Neue Schulbezirke: Alle Karten und ein Straßenverzeichnis sind im Text verlinkt.

Neue Schulbezirke

Rat stimmt für Modell der zwei Ebenen

veröffentlicht: am 27.05.2020     Bildung, Soziales

Ab dem Schuljahr 2021/22 werden alle Kinder verlässlich auf sechs Grundschulen in Vechta und eine Grundschule in Langförden verteilt.

Ab dem Schuljahr 2021/22 gelten für alle Grundschulen in Vechta neue Einzugsbereiche. Das hat der Rat der Stadt Vechta in seiner Sitzung am 18. Mai 2020 beschlossen (direkt zur Satzung geht es HIER). Damit stimmte die Politik dem Modell der zwei Schulbezirksebenen zu, das die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Gutachterbüro Kramer und unter Beteiligung einer breitgefächerten Arbeitsgruppe entwickelt hatte.

Künftig werden alle Schülerinnen und Schüler gleichmäßig auf sechs Grundschulen in Vechta (Karte siehe Link weiter unten im Text) und eine Grundschule in Langförden verteilt (direkt zur Karte Schulbezirk Langförden geht es HIER). Hauptziele bei der Neuplanung der Bezirke waren kurze Schulwege sowie eine gute soziokulturelle Durchmischung an allen Schulen und in allen Klassen für mehr Bildungsgerechtigkeit.

„Wir haben nicht nur die Schulbezirke im Stadtgebiet klar strukturiert und ein Modell verabschiedet, auf das sich Eltern bei der Wahl der Grundschule verlassen können“, sagt Bürgermeister Kristian Kater. „Diese Entscheidung garantiert Generationen von Schülerinnen und Schülern gleiche Bildungschancen und Lernbedingungen. An jeder Schule lernen künftig Kinder aus allen kulturellen und sozialen Bereichen, die es bei uns gibt, zusammen, sie schließen Freundschaften und kommen einander näher.“ Das neue Konzept sei gleichzeitig ein Statement, „wie wichtig es uns ist, unseren Kindern weiterhin auch christliche Werte mit auf den Lebensweg zu geben. Diese Entscheidung wird das harmonische Zusammenleben in Vechta auf lange Sicht stärken“, ist sich Kater sicher.

In der Arbeitsgruppe vertreten waren neben der Verwaltung und der Politik auch das Bischöflich Münstersche Offizialat, die Niedersächsische Landesschulbehörde, die Schulleitungen und Eltern. Zuvor war der Entwurf hinsichtlich der Idee der zwei Schulbezirksebenen mit der Rechtsabteilung der Landesschulbehörde sowie dem Kultusministerium abgestimmt worden.

Das „Modell der zwei Schulbezirksebenen“ lässt sich so beschreiben: In der ersten Ebene wird das gesamte Stadtgebiet in sieben verbindliche Grundschulbezirke aufgeteilt. Die Familien erhalten dadurch Planungssicherheit für den Schulbesuch ihrer Kinder; Wartelisten und Absagen werden vermieden (direkt zur Karte geht es HIER). Auf der zweiten Ebene besteht die Möglichkeit, eine Angebotsschule zu wählen: Kinder des katholischen Bekenntnisses können weiterhin eine katholische Grundschule besuchen (direkt zur Karte geht es HIER). Alle Kinder evangelischen Bekenntnisses können die Martin-Luther-Schule wählen. Alle Kinder in Vechta und Langförden können unabhängig eines religiösen Bekenntnisses auch an der bekenntnisfreien Christophorusschule beschult werden.

Eltern können sich in einem Straßenverzeichnis darüber informieren, welche Schule auf der ersten Ebene für ihr Kind zuständig ist und welche Angebotsschulen sie für ihr Kind wählen können (direkt zum Straßenverzeichnis geht es HIER).

Die Grundlage für die neue Einteilung der Schulbezirke bildete ein Bevölkerungsgutachten, welches das Fachbüro Kramer im Hinblick auf die zu erwartende Grundschulentwicklung detailliert fortgeschrieben hatte. Zudem befragte die Universität Vechta in Zusammenarbeit mit der Stadt die Eltern künftiger Schulkinder, um sie frühzeitig zu informieren, in den Planungsprozess einzubeziehen und ein Stimmungsbild zu erhalten, was ihnen wichtig ist.

Über die neuen Schulbezirke und die Ergebnisse der Elternbefragung wurden die Eltern während einer Live-Übertragung aus dem Rathaus auf der Facebookseite und dem Youtube-Kanal der Stadt informiert. In der Spitze schalteten sich am 16. April mehr als 300 Zuschauer live zu. In den Tagen und Wochen danach wurde der Beitrag bei Facebook fast 9000 Mal und auf Youtube über 1000 Mal aufgerufen. Ursprünglich waren zwei öffentliche Informationsveranstaltungen im Rathaus geplant, die aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten.

Die bisher geltenden Schulbezirke basierten auf einer Satzung aus dem Jahr 1999. Seitdem hat sich die Stadt Vechta in vielen Bereichen nachhaltig entwickelt: Die Bevölkerung ist stark angewachsen, neue Wohngebiete sind entstanden, die Anforderungen an die Grundschulen gestiegen. Dies machte eine Neubewertung der Grundschulsituation hinsichtlich einer Reihe von Aspekten erforderlich.

Weitere Aspekte hatten in den Gesprächen, Untersuchungen und Planungen eine vorrangige Bedeutung (alle Infos auch HIER):

Geschwisterkinderregelung: Es ist angedacht in einer neuen Schulbezirkssatzung eine Regelung für Geschwisterkinder aufzunehmen. Das bedeutet, dass Geschwister dieselbe Grundschule besuchen.

Klassengrößen: Die Größe der Klassen sollen ausgewogen und lernfreundlich sein. 

Schulverbund Martin-Luther-Schule/Alexanderschule: Seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 arbeiten die Martin-Luther-Schule und die Alexanderschule im Rahmen eines Schulverbundes enger zusammen. Diese beiden Schulen teilen sich bereits seit Jahren einen Schulhof, eine Mensa und eine Sporthalle. Die Zusammenarbeit umfasste zu Beginn z.B. Arbeitsgemeinschaften oder Teile des Ganztagsbetriebes. Seit den Osterferien wird der gesamte Ganztagsbetrieb für alle Schüler/innen beider Schulen angeboten. Aufgrund der aktuellen Situation gibt es jedoch derzeit Einschränkungen. Diese Nutzung von Synergieeffekten schafft Verbesserungen der Angebote für alle Kinder dieses Standorts.

Schülerbeförderung: Der Landkreis Vechta ist Träger der Schülerbeförderung. Schülerinnen und Schüler haben ab einer Entfernung von zwei Kilometern grundsätzlich einen Anspruch auf Beförderung. Der Beförderungsanspruch und die Art der Beförderung werden vom Landkreis Vechta individuell geprüft. Hier sind beispielsweise gemeinsame Busse für einzelne Siedlungen oder Taxifahrten möglich. 

Investitionen: Die Stadt Vechta investiert seit Jahrzehnten in die Modernisierung und Erweiterung der Schulstandorte. Mit der Festlegung neuer Schulbezirke gehen weitere Investitionen in den Ausbau der Schulen einher. Diese sollen aber angemessen und moderat ausfallen. Bestehende Strukturen sollen optimal genutzt werden. Das Mehrjahresprogramm sieht in Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vor.