den jeweiligen Trägern der Kindertagesstätten führen, um ein einheitliches Vorgehen für alle Kitas im Oldenburger Münsterland herbeizuführen. Dies hat die sogenannte „Kleine Kommission des Arbeitskreis Kindergarten“ aus kommunalen Vertretern der Landkreise Vechta und Cloppenburg und Vertretern des BMO so beschlossen. Dabei sollen nach Absprache flexible Lösungen vor Ort möglich bleiben.

Stellvertretend für die Kommunen stellten Michael gr. Hackmann, Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck und Heiner Kreßmann (Bürgermeister Essen) Vertretern der Presse das gemeinsame Vorgehen vor.