Foto: Museumsdorf Cloppenburg

Museum Vechta

Sonderausstellung "Gemüthskrank und gefährlich wüthend"

veröffentlicht: am 29.03.2018     Freizeit und Sport

Im April und Mai in Vechta zu sehen: die Museen Vechta und Cloppenburg und die Unversität Vechta eröffnen gemeinsame Sonderausstellung.

Vom 6. April (Freitag) bis zum 27. Mai (Sonntag) zeigt das Museum Vechta eine Sonderausstellung über den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum vor rund 150 Jahren. Sie trägt den Titel "Gemüthskrank und gefährlich wüthend - Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert".

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger lädt das Museum Vechta zur Eröffnung am 5. April (Donnerstag) um 19 Uhr ein.Öffentliche Führungen gibt es am 8. April und am 6. Mai, jeweils um 15 Uhr.  Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, der bekannte Museumseintritt ist zu bezahlen.

Irre, rasend, geisteskrank. Begriffe, die heute nur noch umgangssprachlich und oft abwertend benutzt werden, waren in der Vergangenheit Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch was meinten sie genau? Was bedeutete ein Leben mit psychischer Krankheit für die Betroffenen selbst, für ihre Familien und das weitere soziale Umfeld?

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt der Universität Vechta mit dem Museum Vechta und dem Museumsdorf Cloppenburg, geht diesen Fragen anhand ausgewählter Geschichten von Menschen aus dem Oldenburger Münsterland nach.

Sie wurden von Studierenden des Fachs Geschichte im Niedersächsischen Landesarchiv Standort Oldenburg recherchiert und gemeinsam mit den Museen in Inszenierungen umgesetzt. Im Fokus steht das 19. Jahrhundert, als die Psychiatrie sich zu einem eigenständigen medizinischen Fachgebiet entwickelte und überall in Deutschland und Europa spezialisierte Anstalten für psychisch kranke Menschen eingerichtet wurden – so auch die 1858 eröffnete Irrenheilanstalt zu Wehnen im Großherzogtum Oldenburg. Dennoch blieb die Einweisung in eine solche Einrichtung die Ausnahme. Schon aus Kostengründen kam sie oftmals nur in Frage, wenn die alltäglichen Bewältigungsstrategien der Familien und Dorfgemeinschaften an ihre Grenzen gerieten. Die Ausstellung zeigt den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum – jenseits der Anstalt.

Zur Ausstellung erscheint ein 80 Seiten starkes Begleitheft. Diese Publikation ist im Museum im Zeughaus erhältlich. Im Juni ist die Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg zu sehen.