Sicher zur Schule: Die Wege der Kinder werden unter die Lupe genommen. Foto: Uni

„Sichere Wege zur Grundschule!“

Eltern können auf Gefahrenstellen hinweisen

veröffentlicht: am 23.04.2021     Kinder, Jugend, Senioren

Die Eltern haben einen Flyer mit allen Infos erhalten. Auch die Erziehungsberechtigten künftiger Erstklässler wurden angeschrieben.

Das Thema Schulwegsicherheit liegt der Stadt Vechta besonders am Herzen. Gemeinsam mit der Universität hat sie das Projekt „Sichere Wege zur Grundschule!“ nach den Osterferien gestartet. Eltern von Grundschulkindern können online den jeweiligen Schulweg ihrer Kinder in einer Stadtkarte mit wenigen Klicks nachzeichnen, Gefahrenstellen markieren und weitere Hinweise geben. Die Umfrage nimmt wenig Zeit in Anspruch. Alle Angaben werden anonym behandelt und nach der Auswertung gelöscht.

Die Eltern haben einen Flyer mit allen Infos von der jeweiligen Grundschule erhalten. Auch die Erziehungsberechtigten der künftigen Erstklässler wurden angeschrieben. Schülerinnen und Schüler können sich mit ihren Müttern und Vätern beteiligen.

Einige haben auch schon abgestimmt. Für ein repräsentatives Ergebnis reicht es aber noch nicht. Bürgermeister Kristian Kater wirbt noch einmal für die Teilnahme. „Natürlich haben viele Eltern gerade vor allem die Corona-Lage im Blick und hoffen, dass ihre Kinder erst einmal wieder regelmäßig die Schule besuchen können. Die Umfrage ist aber wichtig für die Zukunft, vor allem für die Zeit nach Corona. Es wäre schön, wenn wir hier ein umfassendes Bild erhalten“, sagt Kater. „Je mehr sich beteiligen, desto mehr Gefahrenstellen können wir von den Fachleuten unter die Lupe nehmen lassen und die Situation verbessern, wenn dies erforderlich ist.“

Insbesondere mit Blick auf die neuen Schulbezirke, die zum Schuljahr 2021/2022 in Vechta in Kraft treten, ließen sich wichtige Erkenntnisse aus der Umfrage gewinnen, sagt er. Für die genaue Einteilung der Einzugsgebiete waren kurze Wege zu den jeweiligen Grundschulen ein Hauptkriterium. Die Ergebnisse der Umfrage werden allen beteiligten Institutionen vorgestellt. Schule, Politik, Stadtverwaltung, Polizei und Stadtelternrat befassen sich damit. Sie ziehen Schlüsse daraus, wo der Schülerverkehr noch sicherer gemacht werden kann, was sich relativ schnell umsetzen lässt und wo größere Veränderungen nötig sind.

Professor Dr. Karl Martin Born vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) an der Uni Vechta ist der verantwortliche Wissenschaftler für die Befragung und deren Auswertung: „Wir können die Schulwege nur sicherer machen, wenn wir wissen, welchen Weg die Kinder nehmen und wo sie es für gefährlich halten“, sagt Born.

Es kann auch dabei herauskommen, dass wir Eltern den sichersten Schulweg empfehlen können“, erklärt Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann. Die Ergebnisse könnten zudem aufdecken, in welchen Situationen sich die Kinder noch unsicher fühlen und sie Unterstützung benötigen – möglicherweise auch durch gezieltes Training. „Diese Befragung ist unser Angebot an alle, mit uns ins Gespräch zu kommen. Aus den Ergebnissen können alle lernen“, sagt Sandra Sollmann.

Die Eltern haben mit dem Flyer einen Aktivierungscode für eine Online-Plattform im Zusammenhang mit dem Tool „Raum für Vechta – Deine Stadt. Deine Meinung.“. Dieses Tool ist ein Ergebnis des Interreg-Nordsee-Projekts "Like! Building a Local Digital Innovation Culture". An dem von der EU geförderten Programm hatten sich die Uni und die Stadt gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden, Belgien, England, Schottland und Dänemark beteiligt.

„Die Plattform ist ideal dafür geeignet, um sich gezielt über das Meinungsbild der Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Und sie bietet die Chance, seine Meinung zu einem bestimmten Thema auch zu sagen“, sagt Stabsstellenleiter Dr. Frank Käthler von der Stadt Vechta (Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Marketing, Städtepartnerschaften und Heimatpflege).  

Alle Beteiligten hoffen, dass viele Familien mitmachen. Der Stadtelternrat hat seine Unterstützung angekündigt, die Schulen wollen für die Teilnahme werben. Auch die Polizei und die Kreisverkehrswacht begrüßen das Projekt. Die Ergebnisse der Befragung werden noch im Laufe des Frühjahrs vorliegen. Noch vor den Sommerferien wollen sich die Fachleute und Gremien damit befassen.