Foto: Bindernagel

Brückenbauwerk

Satiremagazin extra 3 dreht erneut in Vechta

veröffentlicht: am 14.02.2018     Alle Themen

Das Satiremagazin extra 3 des NDR Fernsehens kommt erneut zu Dreharbeiten nach Vechta. Gibt es diesmal einen satirischen Beitrag über die neue Brücke?

Die Redaktion des Satiremagazins extra 3 des NDR Fernsehens hatte im März 2014 in Vechta einen Filmbeitrag gedreht, bei dem es um die Simulation eines möglichen Tunnels an der Paulus-Bastei ging. Der satirische Beitrag endete mit der Ankündigung, dass das Drehteam wieder nach Vechta kommen wolle, „wenn die haptische Brückensimulation fertig ist“.

Vermutlich wird das Team Vechta ziemlich enttäuscht wieder verlassen, denn diese Simulation gibt es nicht, wie man in Vechta weiß. Vielmehr hatte die Stadt Vechta, da der Bahnübergang An der Paulus-Bastei geschlossen werden musste, als Alternative für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer ursprünglich eine Unterführung geplant. Im Zuge der Planungen kam dann eine Brücke als alternative Lösung ins Spiel. Die verschiedenen Varianten wurden den Vechtaern bei einer Infoveranstaltung im Rathaus vorgestellt. Unter anderem wurden dabei Bedenken geäußert, dass das Sicherheitsempfinden in einer dunklen Unterführung nicht allzu groß sein könnte.

Hinzu kam im Laufe der Planungen der Vorschlag, eine Brücke als Ausgangspunkt für die Umplanung des gesamten Umfeldes zu nutzen. Es wurde ein Gesamtprojekt entwickelt, an dem sich auch private Investoren beteiligen und das derzeit Schritt für Schritt realisiert wird. Alles ohne Simulation! So entstehen nun Wohnungen und ein Parkhaus, welche direkt an die Brücke angeschlossen werden. Ebenso wird ein neues Hotel gebaut. Am Bahnsteig entsteht eine neue Mobilitätsstation inklusive Fahrradparkhaus. Dieses neue Gebäude kann ebenfalls über die Brücke erreicht werden. So wird man von der Brücke aus via Fahrstuhl oder Treppenhaus direkt, sicher und bequem zu den Gleisen gelangen. Der städtischerseits vorgeschlagene zusätzliche Treppenabgang von der Brücke zu Gleis 2 war von der Bahn nicht gewollt; gleichwohl befürwortete die Deutsche Bahn aber grundsätzlich den Bau der Brücke und hielt diese ebenfalls für die bessere Lösung. Und nicht nur das: Sie beteiligt sich in selber Höhe an den Kosten, wie sie sich auch am Bau einer Unterführung beteiligt hätte.  Das ist eine gute Lösung, und deshalb gibt es insgesamt auch eine breite Zustimmung für den Bau der Brücke. Durch die Brücke und die daran angeschlossenen Neubauten (Wohnungen/Parkgarage, Hotel und Mobilitätsstation) wird jetzt das gesamte Umfeld deutlich aufgewertet. Die Mehrkosten von circa einer Million Euro – eine Unterführung hätte circa drei Millionen Euro gekostet, die Brücke wird ca. vier Millionen kosten – können durch die Aufwertung und den Verkauf von Grundstücken mehr als wieder aufgefangen werden. So können zum Beispiel Flächen, die für den Bau der Unterführung benötigt worden wären, anderweitig genutzt werden. Dies trägt zur Brückenfinanzierung bei.

Das alles ist natürlich sehr schade für ein Satiremagazin wie extra 3. Denn wirklich Satirisches zu berichten gibt es zu diesem Thema nicht.