Kristian Kater schlägt vor

Schnelltest-Projekt nach Tübinger Modell

veröffentlicht: am 19.03.2021     Alle Themen

Kater hat Stephan Weil angeboten, dass in Vechta ein Schnelltest-Projekt nach Tübinger Modell durchgeführt werden könnte.

Einzelhandelsgeschäfte könnten im Zuge dessen für Menschen mit negativem Testergebnis öffnen. Möglicherweise könne dies auch auf den gesamten Landkreis ausgeweitet werden. „Unsere Vechtaer Innenstadt ist strukturell in der Lage an den Ein- und Ausgängen Schnellteststationen einzurichten“, erklärt Kater in dem Schreiben vom Donnerstag. „Ein Abgleich von Bescheinigungen lässt sich ebenfalls gut organisieren. Vechta hat als Mittelzentrum die passende Größe für einen solchen Versuch. Wir müssen nicht befürchten überlaufen zu werden, aber die Ergebnisse werden repräsentativ sein. Durch unsere junge Bevölkerung gehe ich von einer hohen Akzeptanz dieses Versuches aus bei gleichzeitig vergleichsweise geringem Risiko."

Auf Grundlage der aktuellen Landesverordnung sei ein solches Vorhaben nicht möglich, erklärt Bürgermeister Kater und argumentiert: „Aber mit Zustimmung des Landes kann so ein Versuch starten. Da unsere Region von Anfang an ihrer Verantwortung bewusst war und viel getestet hat, ist unsere Inzidenz stetig hoch. Das massive Testen ist der richtige Weg und kann auch ein richtiger Weg zu mehr Öffnungen sein.“

Kater weist darauf hin, dass der Einzelhandel – abseits von Supermärkten und anderen Anbietern von Waren des täglichen Bedarfs – seit Monaten zu der Gruppe gehört, welche die Hauptlast der Corona-Pandemie auf ihren Schultern trägt. „Unsere Region ist seit Monaten in der Lage hoher Inzidenzen, dennoch haben wir die Lage stets unter Kontrolle und die Krankenhäuser waren nie an deren Belastungsgrenzen angelangt“, erklärt Kater. „Durch die Inbetriebnahme unserer landkreisweiten Schnelltestzentren konnten wir kurzfristig eine funktionierende Infrastruktur in jeder Gemeinde und in jeder Stadt im Landkreis Vechta umsetzen.“

Die bundesweit abgestimmte „Notbremse“ führt dennoch dazu, dass insbesondere im Kreis Vechta - anders als in einigen Region Niedersachsens - weder Kitas noch Einzelhandel zumindest zeitweise öffnen konnten. „Um einen Weg aus der Krise zu finden, brauchen wir eine Strategie, die erprobt werden muss. Hier möchten wir uns anbieten, ein Modelprojekt wie in Tübingen durchzuführen“, schreibt Kater. „Wir stehen bereit für eine kurzfristige Realisierung einer schnelltestbasierten Öffnung in den Bereichen Einzelhandel und eventuell auch Kita.“

In diesem Zusammenhang unterstützt Bürgermeister Kristian Kater auch ein Anliegen der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände an Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. In dem Schreiben des Niedersächsischen Landkreistags, des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und des Niedersächsischen Städtetages wird u. a. gefordert, dass die Impfung der Beschäftigten von Schulen und Kitas im Rahmen der Impfkampagne höchste Priorität - hinsichtlich der Öffnung für die Prioritätsgruppe 2 - haben sollte.

Dazu erklärt Bürgermeister Kristian Kater: „Kitas und Schulen werden in der Debatte häufig vergessen. Auch für die dauerhafte Öffnung der Schulen und Kitas brauchen wir zum Wohl der Kinder jetzt eine Strategie, nach der wir vor Ort schnell und verlässlich handeln können. Das muss höchste Priorität haben. Kinder und Jugendliche sind ganz besonders von den Folgen der Pandemie betroffen. Und viele Eltern sind weit über die Belastungsgrenze hinaus. Sie brauchen dringend eine Perspektive. Und wenn es die Situation es zulässt, muss es sofort wieder losgehen können.“