Mitten in der Stadt haben Christoph Wichmann (links), Julian Hülsemann und Antonia Wengert die Briefkasten-Aktion gestartet. Foto: Kläne

Partnerschaft für Demokratie

Mit dem roten Postkasten gegen Einsamkeit

veröffentlicht: am 24.08.2020     Bildung, Soziales

Der Malteser Hilfsdienst und das PfD-Projekt haben die Aktion "Brieffreundschaft" gestartet. Auf dem Europaplatz können Briefe eingeworfen werden.

Der Malteser Hilfsdienst (MHD) und das Projekt „Partnerschaft für Demokratie Vechta“ (PfD) haben die Aktion „Brieffreundschaft“ gestartet. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und insbesondere jenen eine Freude zu bereiten, die während der Corona-Krise wenig Kontakt zu anderen haben. Dazu haben die Projektpartner einen roten Briefkasten auf dem Europaplatz in der Stadtmitte aufgestellt. Dort können Briefe eingeworfen werden, die anderen Glücksmomente bescheren. Und es können Infos mit der Adresse von Menschen hinterlassen werden, die sich über einen solchen Brief freuen würden.

Antonia Wengert vom Integrationsdienst des MHD, Julian Hülsemann von der Kreisvolkshochschule (KVHS) und Christoph Wichmann (zuständiger Fachdienstleiter bei der Stadtverwaltung) gaben jetzt den Startschuss. Die KVHS ist Koordinierungs- und Fachstelle für das PfD-Projekt, Träger ist die Stadt Vechta.

Das Projekt „Brieffreundschaft“ ist aus dem Projekt „Briefaktion“ entstanden, welches Mitte März nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie gegründet worden war. Ziel war es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu zu motivieren, einen Brief zu schreiben oder ein Bild zu malen für Menschen, die aufgrund der Corona-Beschränkungen einsam sind. Die Briefe wurden dann an den Integrationsdienst der Malteser geschickt und von dort aus weiter versendet an die entsprechenden Zielgruppen. 

In Kooperation mit der PfD hat der Integrationsdienst des Malteser Hilfsdienstes das Projekt weiterentwickelt. Nun hat jeder die Möglichkeit, anderen einen Brief zu schreiben und diesen in den roten Postkasten einzuwerfen. Das Thema können die Verfasserinnen und Verfasser frei wählen. Sie können über etwas Erlebtes schreiben, über ihre Erfahrungen in der Corona-Zeit oder auch einfach nur ihren Lieblingswitz erzählen. Wer gerne auf seinen Brief eine Antwort erhalten möchte, kann seine Adresse vermerken, sodass daraus eine Brieffreundschaft entstehen kann. Dies ist aber keine Pflicht, man kann auch nur einen Brief schreiben.

Der Briefkasten wird vom Integrationsdienst der Malteser geleert und die Briefe im Anschluss weitergeleitet. Welche Adressaten diese erhalten, erfahren die Projektpartner ebenfalls aus dem Briefkasten. Dort können Menschen Infos mit der Adresse von Personen hinterlassen, die sich über solch einen Brief freuen würden.

Seit dem Ausbruch von Covid-19 leben viele Menschen isoliert und können kaum Kontakte pflegen. Dies betrifft insbesondere ältere Menschen und Zugehörige von Risikogruppen. Aber auch Menschen jeglicher Herkunft, die noch keinen Anschluss gefunden haben, können Adressaten der Briefe sein.

Weitere Infos zum Projekt "Partnerschaft für Demokratie" HIER.