Bürgermeister Kristian Kater (rechts) sieht sich mit Museumsleiter Kai Jansen (Mitte) und Ausstellungstechniker Wolfgang Siemer im Museum im Zeughaus die neue Klimavitrine an. Foto: Gerecke

Museum im Zeughaus

Prima Klima für eine Waffe aus dem 16. Jahrhundert

veröffentlicht: am 24.08.2020     Freizeit und Sport

Museumstechniker Wolfgang Siemer hat eine Vitrine gebaut, in der ein eigenes Klima zum Schutz des Fundstücks erzeugt werden kann.

Das Museum im Zeughaus bewahrt in seiner Sammlung neben vielen weiteren tausend Objekten auch den Lauf einer Arkebuse, einer Vorderlader-Waffe mit Luntenschloss, auf, die in besonderer Weise mit der Geschichte Vechtas verbunden ist. Gefunden wurde dieses wertvolle Original 2005 bei Ausgrabungen im Rahmen einer Baumaßnahme im Bereich der ehemaligen Burg Vechta.

Die Materialbeschaffenheit und das hohe Alter der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Waffe erfordern besondere Bedingungen und Bemühungen, um die Substanz des Objektes zu erhalten. Daher wurde die Arkebuse in einem aufwendigen Restaurierungsverfahren Ende 2019 stabilisiert.

Nach dieser Restaurierungsmaßnahme ist es wichtig, dass der fortschreitende Zerfall des Materials deutlich verlangsamt, nach Möglichkeit sogar gestoppt wird. Die Luftfeuchtigkeit in den Museumsräumen ist für die dauerhafte Aufbewahrung der historischen Waffe aber zu hoch, so dass das wertvolle Exponat nach kürzester Zeit erneut irreparable Schäden aufweisen würde.

Daher wurde in den vergangenen Wochen in den Werkstätten des Museums Vechta eine geeignete Vitrine gebaut, die eine Präsentation der Arkebuse in den Räumen des Museums im Zeughaus ermöglicht. Konstruiert, gebaut und eingerichtet hat diese Vitrine der Museumstechniker Wolfgang Siemer. In dieser speziellen Vitrine kann durch entsprechende Maßnahmen ein eigenes Klima erzeugt werden, dass sich vor allem durch eine gegenüber der Raumluft deutlich reduzierte Luftfeuchtigkeit auszeichnet. Durch eingebaute Messinstrumente wird das Mikroklima in dieser Vitrine kontinuierlich überwacht.

Bürgermeister Kristian Kater hat sich bei einem Besuch im Museum im Zeughaus die neue Vitrine für die historische Vechtaer Arkebuse angesehen. Er zeigte sich über das Ergebnis sehr erfreut, nicht zuletzt auch deshalb, weil durch den Eigenbau der Vitrine in den Werkstätten des Museums eine deutliche Kosteneinsparung gegenüber dem Ankauf einer entsprechenden Vitrine erzielt werden konnte. Das Museum Vechta wird in Zukunft nach Bedarf weitere Vitrinen gemäß dem jüngst umgesetzten Muster konstruieren und bauen, um auf diese Weise den dauerhaften Erhalt weiterer wertvoller Exponate zu sichern. 

Museumsleiter Kai Jansen freut sich, dass das jüngste Ergebnis der erfolgreichen Teamarbeit ab sofort von allen Besucherinnen und Besuchern in der Dauerausstellung des Museums im Zeughaus besichtigt werden kann. Neben dem Lauf der historischen Arkebuse ist in der Vitrine auch die Replik eines vergleichbaren Luntenschlossgewehres ausgestellt, woran das ursprüngliche Aussehen und die Funktionsweise einer solchen Waffe erkannt werden können.