Die Bauarbeiten an der Wehranlage befinden sich in der Endphase. Entlang des Moorbachs wird ein Radweg angelegt. Foto: Kläne

Hochwasserschutz

Neue Wehranlage am Moorbach macht sich sofort bezahlt

veröffentlicht: am 10.01.2018     Planen, Bauen

Als die Pegelstände stiegen, konnte das Wasser auf zwei Wegen aus dem Stadtgebiet abfließen - auch aus dem Zitadellengraben.

Die neu gebaute Wehranlage zwischen dem Moorbach und dem Zitadellengraben hat sich bereits im ersten Einsatz bewährt. Als der Pegelstand des Moorbaches zuletzt anstieg, hat ein Mitarbeiter der Stadt Vechta das Wehr per Handbetrieb heruntergefahren. So wurde verhindert, dass zusätzliche Wassermengen in den Zitadellengraben gelangten, sich dort stauten und die Pegelstände zusätzlich anstiegen. Das Wasser konnte dadurch auf zwei Wegen aus dem Stadtgebiet abfließen, im Moorbach und – aus dem Zitadellengraben – im neuen Kanal- und Grabensystem in Richtung Marschgraben.

Die Kanäle und Gräben waren 2017 neu angelegt worden. Ein Bestandteil des Gesamtprojektes zum Schutz vor Hochwasser ist der Bau der neuen Wehranlage. Diese ist erst seit Ende 2017 einsatzfähig. Zurzeit wird das Brückengeländer montiert beziehungsweise hergestellt. Die Elektrik konnte noch nicht abschließend installiert werden. Aber per Hand kann es bereits geschlossen und wieder geöffnet werden.
 
Im Zuge der Bauarbeiten schafft die Stadt Vechta einen Lückenschluss im Radwegenetz. So wird der attraktive Fahrradweg entlang des Moorbachs an den Zitadellenpark angeschlossen. Neue Straßenlampen entlang des Radweges wurden bereits aufgestellt. Die obere Schicht muss noch hergestellt werden. Ein Grunderwerb war dafür nicht notwendig. Teilflächen befanden sich bereits im Eigentum der Stadt, die übrigen Flächen stellt die Hase-Wasseracht dankenswerterweise für diesen Zweck zur Verfügung. Wann die Arbeiten abgeschlossen werden können, hängt nun von der Witterung ab.

Die Kanal- und Grabenbauarbeiten zwischen dem Zitadellengraben und dem Vechtaer Marschgraben waren bereits im vergangenen Jahr vollendet worden. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit Sitz in Oldenburg hatte das Projekt in das Förderprogramm „Hochwasserschutz im Binnenland“ aufgenommen. Die Kosten von rund 1,1 Millionen Euro übernimmt das Land zu 70 Prozent, und es kommt ebenfalls zu 70 Prozent für die Baukosten des Wehres in Höhe von circa 180.000 Euro auf.

Das neue Grabensystem und das Sperrwerk sind der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes zum Hochwasserschutz. Dadurch sollen die Gewässer auch aus ökologischer Sicht erheblich aufgewertet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, attraktive Radwegeverbindungen zu schaf-fen.
 

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