Eine Röhre für den Steinkauz: Kristian Kater (rechts) und Alfred Geiges zeigen eine Nabu-Nisthilfe. Foto: Kläne

Naturschutz

Stadt unterstützt Nabu beim Steinkauz-Projekt

veröffentlicht: am 13.11.2020     Alle Themen

In den vergangenen sechs Jahren haben die Naturschützer mehr als 100 künstliche Nisthilfen aufgehängt - das zeigt Wirkung.

Im Raum Vechta finden Steinkäuze viele geeignete Reviere zum Jagen, Nisten und Brüten. Insbesondere liegt dies am unermüdlichen Einsatz der Nabu-Ortsgruppe Vechta. Die Naturschützer haben in den vergangenen sechs Jahren mehr als 100 künstliche Nisthilfen aufgehängt und so die stark gefährdete Kleineulenart beflügelt, sich zu vermehren. „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2020 circa 100 bis 110 Jungvögel flügge wurden“, sagt Alfred Geiges, Sprecher in der Ortsgruppe Vechta des Naturschutzbundes (Nabu).

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Vechta auch in diesem Jahr mit einem Zuschuss in Höhe von 500 Euro. Das reiche aus, um eine ganze Reihe weiterer Steinkauzröhren anfertigen zu lassen, berichtete Geiges. Er dankte Bürgermeister Kristian Kater für die finanzielle Hilfe, ebenso der Stiftung Umwelt und Naturschutz im Landkreis Vechta (SUN), die das Projekt auch seit Jahren unterstützt.

Kater hob das große Engagement der Naturschützer hervor. „Es ist außergewöhnlich, wie sehr sich der Nabu hier engagiert“, sagte er. „Wir tragen gerne unseren Teil dazu bei, um den Bestand dieser faszinierenden Vogelart bei uns zu sichern und zu vergrößern.“

Das Nabu-Team hängt die Röhren nicht nur in geeigneten Revieren auf, sondern kontrolliert diese auch – im Jahr 2020 waren es allein 111 Nisthilfen. 38 Brutpaare konnte der Nabu bei seiner Bestandsaufnahme nachweisen. Seit 2014 hat die Ortsgruppe mehr als 250 Steinkäuze beringt.  

„Die Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen ganz deutlich, dass der Steinkauz im Großraum Vechta einen wichtigen Verbreitungsschwerpunkt hat“, erklärt Geiges. Zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen soll in den nächsten Jahren das Biotopmanagement verstärkt werden, um neue Reviere zu schaffen und alte zu verbessern.

Ideale Bedingungen findet der Steinkauz unter anderem auf Kompensationsflächen der Stadt Vechta vor. „Besonders interessant sind unsere Streuobstwiesen“, sagt Dirk Ortland vom Fachdienst Stadt- und Landschaftsplanung. Dort jagt der Steinkauz seine Lieblingsspeisen: Insekten, Würmer, Mäuse. Die Bedeutung solcher Ausgleichsflächen hob auch SUN -Geschäftsführer Rudolf Stukenborg hervor.

Allerdings findet die gefährdete Eulenart ohne Hilfe durch den Menschen immer weniger geeigneten Lebensraum, oder es fehlt in potenziellen Revieren an Nistmöglichkeiten. Der Nabu hängt sogar zusätzliche Röhren auf, weil Steinkäuze in einer zweiten Röhre oft ihr Futter deponieren. Mit der Unterstützung der Stadt Vechta und der SUN können die Naturschützer diese Bemühungen fortsetzen.