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Museum Vechta

Öffentliche Führung zur Sonderausstellung

veröffentlicht: am 04.04.2018     Freizeit und Sport

"Gemüthskrank und gefährlich wüthend": Das Museum Vechta bietet am 8. April (Sonntag) um 15 Uhr eine öffentliche Führung an.

Am 8. April (Sonntag) ab 15 Uhr führen zwei Studentinnen des Fachs Geschichte der Universität Vechta interessierte Besucherinnen und Besucher durch die neue Sonderausstellung „Gemüthskrank und gefährlich wüthend“ - Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert" im Museum Vechta. Bei diesem geführten Rundgang berichten sie nicht nur über die Inhalte der Ausstellung, sondern auch aus erster Hand über das spannende Making-of der Ausstellung. Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, der Museumseintritt ist zu bezahlen.

Die Sonderausstellung ist vom 6. April (Freitag) bis zum 27. Mai (Sonntag) im Museum Vechta zu sehen und zeigt den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum vor rund 150 Jahren. Sie trägt den Titel "Gemüthskrank und gefährlich wüthend - Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert".

Irre, rasend, geisteskrank. Begriffe, die heute nur noch umgangssprachlich und oft abwertend benutzt werden, waren in der Vergangenheit Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch was meinten sie genau? Was bedeutete ein Leben mit psychischer Krankheit für die Betroffenen selbst, für ihre Familien und das weitere soziale Umfeld?

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt der Universität Vechta mit dem Museum Vechta und dem Museumsdorf Cloppenburg, geht diesen Fragen anhand ausgewählter Geschichten von Menschen aus dem Oldenburger Münsterland nach.

Sie wurden von Studierenden des Fachs Geschichte im Niedersächsischen Landesarchiv Standort Oldenburg recherchiert und gemeinsam mit den Museen in Inszenierungen umgesetzt. Im Fokus steht das 19. Jahrhundert, als die Psychiatrie sich zu einem eigenständigen medizinischen Fachgebiet entwickelte und überall in Deutschland und Europa spezialisierte Anstalten für psychisch kranke Menschen eingerichtet wurden – so auch die 1858 eröffnete Irrenheilanstalt zu Wehnen im Großherzogtum Oldenburg. Dennoch blieb die Einweisung in eine solche Einrichtung die Ausnahme. Schon aus Kostengründen kam sie oftmals nur in Frage, wenn die alltäglichen Bewältigungsstrategien der Familien und Dorfgemeinschaften an ihre Grenzen gerieten. Die Ausstellung zeigt den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum – jenseits der Anstalt.

Zur Ausstellung erscheint ein 80 Seiten starkes Begleitheft. Diese Publikation ist im Museum im Zeughaus erhältlich. Im Juni ist die Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg zu sehen.